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Die Bimmel kommt angedampft

 
 
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Nach 15 Jahren Bangen und Hoffen erreicht die Weißeritztalbahn Kipsdorf. Nun steht der Eröffnungstermin.

17.05.2017
Von Mandy Schaks

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Am Donnerstag vor einer Woche rollte zum ersten Mal seit 2002 wieder ein Dampfzug auf dem Bahnhof in Kurort Kipsdorf ein. Der Probefahrt soll nun bald ein regulärer Betrieb auf der Strecke folgen.
Foto: Egbert Kamprath

Eines der größten Staatsgeheimnisse Sachsens ist gelüftet. Dienstag, 14.46 Uhr, gaben Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft und Verkehrsverbund Oberelbe VVO bekannt: Die Weißeritztalbahn fährt ab 17. Juni wieder bis Kurort Kipsdorf. Nach dem Bau, der mit hohen Anforderungen verbunden war, und trotz fehlender zusätzlicher Gelder in der Finanzierungsverordnung des Freistaates für den Betrieb seien durch konstruktives Zusammenwirken aller Beteiligten nun alle Hürden genommen, zeigte sich VVO-Geschäftsführer Burkhard Ehlen erleichtert.

Gerüchte über den Eröffnungstermin machten seit Tagen die Runde, sodass Ortsvorsteher Gunther Gericke keine Ruhe mehr hatte und am Dienstag selbst zum Telefonhörer griff. Die Nummer, die er anrufen musste, kannte er ja schon seit fast 15 Jahren, seit die Flut die Bahnstrecke zerstörte und der Wiederaufbau immer mal wieder auf der Kippe stand. „Wir freuen uns nun unheimlich, dass es endlich losgeht“, freute sich der Kipsdorfer für seinen Ort an der Bundesstraße B 170, für das Osterzgebirge und die Bahn-Fans. „Jetzt geht es los, und das ist gut so – allen Unkenrufen zum Trotz.“ Nun wollen sich die Kipsdorfer mit dem VVO ins Zeug legen, dass es eine ordentliche Eröffnungssause gibt und danach Kipsdorf noch ein Stück vorankommt, damit sich die Gäste, die hier aussteigen, auch willkommen fühlen.

Die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft SDG wird, wie sich das bereits seit Dezember abzeichnete, ab 17. Juni zweimal täglich Fahrten auf der gesamten Strecke von Freital-Hainsberg bis Kurort Kipsdorf anbieten, in der Mittagszeit bis Dipps und zurück. „Mit den Fahrten nach Kipsdorf morgens und nachmittags setzen wir einen neuen Impuls für den Tourismus im Osterzgebirge“, sagte SDG-Geschäftsführer Roland Richter. Bahnbetreiber und VVO haben die Kritik insbesondere von Hoteliers und Gastronomen aus dem Osterzgebirge an dem ursprünglich dünnen Fahrplan ernst genommen, der erst nur eine Fahrt täglich nach Kipsdorf vorsah, und darauf reagiert. „Wir haben den Fahrplan sehr auf den Tourismus abgestimmt“, sagte VVO-Sprecher Christian Schlemper. So wird voraussichtlich der erste Zug 9.25 Uhr in Hainsberg starten, 11.11 Uhr von Kipsdorf wieder losfahren, 15.42 Uhr noch einmal von Freital ins Gebirge schnaufen und zurück 17.28 Uhr. „Die Gäste haben also ausreichend Zeit, etwas zu unternehmen.“ Die Fahrtzeiten sind auch so abgestimmt, dass Ausflügler Anschluss von und in Richtung Dresden und Tharandt haben. Zu dem regulären Fahrplan soll es noch 16 Tage im Jahr geben, an denen ein zweiter Zug zum Einsatz kommt und so jeweils vier Fahrten bis Kipsdorf angeboten werden.

Und was fängt nun die Tourismusbranche mit dem Geschenk an? „Jetzt fahren wir mal“, sagt Anke Eichler vom Tourismusverband Erzgebirge und lacht. Die vergangenen Wochen seien schlimm gewesen. Es sei kein Tag vergangen, an denen Leute nicht nachfragten, wann die Weißeritztalbahn auf der gesamten Strecke wieder rollt. „Sie planten Klassentreffen, Geburtstagsfeiern – und wir mussten die Leute immer wieder vertrösten.“ Dabei sei die Weißeritztalbahn als dienstälteste Schmalspurbahn Deutschlands eine Besonderheit in der Region. „Wenn wir nun wissen, wann sie fährt, können wir auch in die Vorplanung und Werbung gehen.“

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/die-bimmelkommt-angedampft-3683875.html

Weißeritztalbahn fährt ab 17. Juni bis Kipsdorf

Presseinformation 16.5.2017 – SDG und VVO

Weißeritztalbahn fährt ab 17. Juni bis Kipsdorf

Einweihung der Strecke rechtzeitig zu den Sommerferien

Nach 15 Jahren Unterbrechung rollt die Weißeritztalbahn ab 17. Juni 2017 wieder täglich von Freital-Hainsberg bis Kurort Kipsdorf. „In der Ferienzeit können viele Gäste und Besucher die alte neue Strecke gleich in Augenschein nehmen.“, freut sich Burkhard Ehlen, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) und ergänzt: „Nach dem Bau mit hohen Anforderungen, wie zum Beispiel der Hebeanlage für die Brücke in Obercarsdorf oder den Denkmalschutz in Kipsdorf und trotz fehlender zusätzlichen Finanzmittel in der Finanzierungsverordnung für den Betrieb sind durch konstruktives Zusammenwirken aller Beteiligten nun alle Hürden genommen worden.“ Der VVO finanziert den Betrieb der 26- Kilometer-langen Schmalspurbahn.

Die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft (SDG) wird zukünftig zwei Mal täglich Fahrten auf der gesamten Strecke anbieten, zur Mittagszeit fährt der Zug von Freital-Hainsberg bis Dippoldiswalde und zurück. „Mit den Fahrten nach Kipsdorf morgens und nachmittags setzen wir einen neuen Impuls für den Tourismus im Osterzgebirge“ erläutert Roland Richter, Geschäftsführer der SDG. Darüber hinaus werden die Partner den Fahrplan an 16 Fahrtagen mit einem zweiten Zug verdichten und dann vier Fahrten bis Kipsdorf anbieten. „Mit dem Eröffnungs-Termin haben wir nun Planungssicherheit für die Region geschaffen“, betont Roland Richter. „Wir werden die nächsten Wochen nutzen und uns auf den neuen Betrieb auf der Gesamtstrecke vorbereiten.“

Die Weißeritztalbahn ist die dienstälteste Schmalspurbahn Deutschlands. Seit 1883 dampft sie von Freital-Hainsberg nahe Dresden bis nach Kipsdorf im Osterzgebirge. Das Jahrhunderthochwasser 2002 zerstörte die Strecke, der Wiederaufbau, finanziert von Bund und Freistaat Sachsen, erfolgte zuerst im unteren Abschnitt bis Dippoldiswalde und wurde 2008 abgeschlossen. Der VVO wendet jährlich 4,2 Millionen Euro für den Betrieb auf der Weißeritztalbahn und der Lößnitzgrundbahn auf.

Alle Informationen zu den Sonderfahrplänen am Eröffnungswochenende sind in Kürze bei der SDG, beim VVO und im Internet unter www.weisseritztalbahn.com und www.vvoonline.de verfügbar.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Christian Schlemper

Pressesprecher Verkehrsverbund Oberelbe GmbH (VVO)

0351/852 65 12

presse@vvo-online.de

www.vvo-online.de

www.twitter.com/vvo_presse

 

Quelle: https://www.vvo-online.de/de 

Pressemitteilung SDG und VVO am 16.05.2017

15 Jahre nach der Flut: Weißeritztalbahn dampft wieder

Von Steffi Suhr

Endlich! Die Weißeritztalbahn auf ihrer alten Strecke.
Endlich! Die Weißeritztalbahn auf ihrer alten Strecke.

Dresden – Es ist so weit! Die Weißeritztalbahn kann wieder über die gesamte Strecke von Freital bis nach Kipsdorf (26 Kilometer) dampfen.

Schon die Testfahrt sorgte für Aufsehen. Am 12. August 2002 fuhr Lokführer Mike Kreß (48) Deutschlands dienstälteste Schmalspurbahn zum vorerst letzten Mal über diese Strecke.

An dem Tag kam die Jahrhundert-Flut, wurde die Anlage komplett zerstört. Jetzt, 15 Jahre später, stand Kreß wieder in der Lok.

Er durfte als Erster zusammen mit Kollege Raimo Pohlmann (56) die komplett sanierte Strecke fahren: „Es ist ein bewegender Moment“, so der Eisenbahner ergriffen.

Zwar fährt die Weißeritztalbahn schon einige Zeit wieder von Freital-Hainsberg nach Dippoldiswalde (15 km). Doch am restlichen Abschnitt wurde lange gebaut, um Gelder gestritten, erneut gab es Hochwasser-Schäden.

„Aber nun sind wir auf der Zielgeraden“, sagt VVO-Sprecher Christian Schlemper (38). „In den nächsten Tagen wird die offizielle Eröffnung verkündet. Dann können auch Gäste wieder mitfahren.“

Unbedingt: Denn als das vertraute Tuten im Tal ertönte, strömten zahlreiche Anwohner begeistert zur Strecke …

 
 
Mike Kreß (48, l.) und Kollege Raimo Pohlmann (56) 
durften erstmals wieder die komplette Strecke abfahren.
Mike Kreß (48, l.) und Kollege Raimo Pohlmann (56) durften erstmals wieder die komplette Strecke abfahren.

Quelle: https://www.tag24.de/nachrichten/weisseritztalbahn-freital-kipsdorf-schmalspurbahn-sanierte-strecke-252706

Die Weißeritztalbahn ist wieder komplett: Zug erreicht Kipsdorf

DNN-Online 13.05.2017

Kilometerweit zu hören waren nach einer fast 15-jährigen Zwangspause die langanhaltenden Pfiffe der Weißeritztalbahn zwischen Dippoldiswalde und Kurort Kipsdorf. Lange hatte es gedauert, nicht wenige Bimmelbahnfreunde hatten ihre Hoffnungen bereits begraben, doch nun ist es geschafft: Auch der obere Streckenteil ist jetzt wieder komplett.

Die erste Bimmelbahn nach 15 Jahren erreicht Kipsdorf.

Die erste Bimmelbahn nach 15 Jahren erreicht Kipsdorf. Quelle: Peter Weckbrodt

Kipsdorf.  Kilometerweit zu hören waren nach einer fast 15-jährigen Zwangspause die langanhaltenden Pfiffe der Weißeritztalbahn zwischen Dippoldiswalde und Kurort Kipsdorf. Lange hatte es gedauert, nicht wenige Bimmelbahnfreunde hatten ihre Hoffnungen bereits begraben, doch nun ist es geschafft: Auch der obere Streckenteil, also der 2. Wiederaufbau-Abschnitt, ist jetzt wieder komplett. Der erste Dampfzug erreichte den regulären Endbahnhof der Weißeritztalbahn in Kipsdorf.

Noch war es nicht der feierliche, mit geladenen Gästen besetzte Eröffnungszug. Wann der rollt, will Mirko Fros, der Betriebsleiter der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft SDG, (noch) nicht verraten. Es sei schon sehr bald soweit, hatte aber SDG-Geschäftsführer Ronald Richter erst vor wenigen Tagen gegenüber den DNN zu erkennen gegeben.

Die gestrige Zugfahrt hat den Neustart für einen planmäßigen Zugverkehr vorbereitet. Weil die in den vergangenen beiden Jahren erledigten Reparaturen einem Neubau der Strecke nahe kamen, sind nach dem strengen deutschen Eisenbahnrecht sehr umfangreiche Abnahmen durch den Landesbeauftragten für die Bahnaufsicht zu bestehen – im Interesse der Betriebssicherheit.
Alle baulichen und technischen Anlagen und Einrichtungen müssen auf ihre zuverlässige Funktion hin geprüft werden. Den Hauptanteil nehmen die von den Zügen zu befahrenden Gleise und Weichen ein. Aber auch Signale, die Sicherungen der Bahnübergänge, Brücken, Durchlässe, Beleuchtungen, Kommunikationsmittel und Abstellanlagen – die Liste der abnahmepflichtigen Anlagen und Einrichtungen ist groß.

Hinzu kommt noch der mindest ebenso große Aufwand für die gründliche Einweisung der Mitarbeiter in ihre neue Aufgaben. Die Lokführer müssen eine genaue Strecken-Kenntnis nachweisen, die Zugpersonale genau wissen, was bei einer Betriebs-Störung zu tun ist. Deshalb saßen gestern auch nicht Fahrgäste im Zug nach Kipsdorf, sondern ausschließlich SDG-Personal und die an der Abnahme der Strecke mitwirkenden Fachleute.

Diese Abnahmen und Einweisungen sind zwar zeitaufwendig, doch auf die feierliche Eröffnung der Strecke nach Kipsdorf können sich die Bimmelbahnfreunde schon freuen. Einem Pfingstsausflug mit dem Zug nach Kipsdorf dürfte nicht viel entgegenstehen. Schließlich verliert der derzeitige Fahrplan Ende Mai seine Gültigkeit. Wie oft täglich zwischen Dippoldiswalde und Kipsdorf Züge fahren, ist noch nicht bekannt. Zuletzt war von drei Zugpaaren die Rede, und darauf dürfte es letztlich auch hinauslaufen.

Mehr Infos im Netz: tinyurl.com/m84tt9q

Von Peter Weckbrodt

Quellehttp://www.dnn.de/Region/Region-News/Die-Weisseritztalbahn-ist-wieder-komplett-Zug-erreicht-Kipsdorf:

Weißeritztalbahn dampft wieder nach Kipsdorf

 
 
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Nach über 15 Jahren fährt am Donnerstagnachmittag die erste Lok im Bahnhof ein. Die offizielle Eröffnung der Strecke steht aber noch aus.

11.05.2017
Von Egbert Kamprath

 

talbahn dampft wieder nach Kipsdorf

Die Weißeritztalbahn auf dem nach Kipsdorf.

© Egbert Kamprath

Kipsdorf. Für Eisenbahnfans war es ein besonderer Moment, als am Donnerstag nach über 15 Jahren der erste Dampfzug seit dem Hochwasser am Bahnhof Kipsdorf einfuhr. Im Führerstand der Lok standen Raimo Pohlmann und Mike Kreß, der 2002 den letzten regulären Zug von Freital nach Kipsdorf gefahren war. Für beide war die halbstündige, elf Kilometer lange Tour von Dipps nach Kipsdorf ein besonderes Erlebnis. Es ging über die neuen Bahnbrücken bei Obercarsdorf und Buschmühle und das Schmiedeberger Viadukt. Schaulustige, die das vertraute, lange nicht mehr gehörte Tuten in der Ferne vernommen hatten, säumten die Strecke und machten Erinnerungsfotos. Leider war es nur eine Testfahrt unter Dampf. Für die eigentliche Eröffnung der Weißeritztalbahn bis nach Kipsdorf gibt es noch immer keinen Termin.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/weisseritztalbahn-dampft-wieder-nach-kipsdorf–3680048.html

Baustart für Hainsberger Lokwerkstatt im Sommer

DNN-Online

Das Investitionsvorhaben auf dem Bahnhof Freital-Hainsberg ist in trockenen Tüchern. Alle Signale für einen Baubeginn im Sommer 2017 stehen auf Grün. So kann endlich die gut 80 Jahre alte Lokwerkstatt auf die Höhe der Zeit in Sachen Arbeitsschutz und Energieeffizienz gebracht werden. Auch für die Instandhaltung der Wagen ist eine effektivere Lösung zwingend erforderlich.

Freital

 

Nun hat Mirko Froß, der Betriebsleiter der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft SDG, sein lange angestrebtes Investitionsvorhaben auf dem Bahnhof Freital-Hainsberg endlich in trockenen Tüchern. Alle Signale für einen Baubeginn im Sommer 2017 stehen auf Grün. Und das ist auch gut so: Die Notwendigkeit, den gut 80 Jahre alten Lokschuppen auf die Höhe der Zeit in Sachen Arbeitsschutz und Energieeffizienz zu bringen, stand schon seit Jahren außer Zweifel. Auch für die Instandhaltung der Wagen ist eine effektivere Lösung zwingend erforderlich.

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Quelle: http://www.dnn.de/Region/Region-News/Baustart-fuer-Hainsberger-Lokwerkstatt-im-Sommer

Eine Bibliothek auf Schienen

sz-online.de | Sachsen im Netz

Die Weißeritztalbahn veranstaltet eine Lesewoche. Statt aus dem Fenster sollen die Fahrgäste ins Buch schauen.

20.02.2017
Von Carina Brestrich

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Doppeltes Fahrvergnügen: Marc und seine Mutter Katja haben am Wochenende die rollende Bücherei in der Weißeritztalbahn getestet. Fotos: Dirk Zschiedrich

© Dirk Zschiedrich

Freital/Dippoldiswalde. Kaum eingestiegen hat Marc seine Entscheidung getroffen. Das Puzzlebuch soll es sein. Der Dreijährige klettert auf den Schoß seiner Mama Katja und schlägt die erste Seite auf. Währenddessen setzt sich der Zug langsam in Gang. Noch gut 40 Minuten sind es bis zur Endstation. Langweilig wird es bis dahin ganz sicher nicht. Schließlich hat die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft (SDG) für genügend Lesestoff gesorgt. Mehrere Kartons voller Bücher stehen gleich an der Wagentür zum Stöbern und Schmökern bereit.

Es ist Lesewoche bei der Weißeritztalbahn. Zum ersten Mal lädt die SDG zu der Aktionswoche ein. Bis Sonntag sind die Fahrgäste aufgerufen, einzusteigen und zum Buch zu greifen. Dafür hat die SDG extra ihren gelben Salonwagen angekoppelt. Über den Sitzbänken liegen Decken bereit. Auf den Tischen sollen selbst gebastelte Lesezeichen Lust aufs Lesen machen.

Ziel der Lesewoche ist es, vor allem jetzt, in der publikumsarmen Zeit, Fahrgäste anzulocken. „Es soll besonders diejenigen ansprechen, die sonst nicht unbedingt mit der Weißeritztalbahn fahren“, sagt Kati Schmidt. Immer wieder sucht die SDG nach neuen Ideen und stieß dabei auf das Thema Lesen: „Es gibt ja inzwischen eine ganze Menge ungewöhnlicher Bibliotheken, in denen Bücher zum Lesen und Tauschen bereitstehen. Telefonzellen oder Bushäuschen etwa“, sagt Kati Schmidt.

Das Tauschprinzip gilt auch während der Lesewoche in der Weißeritztalbahn. Wer ein Buch mitbringt, kann sich im Gegenzug eines mitnehmen. An den Tausch erinnert ein Aufkleber, den die SDG auf den Büchern angebracht hat. „Dann denkt man an uns, wenn man das Buch mal wieder zur Hand nimmt“, sagt Kati Schmidt

Ein Buch haben Marc und seine Familie zwar nicht dabei. Die Idee finden sie trotzdem gut. Schon vor dem Start in Freital-Hainsberg ist der Familie aus Dresden der gelbe Wagen aufgefallen. „Vor allem für Kinder ist das optimal“, sagt Marcs Mama Katja. „Wenn es langweilig wird während der Fahrt, können sie sich beschäftigen.“

Zur Auswahl stehen etwa 100 verschiedene Bücher. „Es ist alles dabei: Liebesromane, Krimis, Thriller, Bildbände“, zählt Kati Schmidt auf. Ein Verlag hatte auf Anfrage der SDG etliche Bücher bereitgestellt. Viele weitere Exemplare stammen von den Mitarbeitern. Zugbegleiter Patrick Wagner hat auch ein paar Bücher beigesteuert. „Meine Frau liest gern“, erzählt er. Über die Jahre habe sich ganz schön was angesammelt. „Da haben wir den Aufruf genutzt, um mal auszusortieren“, sagt er.

Wie der Märchenzug und die Braumeisterfahrten soll auch die Lesewoche zu einer festen Größe im Veranstaltungskalender der Weißeritztalbahn werden, sagt Kati Schmidt. In der Lößnitzgrundbahn hat die Lesewoche bereits in der ersten Ferienwoche Premiere gehabt. Die Fichtelbergbahn wird dann im März zur rollenden Bibliothek.

Die Weißeritztalbahn fährt sechsmal täglich zwischen Freital-Hainsberg und Dippoldiswalde. Die Fahrt im Lesewagen kostet keinen Aufpreis. Infos und Fahrplan

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/eine-bibliothek-auf-schienen-3616785.html

Die Hitliste der Fotografen

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Eine Internetseite listet weltweit Lieblingsmotive auf. In unserer Region gibt es ein paar Überraschungen.

17.02.2017
Von Annett Heyse und Dominique Bielmeier

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Platz 1: Die Weißeritztalbahn im Rabenauer Grund ist ein beliebtes Fotomotiv, schafft es gar ins Ranking der Internetseite sightsmap.com. Die listet die weltweit meistfotografierten Orte auf.

© Egbert Kamprath

Osterzgebirge. Man muss nicht jung sein, um fotogen zu wirken. Im Gegenteil, eine 134-Jährige ist es, die das Interesse der Fotografen weckt. Ihr Vorteil: Sie besteht aus Stahl, dampft und wuchtet sich mit mehr als 200 PS auf Schienen an der Malter vorbei und ins Gebirge hinauf. Und sie erinnert an die gute alte Zeit, als zum Verreisen noch Fahrkarten aus Pappe gekauft und von einem schnauzbärtigen Schaffner per Kneifzange entwertet wurden. Die Weißeritztalbahn – das ist nicht nur etwas für Eisenbahnromantiker. Ausflügler, Touristen, Urlauber, Spaziergänger – so gut wie alle verfallen ihrem Charme. Und so ist sie nicht ohne Überraschung das meistfotografierte Fotomotiv im Osterzgebirge.

Das zumindest geht aus der Internetseite sightsmap.com hervor. Denn alte Lok hin oder her – moderne Fotografen kommen heute nicht mehr in die Verlegenheit, Ort und Zeit der Aufnahme auf die Rückseiten ihrer Fotos kritzeln zu müssen. Beide Informationen halten Digitalkameras genauso wie Smartphones inzwischen automatisch fest. Und weil diese Daten auch Aufschluss darüber geben, welche Motive besonders häufig fotografiert werden, hat Google die Bilder seines Online-Fotodienstes Panoramio ausgewertet und auf der Seite sightsmap.com in einer vergrößerbaren Weltkarte dargestellt. Verschiedenfarbige Markierungen und eine Weltrangliste zeigen, welches die beliebtesten Motive von Hobby- wie Profi-Fotografen auf der ganzen Welt sind.

Während die Touristenstädte New York, Rom und Barcelona wenig überraschend auf den ersten drei Plätzen landen, schafft es Deutschland immerhin in die Top 30: Die meistfotografierte deutsche Stadt ist aber nicht Berlin – die Hauptstadt folgt erst auf Platz 40 – sondern München auf Rang 27. Schloss Neuschwanstein im Allgäu folgt drei Plätze dahinter.

In Sachsen ist das barocke Dresdner Altstadt-Panorama der absolute Fotografen-Liebling und landet auf einem beachtlichen Weltrang 101. Zumindest in dieser Kategorie kann der ewig währende Streit zwischen Leipzig und Dresden für die Landeshauptstadt entschieden werden: Leipzig ist erst auf Platz 188 gelistet.

Die Basteibrücke in der Sächsischen Schweiz schafft es auf Rang 396 – das ist immerhin Platz drei in Sachsen. Und die Region südlich von Dresden?

Hier ist es – sämtliche Standorte entlang der Strecke zusammengerechnet – die Weißeritztalbahn, die Fotoalben oder Datenträger füllt. Beliebte Standorte der Fotografen, um die Dampfbahn ins Bild zu bekommen, sind der Bahnhof Hainsberg, die Rabenauer Mühle und die Talsperre Malter. Für das weltweite Ranking ist die Bahn zu unbedeutend – aber immerhin schafft sie es zur Nummer eins in der Region, wie unsere Bildergalerie zeigt.

Platz zwei nimmt die Stadt Altenberg ein. Hier gibt es verschiedene Punkte, welche für Fotografen interessant sind, den Kahleberg, die Pinge oder die pittoresken Innenstädte von Geising und Lauenstein. Dahinter ist Dippoldiswalde platziert mit seiner historischen Innenstadt und der Umgebung mit der Talsperre Malter. Überraschend ist Rang vier. Hier steht Hartmannsdorf-Reichenau – mit seinem Blick auf Schloss und Burgruine Frauenstein. Nein, das ist nicht New York oder Barcelona – schön zu fotografieren aber ist es allemal.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/die-hitliste-der-fotografen-3615954.html

Was bis zur Bimmelbahn-Ankunft noch zu klären ist

sz-online.de | Sachsen im Netz

Die Bauarbeiten bis Kipsdorf zu Ende zu führen, ist kein Problem. Die echten Herausforderungen kommen erst noch.

17.02.2017
Von Franz Herz und Mandy Schaks

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Roland Richter, der Geschäftsführer der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft, steht vor dem Bahnhof in Kipsdorf. Bevor der erste fahrplanmäßige Zug hier ankommt, müssen er und seine Kollegen noch für etliche wichtige Punkte eine Lösung finden – und nicht nur sie.

© Frank Baldau

Dippoldiswalde/Kipsdorf. Derzeit liegen die Gleise der Schmalspurbahn zwischen Dippoldiswalde und Kipsdorf zum großen Teil noch unter Schnee. Welche Bauarbeiten sind noch zu erledigen, damit die Dampfzüge wieder bis Kipsdorf fahren können? Das ist nicht die einzige Frage, die vor der regulären Fahrt bis Kipsdorf beantwortet werden muss.

Wie viel Arbeit fehlt noch zur Fertigstellung bis Kipsdorf?

Wenn das Wetter wieder Bauarbeiten ermöglicht, dauert es noch rund sechs Wochen, um mit allem fertig zu werden. Es fehlen vor allem noch Arbeitsschritte im Bereich Kipsdorf. Im Wasserhaus in Kipsdorf laufen derzeit Installationsarbeiten. An der Brücke über die Weißeritz in Obercarsdorf sind auch noch Nacharbeiten erforderlich. Das hat sich aus der Hochwasserschutzübung mit dem Technischen Hilfswerk ergeben. Einige Platten hatten zu wenig Spiel, um die Brücke bei einer Flut leicht bewegen und anheben zu können. Die Teile gehen deshalb noch einmal auf die Fräse. Auch an Stellen, wo die Winden angesetzt werden, sind noch Veränderungen erforderlich. Das sind Werkstattarbeiten. „Das war Sinn der Übung, dass wir solche Erkenntnisse gewinnen“, sagt Mirko Froß, der Betriebsleiter der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft SDG.

Kann der Kabelkanal der Bahn auch fürs Breitbandkabel genutzt werden?

Im Prinzip ist die SDG offen dafür, dass ein Hauptstrang für das schnelle Internet im Kabelkanal der Bahn verlegt wird. Das wurde bereits mit dem Landkreis abgesprochen, der Eigentümer des Bahngrundstücks ist. Weitere Entscheidungen können erst fallen, wenn ein Internetprovider feststeht, der bauen will und die Details mit der Dampfeisenbahngesellschaft abspricht. Der Einbau eines solchen Hauptkabels wird natürlich schwieriger, wenn die Bahn einmal fährt. Ein Kabel ist bereits verlegt, das dient aber nur für Bahnzwecke.

Wann steht nun endlich der neue Fahrplan endgültig fest?

Das ist der Knackpunkt vor der Wiedereröffnung der Strecke bis Kipsdorf. Derzeit gibt es nur einen Entwurf. Demnach fahren in Freital 9.25 Uhr und 15.42 Uhr täglich ein Zug nach Kipsdorf ab und 13.22 Uhr einer bis nach Dippoldiswalde. Die Rückfahrten starten in Kipsdorf 11.11 Uhr und 17.28 Uhr, in Dipps 14.20 Uhr. Um die Fahrten bis Kipsdorf finanzieren zu können, fallen auf dem unteren Streckenabschnitt von Freital bis Dippoldiswalde drei Fahrten weg. Die Verantwortlichen halten sich immer noch bedeckt, wie der tatsächliche Fahrplan ab Eröffnung der gesamten Strecke aussehen wird. „Wir werden rechtzeitig informieren“, sagt Froß. Doch dafür ist die Zeit inzwischen zu knapp, wenn man bedenkt, dass Ende April oder im Mai die Züge fahren sollen und beispielsweise touristische Anbieter sich darauf einstellen müssen.

Wie wird die Bahn in das touristische Angebot der Region eingebunden?

Allein die Ankunft der Bahn in Kipsdorf wird keine Wunder bewirken. Darin sind sich alle einig. „Das kann nur ein Teil sein“, sagt Roland Richter, der SDG-Geschäftsführer. Gemeinsam mit Vertretern der Tourismusbranche und Kommunalpolitikern wird deshalb überlegt, wie die Strecke bis Kipsdorf für Fahrgäste attraktiv gemacht werden kann. Der Altenberger Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) will den Skibus, der jetzt erstmals im Februar durchs obere Osterzgebirge fährt, auch als Wanderbus etablieren und dann eine Verbindung zur Weißeritztalbahn nach Kipsdorf anbieten. So können die Fahrgäste zumindest erst einmal weitere Ausflüge in die Umgebung unternehmen.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/was-bis-zur-bimmelbahn-ankunft-noch-zu-klaeren-ist-3615356.html

Warten auf den neuen Lokschuppen

sz-online.de | Sachsen im Netz

Für drei Millionen Euro soll die Weißeritztalbahn eine neue Werkstatt in Freital bekommen. Doch der Baustart ist offen.

16.02.2017
Von Tobias Winzer

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Der Lokschuppen der Weißeritztalbahn in Hainsberg soll mithilfe von Fördermitteln ausgebaut werden. In der dann entstehenden Werkstatt sollen die Fahrzeuge in Schuss gehalten werden.

© Karl-Ludwig Oberthür

Freital/Dippoldiswalde. Voraussichtlich im Frühjahr sollen die ersten Züge auf der komplett wieder aufgebauten Strecke der Weißeritztalbahn von Freital bis Kipsdorf fahren. Doch für eines der wichtigsten Vorhaben hinter dem Großprojekt steht noch immer kein Termin für den Baustart fest. Die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft (SDG), Betreiber der Weißeritztalbahn, will für rund drei Millionen Euro den bestehenden Lokschuppen in Hainsberg ausbauen und eine neue Wagenwerkstatt errichten.

Wie SDG-Sprecherin Kati Schmidt mitteilt, werden derzeit die Ausschreibungsunterlagen fertiggestellt. Dann geht es mit der Ausschreibung weiter. Dafür gebe es aber noch keinen Termin. Zum weiteren Zeitplan will sich die SDG nicht äußern.

Das Projekt ist bereits seit 2013 im Gespräch und Bestandteil des sächsischen Werkstattkonzepts für die Schmalspurbahnen. Geplant ist ein Anbau zum bestehenden Gebäude auf dem Bahnhofsgelände in Hainsberg in Richtung der Straße Zum Güterbahnhof. Dazu sollen auch Nebengebäude abgerissen werden wie Teile des alten Hüttenkombinats. Die alte Lok und die Wagen, die derzeit auf einem Teil der Fläche stehen, verschwinden. Der Lokschuppen an sich bleibt weitgehend in seiner jetzigen Form bestehen. Er wurde bereits beim Wiederaufbau nach der Flut 2007/08 teilweise instand gesetzt. In der neuen Werkstatt soll zukünftig die Instandhaltung aller Fahrzeuge vorgenommen werden. Bislang passiert das in Hainsberg nur für die Dampfrösser der Weißeritztalbahn.

Die Wagenwerkstatt befindet sich zurzeit in Freital-Potschappel an der Ecke Carl-Thieme-/Oberpesterwitzer Straße. Die Deutsche Bahn und die Flut 2002 haben den Gleisanschluss aus Hainsberg, der früher existierte, allerdings gekappt. Statt auf schmaler Spur kommen die Wagen mit dem Tieflader von Hainsberg nach Potschappel – ein riesiger Aufwand.

Die Werkstatt – in die auch andere Wagen wie die der Lößnitzgrundbahn aus Radebeul zur Inspektion kamen – stammt außerdem aus den 50er-Jahren. Eine ordentliche Heizung gibt es nicht, die heutigen Anforderungen an Arbeitsplätze sind nicht erfüllt. Das Gebäude soll aber erhalten bleiben und künftig als trockener und sicherer Unterstand für historische oder nicht betriebsbereite Fahrzeuge dienen.

Das Projekt soll größtenteils durch Fördermittel vom Freistaat finanziert werden.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/warten-auf-den-neuen-lokschuppen-3626422.html