Archiv für die Kategorie „2. Bauabschnitt“

Die Bimmel kommt angedampft

 
 
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Nach 15 Jahren Bangen und Hoffen erreicht die Weißeritztalbahn Kipsdorf. Nun steht der Eröffnungstermin.

17.05.2017
Von Mandy Schaks

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Am Donnerstag vor einer Woche rollte zum ersten Mal seit 2002 wieder ein Dampfzug auf dem Bahnhof in Kurort Kipsdorf ein. Der Probefahrt soll nun bald ein regulärer Betrieb auf der Strecke folgen.
Foto: Egbert Kamprath

Eines der größten Staatsgeheimnisse Sachsens ist gelüftet. Dienstag, 14.46 Uhr, gaben Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft und Verkehrsverbund Oberelbe VVO bekannt: Die Weißeritztalbahn fährt ab 17. Juni wieder bis Kurort Kipsdorf. Nach dem Bau, der mit hohen Anforderungen verbunden war, und trotz fehlender zusätzlicher Gelder in der Finanzierungsverordnung des Freistaates für den Betrieb seien durch konstruktives Zusammenwirken aller Beteiligten nun alle Hürden genommen, zeigte sich VVO-Geschäftsführer Burkhard Ehlen erleichtert.

Gerüchte über den Eröffnungstermin machten seit Tagen die Runde, sodass Ortsvorsteher Gunther Gericke keine Ruhe mehr hatte und am Dienstag selbst zum Telefonhörer griff. Die Nummer, die er anrufen musste, kannte er ja schon seit fast 15 Jahren, seit die Flut die Bahnstrecke zerstörte und der Wiederaufbau immer mal wieder auf der Kippe stand. „Wir freuen uns nun unheimlich, dass es endlich losgeht“, freute sich der Kipsdorfer für seinen Ort an der Bundesstraße B 170, für das Osterzgebirge und die Bahn-Fans. „Jetzt geht es los, und das ist gut so – allen Unkenrufen zum Trotz.“ Nun wollen sich die Kipsdorfer mit dem VVO ins Zeug legen, dass es eine ordentliche Eröffnungssause gibt und danach Kipsdorf noch ein Stück vorankommt, damit sich die Gäste, die hier aussteigen, auch willkommen fühlen.

Die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft SDG wird, wie sich das bereits seit Dezember abzeichnete, ab 17. Juni zweimal täglich Fahrten auf der gesamten Strecke von Freital-Hainsberg bis Kurort Kipsdorf anbieten, in der Mittagszeit bis Dipps und zurück. „Mit den Fahrten nach Kipsdorf morgens und nachmittags setzen wir einen neuen Impuls für den Tourismus im Osterzgebirge“, sagte SDG-Geschäftsführer Roland Richter. Bahnbetreiber und VVO haben die Kritik insbesondere von Hoteliers und Gastronomen aus dem Osterzgebirge an dem ursprünglich dünnen Fahrplan ernst genommen, der erst nur eine Fahrt täglich nach Kipsdorf vorsah, und darauf reagiert. „Wir haben den Fahrplan sehr auf den Tourismus abgestimmt“, sagte VVO-Sprecher Christian Schlemper. So wird voraussichtlich der erste Zug 9.25 Uhr in Hainsberg starten, 11.11 Uhr von Kipsdorf wieder losfahren, 15.42 Uhr noch einmal von Freital ins Gebirge schnaufen und zurück 17.28 Uhr. „Die Gäste haben also ausreichend Zeit, etwas zu unternehmen.“ Die Fahrtzeiten sind auch so abgestimmt, dass Ausflügler Anschluss von und in Richtung Dresden und Tharandt haben. Zu dem regulären Fahrplan soll es noch 16 Tage im Jahr geben, an denen ein zweiter Zug zum Einsatz kommt und so jeweils vier Fahrten bis Kipsdorf angeboten werden.

Und was fängt nun die Tourismusbranche mit dem Geschenk an? „Jetzt fahren wir mal“, sagt Anke Eichler vom Tourismusverband Erzgebirge und lacht. Die vergangenen Wochen seien schlimm gewesen. Es sei kein Tag vergangen, an denen Leute nicht nachfragten, wann die Weißeritztalbahn auf der gesamten Strecke wieder rollt. „Sie planten Klassentreffen, Geburtstagsfeiern – und wir mussten die Leute immer wieder vertrösten.“ Dabei sei die Weißeritztalbahn als dienstälteste Schmalspurbahn Deutschlands eine Besonderheit in der Region. „Wenn wir nun wissen, wann sie fährt, können wir auch in die Vorplanung und Werbung gehen.“

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/die-bimmelkommt-angedampft-3683875.html

Weißeritztalbahn fährt ab 17. Juni bis Kipsdorf

Presseinformation 16.5.2017 – SDG und VVO

Weißeritztalbahn fährt ab 17. Juni bis Kipsdorf

Einweihung der Strecke rechtzeitig zu den Sommerferien

Nach 15 Jahren Unterbrechung rollt die Weißeritztalbahn ab 17. Juni 2017 wieder täglich von Freital-Hainsberg bis Kurort Kipsdorf. „In der Ferienzeit können viele Gäste und Besucher die alte neue Strecke gleich in Augenschein nehmen.“, freut sich Burkhard Ehlen, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) und ergänzt: „Nach dem Bau mit hohen Anforderungen, wie zum Beispiel der Hebeanlage für die Brücke in Obercarsdorf oder den Denkmalschutz in Kipsdorf und trotz fehlender zusätzlichen Finanzmittel in der Finanzierungsverordnung für den Betrieb sind durch konstruktives Zusammenwirken aller Beteiligten nun alle Hürden genommen worden.“ Der VVO finanziert den Betrieb der 26- Kilometer-langen Schmalspurbahn.

Die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft (SDG) wird zukünftig zwei Mal täglich Fahrten auf der gesamten Strecke anbieten, zur Mittagszeit fährt der Zug von Freital-Hainsberg bis Dippoldiswalde und zurück. „Mit den Fahrten nach Kipsdorf morgens und nachmittags setzen wir einen neuen Impuls für den Tourismus im Osterzgebirge“ erläutert Roland Richter, Geschäftsführer der SDG. Darüber hinaus werden die Partner den Fahrplan an 16 Fahrtagen mit einem zweiten Zug verdichten und dann vier Fahrten bis Kipsdorf anbieten. „Mit dem Eröffnungs-Termin haben wir nun Planungssicherheit für die Region geschaffen“, betont Roland Richter. „Wir werden die nächsten Wochen nutzen und uns auf den neuen Betrieb auf der Gesamtstrecke vorbereiten.“

Die Weißeritztalbahn ist die dienstälteste Schmalspurbahn Deutschlands. Seit 1883 dampft sie von Freital-Hainsberg nahe Dresden bis nach Kipsdorf im Osterzgebirge. Das Jahrhunderthochwasser 2002 zerstörte die Strecke, der Wiederaufbau, finanziert von Bund und Freistaat Sachsen, erfolgte zuerst im unteren Abschnitt bis Dippoldiswalde und wurde 2008 abgeschlossen. Der VVO wendet jährlich 4,2 Millionen Euro für den Betrieb auf der Weißeritztalbahn und der Lößnitzgrundbahn auf.

Alle Informationen zu den Sonderfahrplänen am Eröffnungswochenende sind in Kürze bei der SDG, beim VVO und im Internet unter www.weisseritztalbahn.com und www.vvoonline.de verfügbar.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Christian Schlemper

Pressesprecher Verkehrsverbund Oberelbe GmbH (VVO)

0351/852 65 12

presse@vvo-online.de

www.vvo-online.de

www.twitter.com/vvo_presse

 

Quelle: https://www.vvo-online.de/de 

Pressemitteilung SDG und VVO am 16.05.2017

15 Jahre nach der Flut: Weißeritztalbahn dampft wieder

Von Steffi Suhr

Endlich! Die Weißeritztalbahn auf ihrer alten Strecke.
Endlich! Die Weißeritztalbahn auf ihrer alten Strecke.

Dresden – Es ist so weit! Die Weißeritztalbahn kann wieder über die gesamte Strecke von Freital bis nach Kipsdorf (26 Kilometer) dampfen.

Schon die Testfahrt sorgte für Aufsehen. Am 12. August 2002 fuhr Lokführer Mike Kreß (48) Deutschlands dienstälteste Schmalspurbahn zum vorerst letzten Mal über diese Strecke.

An dem Tag kam die Jahrhundert-Flut, wurde die Anlage komplett zerstört. Jetzt, 15 Jahre später, stand Kreß wieder in der Lok.

Er durfte als Erster zusammen mit Kollege Raimo Pohlmann (56) die komplett sanierte Strecke fahren: „Es ist ein bewegender Moment“, so der Eisenbahner ergriffen.

Zwar fährt die Weißeritztalbahn schon einige Zeit wieder von Freital-Hainsberg nach Dippoldiswalde (15 km). Doch am restlichen Abschnitt wurde lange gebaut, um Gelder gestritten, erneut gab es Hochwasser-Schäden.

„Aber nun sind wir auf der Zielgeraden“, sagt VVO-Sprecher Christian Schlemper (38). „In den nächsten Tagen wird die offizielle Eröffnung verkündet. Dann können auch Gäste wieder mitfahren.“

Unbedingt: Denn als das vertraute Tuten im Tal ertönte, strömten zahlreiche Anwohner begeistert zur Strecke …

 
 
Mike Kreß (48, l.) und Kollege Raimo Pohlmann (56) 
durften erstmals wieder die komplette Strecke abfahren.
Mike Kreß (48, l.) und Kollege Raimo Pohlmann (56) durften erstmals wieder die komplette Strecke abfahren.

Quelle: https://www.tag24.de/nachrichten/weisseritztalbahn-freital-kipsdorf-schmalspurbahn-sanierte-strecke-252706

Die Weißeritztalbahn ist wieder komplett: Zug erreicht Kipsdorf

DNN-Online 13.05.2017

Kilometerweit zu hören waren nach einer fast 15-jährigen Zwangspause die langanhaltenden Pfiffe der Weißeritztalbahn zwischen Dippoldiswalde und Kurort Kipsdorf. Lange hatte es gedauert, nicht wenige Bimmelbahnfreunde hatten ihre Hoffnungen bereits begraben, doch nun ist es geschafft: Auch der obere Streckenteil ist jetzt wieder komplett.

Die erste Bimmelbahn nach 15 Jahren erreicht Kipsdorf.

Die erste Bimmelbahn nach 15 Jahren erreicht Kipsdorf. Quelle: Peter Weckbrodt

Kipsdorf.  Kilometerweit zu hören waren nach einer fast 15-jährigen Zwangspause die langanhaltenden Pfiffe der Weißeritztalbahn zwischen Dippoldiswalde und Kurort Kipsdorf. Lange hatte es gedauert, nicht wenige Bimmelbahnfreunde hatten ihre Hoffnungen bereits begraben, doch nun ist es geschafft: Auch der obere Streckenteil, also der 2. Wiederaufbau-Abschnitt, ist jetzt wieder komplett. Der erste Dampfzug erreichte den regulären Endbahnhof der Weißeritztalbahn in Kipsdorf.

Noch war es nicht der feierliche, mit geladenen Gästen besetzte Eröffnungszug. Wann der rollt, will Mirko Fros, der Betriebsleiter der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft SDG, (noch) nicht verraten. Es sei schon sehr bald soweit, hatte aber SDG-Geschäftsführer Ronald Richter erst vor wenigen Tagen gegenüber den DNN zu erkennen gegeben.

Die gestrige Zugfahrt hat den Neustart für einen planmäßigen Zugverkehr vorbereitet. Weil die in den vergangenen beiden Jahren erledigten Reparaturen einem Neubau der Strecke nahe kamen, sind nach dem strengen deutschen Eisenbahnrecht sehr umfangreiche Abnahmen durch den Landesbeauftragten für die Bahnaufsicht zu bestehen – im Interesse der Betriebssicherheit.
Alle baulichen und technischen Anlagen und Einrichtungen müssen auf ihre zuverlässige Funktion hin geprüft werden. Den Hauptanteil nehmen die von den Zügen zu befahrenden Gleise und Weichen ein. Aber auch Signale, die Sicherungen der Bahnübergänge, Brücken, Durchlässe, Beleuchtungen, Kommunikationsmittel und Abstellanlagen – die Liste der abnahmepflichtigen Anlagen und Einrichtungen ist groß.

Hinzu kommt noch der mindest ebenso große Aufwand für die gründliche Einweisung der Mitarbeiter in ihre neue Aufgaben. Die Lokführer müssen eine genaue Strecken-Kenntnis nachweisen, die Zugpersonale genau wissen, was bei einer Betriebs-Störung zu tun ist. Deshalb saßen gestern auch nicht Fahrgäste im Zug nach Kipsdorf, sondern ausschließlich SDG-Personal und die an der Abnahme der Strecke mitwirkenden Fachleute.

Diese Abnahmen und Einweisungen sind zwar zeitaufwendig, doch auf die feierliche Eröffnung der Strecke nach Kipsdorf können sich die Bimmelbahnfreunde schon freuen. Einem Pfingstsausflug mit dem Zug nach Kipsdorf dürfte nicht viel entgegenstehen. Schließlich verliert der derzeitige Fahrplan Ende Mai seine Gültigkeit. Wie oft täglich zwischen Dippoldiswalde und Kipsdorf Züge fahren, ist noch nicht bekannt. Zuletzt war von drei Zugpaaren die Rede, und darauf dürfte es letztlich auch hinauslaufen.

Mehr Infos im Netz: tinyurl.com/m84tt9q

Von Peter Weckbrodt

Quellehttp://www.dnn.de/Region/Region-News/Die-Weisseritztalbahn-ist-wieder-komplett-Zug-erreicht-Kipsdorf:

Weißeritztalbahn dampft wieder nach Kipsdorf

 
 
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Nach über 15 Jahren fährt am Donnerstagnachmittag die erste Lok im Bahnhof ein. Die offizielle Eröffnung der Strecke steht aber noch aus.

11.05.2017
Von Egbert Kamprath

 

talbahn dampft wieder nach Kipsdorf

Die Weißeritztalbahn auf dem nach Kipsdorf.

© Egbert Kamprath

Kipsdorf. Für Eisenbahnfans war es ein besonderer Moment, als am Donnerstag nach über 15 Jahren der erste Dampfzug seit dem Hochwasser am Bahnhof Kipsdorf einfuhr. Im Führerstand der Lok standen Raimo Pohlmann und Mike Kreß, der 2002 den letzten regulären Zug von Freital nach Kipsdorf gefahren war. Für beide war die halbstündige, elf Kilometer lange Tour von Dipps nach Kipsdorf ein besonderes Erlebnis. Es ging über die neuen Bahnbrücken bei Obercarsdorf und Buschmühle und das Schmiedeberger Viadukt. Schaulustige, die das vertraute, lange nicht mehr gehörte Tuten in der Ferne vernommen hatten, säumten die Strecke und machten Erinnerungsfotos. Leider war es nur eine Testfahrt unter Dampf. Für die eigentliche Eröffnung der Weißeritztalbahn bis nach Kipsdorf gibt es noch immer keinen Termin.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/weisseritztalbahn-dampft-wieder-nach-kipsdorf–3680048.html

Die Bimmelbahn macht inzwischen die ersten Probefahrten.

 
 
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Erste Personenwagen rollen bis Kipsdorf. Das hat Konsequenzen für Autofahrer.

26.04.2017
Von Franz Herz

sonenwagen rollen bis Kipsdorf
Hier quert ein Zug auf Probefahrt die Bundesstraße unterhalb vom Bahnhof in Kipsdorf. Für die Autofahrer ist es gewöhnungsbedürftig, dass sie wieder am Bahnübergang halten müssen.

© Egbert Kamprath

Dippoldiswalde/Kipsdorf. Das freut die Eisenbahnfans entlang der Bahnstrecke bis Kipsdorf. Eine Diesellok mit Personenwagen ist diese Woche auf dem oberen Abschnitt der Weißeritztalbahn zwischen Dippoldiswalde und Kipsdorf unterwegs. Das sieht fast schon aus wie regulärer Eisenbahnbetrieb. Aber wer das dachte, hat sich zu früh gefreut. Die Bahnstrecke ist noch nicht eröffnet.

„Das sind Erprobungsfahrten, die laufen seit vergangenem Freitag und dauern voraussichtlich noch bis nächsten Freitag“, sagt Mirko Froß, Betriebsleiter der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft, welche die Strecke betreibt. „Damit wird die gesamte Technik entlang der Strecke erprobt. Auch unsere Mitarbeiter werden in die neu gebaute Strecke eingewiesen und mit ihren Besonderheiten vertraut gemacht.“ Die technische Ausrüstung entlang der Strecke ist teilweise so ausgelegt, dass sie nur mit einem richtigen Zug ausprobiert werden kann. Ohne Lok und Wagen funktioniert sie nicht. Diese Anlagen konnten also bisher nicht unter realistischen Bedingungen getestet werden. Dazu ist jetzt wirklich rollendes Material erforderlich.

Besonders wichtig sind die Signale und Schranken an den Bahnübergängen. Diese sind jetzt alle geschaltet und auch die Autofahrer auf der B 170 müssen sich darauf einstellen, dass sie an den Übergängen wieder anhalten müssen, selbst wenn ein Zug nur auf Probefahrt unterwegs ist. Unproblematisch ist dies an den beschrankten Querungen in Kipsdorf und Obercarsdorf. In Ulberndorf, wo nur ein Lichtsignal den Zug ankündigt, gab es schon Probleme. Kraftfahrer hatten das Lichtsignal übersehen. Nach fast 15 Jahren Betriebspause sind sie nicht mehr daran gewöhnt, dass hier Züge die Bundesstraße überqueren.

Sonderfunktionen werden getestet

Bei den Testfahrten werden weiter Dinge ausprobiert, die im Alltag nur selten eine Rolle spielen. Beispielsweise sind die Schranken nicht nur für Normalbetrieb programmiert. Sie haben auch eine Bauschaltung, die angewendet wird, wenn an der Strecke gearbeitet werden muss. Auch solche Sonderfunktionen werden jetzt getestet.

Eine besonders wichtige Fahrt ist auch schon gelaufen. Der Landesbeauftragte für Eisenbahnaufsicht des Freistaats Sachsen hat die Strecke zum ersten Mal abgenommen. Es gab Festlegungen, was an der neu gebauten Strecke noch zu erledigen ist. Diese Nacharbeiten laufen derzeit noch, wie Froß mitteilt.

Bei den aktuellen Probefahrten zieht eine Diesellok den Zug. Dampfloks könnten im Moment noch nicht auf die Strecke, weil beispielsweise noch Schotter am Gleis liegt, wo die Dampflok entlangfahren müsste. Mit Dieseltechnik sind die Fahrten auch unkomplizierter zu organisieren, da beispielsweise kein Wasser gebraucht wird. Jedoch folgt auch noch eine Erprobung mit Dampftechnik. Dann geht es speziell um die Anlagen, die dafür gebraucht werden, für das Wasserfassen und das Entschlacken der Lok in Kipsdorf. Jedoch nennt die Dampfeisenbahngesellschaft immer noch keinen Termin für die ersten regulären Fahrten mit Dampf bis Kipsdorf hoch. Allzu lange kann es eigentlich nicht mehr dauern bis zum ersten Startsignal.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/erste-personenwagen-rollen-bis-kipsdorf-3667450.html

Endspurt beim Bimmelbahnbau

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Viele kleine Arbeiten laufen noch an den Schienen. Aber um den Fahrplan wird immer noch ein Geheimnis gemacht.

17.03.2017
Von Franz Herz

beim Bimmelbahnbau

Steffen Meinicke (li.) und Alex Beyer überwachen den Schweißvorgang am Gleis im Bahnhof Kipsdorf. Hier wird eine Thermitreaktion eingesetzt, die besonders im Gleisbau üblich ist und Temperaturen von über 2000Grad erzeugt. Fotos:

© Egbert Kamprath

Osterzgebirge. Die Baufirmen arbeiten wieder voll auf dem oberen Abschnitt der Weißeritztalbahn, sagt Mirko Froß, Betriebsleiter bei der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft. Es ist Frühling, der Schnee ist weggetaut, und selbst nachts sinken die Temperaturen nur noch unwesentlich unter die Frostgrenze. Dieses gute Bauwetter nutzen die Unternehmen. Die großen Bauschritte haben sie schon vor der Winterpause zurückgelegt. Das Schotterbett und die Gleise liegen. Die Technik ist zum großen Teil installiert. „Jetzt geht es im Wesentlichen um Restarbeiten“, sagt Froß. Doch das sind keine Kleinigkeiten, sondern Aufgaben, die sich noch einige Wochen hinziehen werden. Da geht es beispielsweise um das Setzen der Kilometersteine. Die müssen sauber eingemessen werden. Die Gleise werden verschweißt. Die Wasserversorgung für die Lokomotiven wird auch wieder auf Vordermann gebracht. Sie stand jetzt 15 Jahre still. Das geht an einer technischen Anlage nicht spurlos vorbei.

In Kipsdorf hat die Weißeritztalbahn eine eigene Quelle mit besonders weichem Wasser. Das hat den Vorteil, dass es kaum Zusätze braucht, um das Verkalken der Leitungen zu verhindern. An der Quelle ist ein Brunnenhäuschen, das von außen deutlich zu erkennen ist an der großen Wasserstandsanzeige. Hier wurden auch viele Teile ausgewechselt und erneuert. Der Wasserkran auf dem Bahnhof ist abgestrahlt und neu gestrichen worden, ebenso andere Armaturen und die Verrohrung. Die unterirdische Leitung vom Reservoir zum Bahnhof wurde von innen neu abgedichtet

Wenn die Züge nach Kipsdorf hochgedampft sind, haben sie je nach Last und Jahreszeit eine Menge Dampf verbraucht. Im Winter beispielsweise schluckt die Heizung viel Dampf, wenn an schönen Wochenenden viele Waggons dranhängen, wird auch mehr verbraucht. Wie viel Wasser künftig benötigt wird, ist aber nach wie vor offen. Jetzt, wenige Wochen vor Abschluss der Bauarbeiten, nennt die Dampfeisenbahngesellschaft immer noch keinen Termin für die offizielle Eröffnung der Bahnstrecke. Froß bestätigt nur, dass das auf keinen Fall vor dem 23. April passiert.

Der Fahrplan steht auch noch nicht fest. Das musste auch Brigitte Rotter aus Schellerhau erfahren. Sie wollte eine Feier für den 19. Juni organisieren und dabei gerne eine Bimmelbahnfahrt mit einplanen. Dafür hat sie beim Hauptsitz der Dampfeisenbahngesellschaft am Bahnhof Moritzburg angerufen. „Dort hat mich eine Dame völlig abgeblockt“, berichtet sie. „Sie könne überhaupt nicht sagen, wann ein Zug fährt.“ Auch der Betriebsleiter ist bei dem Thema sehr kurz angebunden. Zum Eröffnungstermin sagt er: „Wenn wir fertig sind, sind wir fertig“ und zum Fahrplan: „Der muss noch freigegeben werden und wird rechtzeitig bekannt gemacht.“

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/endspurt-beim-bimmelbahnbau-3637699.html

Was bis zur Bimmelbahn-Ankunft noch zu klären ist

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Die Bauarbeiten bis Kipsdorf zu Ende zu führen, ist kein Problem. Die echten Herausforderungen kommen erst noch.

17.02.2017
Von Franz Herz und Mandy Schaks

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Roland Richter, der Geschäftsführer der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft, steht vor dem Bahnhof in Kipsdorf. Bevor der erste fahrplanmäßige Zug hier ankommt, müssen er und seine Kollegen noch für etliche wichtige Punkte eine Lösung finden – und nicht nur sie.

© Frank Baldau

Dippoldiswalde/Kipsdorf. Derzeit liegen die Gleise der Schmalspurbahn zwischen Dippoldiswalde und Kipsdorf zum großen Teil noch unter Schnee. Welche Bauarbeiten sind noch zu erledigen, damit die Dampfzüge wieder bis Kipsdorf fahren können? Das ist nicht die einzige Frage, die vor der regulären Fahrt bis Kipsdorf beantwortet werden muss.

Wie viel Arbeit fehlt noch zur Fertigstellung bis Kipsdorf?

Wenn das Wetter wieder Bauarbeiten ermöglicht, dauert es noch rund sechs Wochen, um mit allem fertig zu werden. Es fehlen vor allem noch Arbeitsschritte im Bereich Kipsdorf. Im Wasserhaus in Kipsdorf laufen derzeit Installationsarbeiten. An der Brücke über die Weißeritz in Obercarsdorf sind auch noch Nacharbeiten erforderlich. Das hat sich aus der Hochwasserschutzübung mit dem Technischen Hilfswerk ergeben. Einige Platten hatten zu wenig Spiel, um die Brücke bei einer Flut leicht bewegen und anheben zu können. Die Teile gehen deshalb noch einmal auf die Fräse. Auch an Stellen, wo die Winden angesetzt werden, sind noch Veränderungen erforderlich. Das sind Werkstattarbeiten. „Das war Sinn der Übung, dass wir solche Erkenntnisse gewinnen“, sagt Mirko Froß, der Betriebsleiter der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft SDG.

Kann der Kabelkanal der Bahn auch fürs Breitbandkabel genutzt werden?

Im Prinzip ist die SDG offen dafür, dass ein Hauptstrang für das schnelle Internet im Kabelkanal der Bahn verlegt wird. Das wurde bereits mit dem Landkreis abgesprochen, der Eigentümer des Bahngrundstücks ist. Weitere Entscheidungen können erst fallen, wenn ein Internetprovider feststeht, der bauen will und die Details mit der Dampfeisenbahngesellschaft abspricht. Der Einbau eines solchen Hauptkabels wird natürlich schwieriger, wenn die Bahn einmal fährt. Ein Kabel ist bereits verlegt, das dient aber nur für Bahnzwecke.

Wann steht nun endlich der neue Fahrplan endgültig fest?

Das ist der Knackpunkt vor der Wiedereröffnung der Strecke bis Kipsdorf. Derzeit gibt es nur einen Entwurf. Demnach fahren in Freital 9.25 Uhr und 15.42 Uhr täglich ein Zug nach Kipsdorf ab und 13.22 Uhr einer bis nach Dippoldiswalde. Die Rückfahrten starten in Kipsdorf 11.11 Uhr und 17.28 Uhr, in Dipps 14.20 Uhr. Um die Fahrten bis Kipsdorf finanzieren zu können, fallen auf dem unteren Streckenabschnitt von Freital bis Dippoldiswalde drei Fahrten weg. Die Verantwortlichen halten sich immer noch bedeckt, wie der tatsächliche Fahrplan ab Eröffnung der gesamten Strecke aussehen wird. „Wir werden rechtzeitig informieren“, sagt Froß. Doch dafür ist die Zeit inzwischen zu knapp, wenn man bedenkt, dass Ende April oder im Mai die Züge fahren sollen und beispielsweise touristische Anbieter sich darauf einstellen müssen.

Wie wird die Bahn in das touristische Angebot der Region eingebunden?

Allein die Ankunft der Bahn in Kipsdorf wird keine Wunder bewirken. Darin sind sich alle einig. „Das kann nur ein Teil sein“, sagt Roland Richter, der SDG-Geschäftsführer. Gemeinsam mit Vertretern der Tourismusbranche und Kommunalpolitikern wird deshalb überlegt, wie die Strecke bis Kipsdorf für Fahrgäste attraktiv gemacht werden kann. Der Altenberger Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) will den Skibus, der jetzt erstmals im Februar durchs obere Osterzgebirge fährt, auch als Wanderbus etablieren und dann eine Verbindung zur Weißeritztalbahn nach Kipsdorf anbieten. So können die Fahrgäste zumindest erst einmal weitere Ausflüge in die Umgebung unternehmen.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/was-bis-zur-bimmelbahn-ankunft-noch-zu-klaeren-ist-3615356.html

Die Bimmelbahner hoffen auf den Frühling

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Schnee blockiert die letzten Bauarbeiten bis Kipsdorf. Viele Angebote stehen fest, aber die Eröffnung noch nicht.

06.02.2017

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Hier dampft die Weißeritztalbahn am Bahnhof Seifersdorf vorbei. Die Strecke zwischen Freital-Coßmannsdorf und der Talsperre Malter ist bei den Fahrgästen am beliebtesten.

© Egbert Kamprath

Freital. Frühestens Ende April wird der erste reguläre Zug der Weißeritztalbahn in den Bahnhof Kipsdorf einfahren. Genauer kann es selbst Mirko Froß, der Betriebsleiter der Sächsischen Dampf-eisenbahngesellschaft (SDG), welche die Bahnstrecke betreibt, nicht sagen. „Das hängt vom Wetter ab. Wir brauchen es dauerhaft frost- und schneefrei. Dann erfordern die noch ausstehenden Arbeiten rund sechs Wochen Zeit“, ehe die Strecke mit allen erforderlichen Abnahmen fertig ist, sagte Froß am Montag auf der gemeinsamen Pressekonferenz von SDG und Verkehrsverbund Oberelbe (VVO). Aus heutiger Sicht weiß er schon, dass dieser Termin bestimmt nicht vor dem 23. April liegen wird.

Außerdem gewinnen damit alle Beteiligten noch etwas Zeit, um am Fahrplan zu feilen. Denn der steht immer noch nicht endgültig fest. Dazu teilten sowohl Froß als auch Christian Schlemper, VVO-Sprecher, nur mit, dass beide Seiten in Verhandlungen stehen. Der Entwurf, der auf der Vollversammlung des Verkehrsverbunds vor zwei Monaten vorgestellt wurde, sieht vor, dass zwei Züge am Tag von Freital bis Kipsdorf fahren und einer bis nach Dippoldiswalde. Ob es dabei bleibt, ist weiter umstritten. Im unteren Streckenabschnitt, der 2008 wieder aufgebaut war, fielen damit Fahrten weg. Das steht im Widerspruch zu den Beobachtungen, welche die Bahner bisher bei den Fahrgästen machen. Der beliebteste Abschnitt führt durch den Rabenauer Grund, teilte Froß mit. Zwischen Freital-Coßmannsdorf und Malter fahren die meisten Leute mit. Diese Strecke lässt sich mit einer Wanderung kombinieren.

Das ist mit ein Grund, warum die Bimmelbahn nicht nur bei den Bauarbeiten, sondern auch beim Publikumszuspruch stark vom Wetter abhängt. Die meisten Fahrgäste zählt die Bahn im Sommerhalbjahr, an Wochenenden, Feiertagen oder Brückentagen. „Und dann kommt es aufs Wetter an. Die Leute entscheiden kurzfristig, ob sie mitfahren, und so ein Ausflug ist eben nicht indoor“, sagte Froß. Im vergangenen Jahr sind rund 145 000 Fahrgäste auf der Weißeritztalbahn mitgefahren, gleich viele wie im Jahr zuvor.

Um die Bahnstrecke weiter attraktiv zu machen, bieten der Verkehrsverbund, die Dampfeisenbahngesellschaft und die IG Weißeritztalbahn wieder eine Reihe von Veranstaltungen an. Das Programm beginnt in den Winterferien. Komplett neu ist der Bibliothekszug, der vom 19. Februar an eine Woche lang täglich um 14.12 Uhr in Freital-Hainsberg startet, bis Dippoldiswalde und zurück rollt. „Die Kinderbuchautorin Anja Schenk fährt mit und liest aus ihrem Buch ,Max und die Eisenbahn’. Außerdem stehen im Lesewagen Bücher bereit zum Schmökern, und man kann eigene Bücher mitbringen und gegen die vorhandenen tauschen“, erklärt Gabriele Clauss, Marketingleiterin des Verkehrsverbunds, die fahrende Bibliothek. Wer mitfahren will, muss eine Fahrkarte kaufen und zwei Euro extra zahlen.

Angebot für Großeltern und Enkel

Zum zweiten Mal bietet die Weißeritztalbahn am Sonnabend, dem 11. Februar, einen Oma-Opa-Tag zusammen mit dem Freizeitzentrum „Hains“ in Freital an. Großeltern können mit Enkeln einmal mit der Bahn bis Dipps und zurück fahren, anschließend im Hains an einem Sportkurs teilnehmen und essen. Für die Kinder gibt es eine kleine Überraschung. Die Teilnahme kostet zusätzlich zur Fahrkarte noch 8 Euro für ein Kind und 9,95 Euro für einen Erwachsenen. Die Veranstaltung wird am 20. Mai und 12. August wiederholt.

Weiter bieten die Eisenbahner wieder bewährte Veranstaltungen an. Dabei arbeiten sie mit Gästeführern zusammen, die Touren auf den Spuren Ludwig Richters oder von Kipsdorf nach Bärenfels anbieten. Die Agentur Sachsenträume lässt von März bis Dezember Braumeisters Dampfzug rollen. Zu Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten fahren Sonderzüge. Die Feste an der Strecke, das Schmalspurfestival am 15. und 16. Juli und am 2. und 3. Dezember der Kleinbahnadvent, stehen auch im Kalender.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/die-bimmelbahner-hoffen-auf-den-fruehling-3606454.html

Eine Brücke lernt Schweben

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Die Bahnbrücke über die Weißeritz in Obercarsdorf lässt sich künftig im Notfall anheben. Sachsenweit ist sie einmalig.

23.01.2017 Von Carina Brestrich

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Halbzeit: Lars Werthmann, Ortsbeauftragter vom THW Dippoldiswalde prüft mit dem Zollstock, wie hoch die Brücke inzwischen ist. 40 Zentimeter sind hier bereits geschafft. Insgesamt 80 Zentimeter sind möglich.

© Egbert Kamprath

Obercarsdorf. Die Funken sprühen, der Trennschleifer frisst sich ins Metall. Um zwei Millimeter muss die Stahlplatte kleiner werden. Und zwar jetzt sofort. Sonst geht gar nichts mehr an diesem Tag, der für Obercarsdorf ein ganz besonderer ist. Denn zum ersten Mal wird die schmale Brücke, die die Weißeritztalbahn über die Rote Weißeritz und weiter bis nach Kipsdorf führen wird, getestet. Sie ist in den vergangenen Monaten so umgerüstet worden, dass sie sich im Fall eines Hochwassers hochkurbeln lässt. Dass sie nun, kurz nach Testbeginn schon nachbessern müssen, damit haben die etwa 20 Helfer nicht gerechnet. „Aber genau dafür sind wir heute hier. Das ist ein Test, um zu schauen, wo Verbesserungen nötig sind“, sagt Lars Werthmann vom Technischen Hilfswerk (THW) Dippoldiswalde.

Um Zeit geht es an diesem Tag nicht. Dabei ist genau das im Ernstfall entscheidend. „Bevor der Pegel in Schmiedeberg 80 Zentimeter, also Alarmstufe 1, erreicht, bekommen wir ein Signal aufs Handy“, erklärt Werthmann. Dann machen sich die Jungs vom THW auf den Weg. Kommt es so wie beim Hochwasser 2002, bleiben knapp zwei Stunden, um die 26 Tonnen schwere Brücke nach oben zu kurbeln – bevor das Wasser eine kritische Höhe erreicht. „Weil die Feuerwehr in solchen Fällen erfahrungsgemäß woanders gebraucht wird, übernehmen wir das“, sagt Werthmann. Vom Ufer aus verfolgt der Beigeordnete des Landrates, Heiko Weigel (CDU), das Geschehen. Das Landratsamt hat lange mit der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft über die Brücke beraten. „Das Bauwerk in seinem ursprünglichen Zustand ist nicht hochwassersicher“, sagt Weigel. Die Brücke ist zu niedrig, ihr Durchlass zu gering. Doch eine neue, höhere zu bauen ist nicht so einfach, weil das ganze Umfeld erhöht werden muss. Das Planverfahren, um die nötigen Grundstücke zu bekommen, zieht sich: „Um nicht so lange warten zu müssen, ist die Lösung nun eine Brücke, die sachsenweit einmalig ist“, sagt Weigel.

Seine Anspannung lässt sich Hubert Westphal nicht anmerken. Dabei hätte er allen Grund dazu. Denn heute zeigt sich, ob seine Idee aufgeht. Der Bauingenieur von der Firma Ipro Consult in Dresden hat die Eisenbahnbrücke zur Hubbrücke umkonstruiert. „So einen Auftrag hat man nicht alle Tage“, sagt er. Inspiration fand er in der Schweiz, wo die Bergbäche ähnlich schnell wie die Weißeritz anschwellen können. Eine Brücke, die im Hochwasserfall vom Wasser selbst angehoben wird, habe ihn auf die Hebelösung gebracht.

Bei der eingleisigen Bahnbrücke in Obercarsdorf ist aber Muskelkraft gefragt. An jedem der vier Pfeiler wird eine Winde aufgestellt. Jede wird von jeweils zwei Männern bedient. Während sie kurbeln, steht ein dritter Helfer mit Zollstock bereit. Damit sich nichts verkantet, muss die Brücke zunächst an einem Ende gleichmäßig angehoben werden. Nach zwanzig Zentimetern ist Schluss. Die Helfer schieben zur Stabilisierung die nächsten Stahlträger unter die Brücke und befestigen sie. Dann sind die Männer am anderen Ufer an der Reihe. Abwechselnd und in vier Stufen kurbeln die Teams die Konstruktion nach oben, schieben Träger für Träger darunter. Am Ende sollen es 80 Zentimeter sein.

Für Obercarsdorf ist der Brückentest ein historischer Moment. Ihn festzuhalten ist die Aufgabe von Sigo Reichel. Erst vor wenigen Tagen wurde er zum neuen Ortschronisten ernannt. Nun hat er gleich seinen ersten Einsatz. Mit der Kamera hält er fest, wie die Brücke Stück für Stück nach oben wandert. Bei den Anwohnern der Weißeritzstraße werden unterdessen Erinnerungen wach. Erinnerungen an die Stunden, die sie lieber aus der Geschichte streichen würden. Beim Hochwasser 2002 flutete die Weißeritz ihre Grundstücke. Ein Anwohner berichtet, wie das Wasser in seinem Haus 1,30 Meter hoch stand. „So etwas will man nicht noch mal erleben“, sagt er. Deshalb hatten er und seine Nachbarn sich dafür starkgemacht, dass für die Brücke eine Lösung her muss. Die gibt es nun zwar: „Trotzdem sehen wird das alles mit Vorsicht“, sagt der Anwohner. Lieber wäre ihm eine höhere Brücke. Die kommt auch, verspricht Heiko Weigel. „Das kann aber noch gut fünf Jahre dauern.“

Nach vier Stunden ist es geschafft. Die Brücke ist oben. Auch wenn alle Beteiligten mit dem Test zufrieden sind: Die Brücke, so hoffen sie, wird nur zu Übungszwecken betätigt. Bevor die Weißeritztalbahn dieses Jahr wieder bis nach Kipsdorf rollt, werden die Männer vom THW noch mal trainieren. Dann aber ohne Vorankündigung, sagt Lars Werthmann. „So wie im Ernstfall.“

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