Archiv für die Kategorie „Sonstiges“

Neue Station auf der Dampfbahnroute

Der Bahnhof Freital-Hainsberg wurde am 10.08.2017 als neue Station in die Dampfbahnroute Sachsen aufgenommen.

Dazu fand um 09.00 Uhr eine feierliche Enthüllung der Tafel vor dem Bahnhofseingang statt. An der Enthüllung nahmen teil:

Oberbürgermeister von Freital Herr Uwe Rumberg
Vertreter der Dampfbahnroute Herr Christian Sacher
Bundestagsabgeordnete Herr Klaus Brähmig
Vorsitzender der IG Weißeritztalbahn Herr Ralf Kempe

Anwesend waren auch die Bürgermeister von Rabenau und Dippoldiswalde, Vertreter der Stadt Freital, der Interessengemeinschaft Weißeritztalbahn e.V. und Bürger von Freital.

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Ein Siegel fürs Dabeisein

Freital ist Teil der Dampfbahnroute Sachsen. Das kann man jetzt auch sehen.

11.08.2017
Von Carina Brestrich

l fürs Dabeisein
Uwe Rumberg und Christian Sacher zeigen das neue Schild.

© Stadt Freital

Freital. Für den Bahnhof ins Hainsberg gibt es extra eine Sonderanfertigung. Sonst hätte das neue Schild nicht an seinen Bestimmungsort gepasst. Seit Donnerstag hängt es direkt neben dem Eingang des Bahnhofs und nennt nicht nur Wissenswertes zur Geschichte der Weißeritztalbahn, sondern präsentiert Freital auch als Teil der Dampfbahnroute Sachsen. Schon einige Jahre ist Freital Teil des Netzwerks, in dem sich Sachsens Schmalspurbahnen vermarkten. Mit dem Schild soll die Zugehörigkeit nun auch vor Ort sichtbar sein.

Zusammen mit Hainsberg tragen 63 weitere Stationen an der Dampfbahnroute das Schild, die nächsten finden sich am Bahnhof in Kipsdorf und Edle Krone und am Verkehrsmuseum Dresden: „Es markiert Punkte, an denen Eisenbahngeschichte erlebt werden kann“, erklärt Christian Sacher, Projektleiter der Dampfbahnroute. Insgesamt 160 Kooperationspartner gehören zur Dampfbahnroute, darunter Museen, Restaurants und Hotels. Unter dem Dach des Netzwerks werben sie um Besucher. So ist die Dampfbahnroute auf jährlich 25 Messen vertreten. Eine dreisprachig gestaltete Internetseite, Broschüren und eine App zeigen die touristischen Highlights und Anbieter entlang der Bahnstrecken. „Derzeit haben wir insbesondere den tschechischen Markt im Visier, da es dort eine große Affinität zu dem Thema gibt“, sagt Sacher.

Oberbürgermeister Uwe Rumberg (CDU) enthüllte gestern zusammen mit Vertretern der Dampfbahnroute und der Interessengemeinschaft Weißeritztalbahn das ovale Schild: „Die Kennzeichnung als Station ist für uns ein weiteres Marketing-Bausteinchen“, sagte Rumberg. Es ist nicht das einzige: Mit den Anrainerkommunen Rabenau, Dippoldiswalde und Altenberg will Freital in den nächsten drei Jahren ein Tourismuskonzept für die Weißeritztalbahn entwickeln.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/ein-siegel-fuers-dabeisein-3746987.html

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Die Pressemitteilung der Stadt Freital vom 11.08.2017:

PRESSEINFORMATION

Freital präsentiert sich als Teil der DAMPFBAHN-ROUTE Sachsen

Seit dem heutigen 10. August 2017 ist die Stadt Freital auch deutlich sichtbare Station der DAMPFBAHN-ROUTE Sachsen. Oberbürgermeister Uwe Rumberg hat dazu gemeinsam mit Christian Sacher, Projektleiter der Dampfbahn-Route Sachsen, und Ralf Kempe, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Weißeritztalbahn e. V. im Eingangsbereich des Bahnhofs Freital-Hainsberg ein Stationsschild enthüllt.

„Die sächsische Schmalspurbahnlandschaft ist einmalig. Und die Dampfbahnroute verbindet diese touristischen Highlights. Wir sind dort zwar schon viele Jahre Mitglied. Aber mit dem Stationsschild signalisieren wir jetzt auch nach außen, Teil dieser besonderen Route zu sein“, sagte Oberbürgermeister Uwe Rumberg. Er betonte, dass jeder Baustein wichtig ist, die Schmalspurbahn über die Region hinaus noch bekannter und für Besucher noch interessanter zu machen. „Wir möchten dazu unseren Beitrag leisten. So sind wir auch ganz aktuell dabei, mit den Anrainerkommunen Rabenau, Dippoldiswalde und Altenberg das Potenzial, das sich entlang der Strecke bietet, besser auszuschöpfen. Dabei spielen Möglichkeiten für neue Angebote und Veranstaltungen oder auch eine bessere Vernetzung aller Beteiligten eine Rolle. Wir müssen hier an einem Strang ziehen, um die Bahn und unsere Region nach vorn zu bringen“, so Rumberg. Für die nächsten drei Jahre soll dazu ein Projektmanager – über Eigen- und Fördermittel finanziert – eingesetzt werden.

Mit der eingeweihten Tafel, auf der Wissenswertes zur Geschichte der Station zu finden ist, wird nun auch die Zugehörigkeit zum sachsenweiten Marketingnetzwerk der DAMPFBAHN-ROUTE vor Ort sichtbar gemacht. Freital-Hainsberg ist jetzt eine der mehr als 60 Stationen, an denen Eisenbahngeschichte erlebt werden kann. Die Stadt Freital ebenso wie Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft (SDG), welche die Weißeritztalbahn betreibt, sind bereits seit mehreren Jahren Kooperationspartner der Marketingplattform.

Mehr als 160 Kooperationspartner haben sich in den vergangenen Jahren unter dem Dach der DAMPFBAHN-ROUTE Sachsen zusammengeschlossen, um das reiche Kulturerbe historischer Eisenbahnen, welches in der Dichte und Vielfalt europaweit seinesgleichen sucht, touristisch zu erschließen und gemeinsam zu präsentieren.

Entlang der DAMPFBAHN-ROUTE Sachsen werden Höhepunkte aus Kunst und Kultur, weltberühmtes Traditionshandwerk, hochwertige Wellnessangebote oder unverwechselbare Naturschönheiten mit vielfältigen Möglichkeiten für Aktivurlaub verbunden.

Die zahlreichen eingebundenen Partner der Ferienstraße bieten den Gästen nicht nur erlebnisreiche Möglichkeiten zum Bahnfahren, auch interessante Tagesangebote, wie „Braumeisters Dampfzug“ an der Weißeritztalbahn oder Übernachtungspakete mit inbegriffenen Dampfzugfahrten, beispielsweise angeboten vom Hotel Rabenauer Mühle, runden das Spektrum ab.

Die Weißeritztalbahn ist seit 1883 im Dienst und die damit älteste Schmalspurbahn Deutschlands, die sich noch im öffentlichen Planverkehr befindet. Seit Juni 2017 verkehrt die „Bimmel“ wieder bis zum Endbahnhof im Kurort Kipsdorf. Der Abschnitt zwischen Hainsberg und Dippoldiswalde war bereits 2008 wieder eingeweiht worden. Insgesamt sind in den Wiederaufbau der Strecke 40 Millionen Euro geflossen, die maßgeblich aus Fluthilfefonds des Freistaates kamen. „Fast auf den Tag genau vor 15 Jahren, im August 2002, ist die Strecke der Weißeritztalbahn beim Jahrhunderthochwasser 2002 in weiten Teilen zerstört oder stark beschädigt worden. Ich bin daher besonders froh, dass wir heute dieses Schild einweihen konnten ­– und das an einem Bahnhof, von dem die Dampflok jetzt wieder durchweg und tagtäglich hoch ins Osterzgebirge schnauft“, so Oberbürgermeister Uwe Rumberg abschließend.

www.freital.de

www.weisseritztalbahn.de / www.weisseritztalbahn.com

www.dampfbahn-route.de

Mit freundlichen Grüßen

Matthias Weigel

Pressesprecher

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Zuckertütenfahrt 2017

Auch in diesem  Jahr gab es für die Schulanfänger einen Zuckertütenzug. Dieser brachte die Schulanfänger und ihre Gäste nach dem Bahnhof Seifersdorf, wo die SDG und die IGW  Kaffee und Kuchen anboten. Für die Schulanfänger gab es noch eine kleine Zuckertüte vom „Zuckertütenbaum“.

 

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Schön hier zu Hause

 
 
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Gut zu wissen

Die SZ hat die Bürger zum Urlaub in der Heimat befragt – die Weißeritztalbahn spielt dabei eine wichtige Rolle.

08.08.2017
Von Franz Werfel

r zu Hause
Mit einem Sonderzug hat die Weißeritztalbahn am 17. Juni ihren Betrieb auf der Strecke zwischen Dippoldiswalde und Kurort Kipsdorf wieder aufgenommen.

© dpa

Osterzgebirge. Zu Hause, wo andere Urlaub machen – längst nicht auf jede Region kann man diesen Spruch sinnvoll anwenden. Doch auf die beiden Tourismusgebiete des Landkreises, die Sächsische Schweiz und das Osterzgebirge, trifft er zu. Das bestätigt nun erneut eine aktuelle Umfrage, die die Sächsische Zeitung in den vergangenen Monaten bei Lesern und Nichtlesern durchgeführt hat. Dabei ging es darum, ob und wie die Bürger ihre Heimat für Ausflüge nutzen. Zwar ist die Umfrage nicht repräsentativ, da die Befragten willkürlich ausgewählt wurden. Dennoch zeichnet sie – wegen der hohen Teilnehmerzahl von gut 1 300 Einwohnern des Landkreises – ein gutes Stimmungsbild aus der Region.

So haben vier von fünf Befragten angegeben, dass sie in diesem Jahr schon mindestens einmal einen Ausflug in die Sächsische Schweiz oder das Osterzgebirge unternommen haben. Die Frage, ob sie eine der beiden Tourismusregionen guten Bekannten für einen Tagesausflug empfehlen würden, bejahten 96 Prozent. Für einen mehrtägigen Urlaub würden 92 Prozent der Umfrage-Teilnehmer ihre Heimat eigenen Bekannten empfehlen. Dass der Tagestourismus sowohl im Osterzgebirge als auch in der Sächsischen Schweiz eine wichtige Rolle spielt, bestätigen die beiden großen Tourismusverbände. Weil Tagesgäste aber nicht in der Region übernachten, kann man sie statistisch nicht erfassen. Die letzte Studie zum Tagestourismus im Erzgebirge stammt aus dem Jahr 2007. Zusammen mit der Industrie- und Handelskammer hatte der Tourismusverband Erzgebirge die Tagesurlauber mit rund 23 Millionen Aufenthaltstagen berechnet. Dem standen im vergangenen Jahr drei Millionen gebuchte Übernachtungen gegenüber. Demnächst will der Verband für das Erzgebirge eine neue Studie zu Tagesgästen in Auftrag geben, teilt Sprecherin Doreen Burgold mit. „Der Tagestourismus spielt für das Reisegebiet Erzgebirge eine bedeutende Rolle“, sagt sie.

Ähnlich sieht es in der Sächsischen Schweiz aus. Zu den 1,5 Millionen statistisch erfassten Übernachtungen kam 2016 eine weitere Million in Hotels und Pensionen hinzu, die weniger als zehn Betten haben. Das entspricht insgesamt fast 700 000 Besuchern, sagt Tino Richter. Der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz schätzt, dass jährlich noch sieben bis acht Millionen Tagesgäste hinzukommen. Diese Gäste besuchen einzelne Stationen, kommen zum Klettern – und kehren in die Gaststätten vor Ort ein.

Zwar sei der Verband nicht vordergründig für die Urlauber aus der Heimatregion da. Denn Aufgabe sei es, die Sächsische Schweiz in Deutschland und dem Ausland zu bewerben. „Aber natürlich profitieren auch die Bürger aus der Region von unseren Veranstaltungen und den Informationen“, so Richter. Die neue Freizeitbroschüre, die in Dresden und Umgebung verteilt werde, musste sein Team in diesem Jahr schon nachdrucken. „Wenn Einwohner des Landkreises uns anrufen, beraten wir auch sie kostenlos am Telefon, etwa zu Wanderrouten.“ Auch von anderen Beratungsangeboten des Verbandes kann jeder profitieren. So etwa vom Tourismus-Blog oder der Smartphone-App, mit der sich Nutzer unkompliziert Ausflugstipps aufs Handy holen können. „Die von uns erstellten 20 Tipps für schlechtes Wetter gehören zu den meistabgerufenen Internetseiten unseres Webauftrittes“, sagt Tino Richter.

Von Schlechtwettervorschlägen haben auch die Einwohner des Osterzgebirges etwas. Seit sieben Wochen ist mit der wiedereröffneten Strecke der Weißeritztalbahn zwischen Dippoldiswalde und Kipsdorf eine weitere Attraktion hinzugekommen. „Alle historischen Bahnen sind absolute touristische Highlights im Erzgebirge“, sagt Doreen Burgold. Die Erzgebirgsbahn, die Fichtelbergbahn und die Weißeritztalbahn werden in Broschüren, Anzeigen und im Internet beworben. In der SZ-Umfrage gaben fast 90 Prozent der Teilnehmer an: Die Strecke bis nach Kipsdorf wird zur Attraktivität des Osterzgebirges beitragen.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/schoen-hier-zu-hause-3744928.html

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Schmalspurbahn-Festival 2017

Mister Bimmelbahn

 
 
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Patrick Wagner ist der Weißeritztalbahn schon sein Leben lang verbunden. Der Schaffner konnte kürzlich ein besonderes Ereignis feiern.

28.06.2017
Von Annett Heyse

Patrick Wagner hat als Lehrling auf der Weißeritztalbahn begonnen. Der Schaffner kennt an der Strecke jeden Baum und jedes Haus. Foto: Karl-Ludwig Oberthür

Patrick Wagner hat als Lehrling auf der Weißeritztalbahn begonnen. Der Schaffner kennt an der Strecke jeden Baum und jedes Haus.

Foto: Karl-Ludwig Oberthür

Schnaufend und zischend zuckelt die kleine Bahn entlang der Weißeritz durch das schattige Flusstal, rollt über Brücken, entlang felsiger Steilhänge und vorbei an Kindergruppen, die auf Wanderausflug sind. Patrick Wagner greift nach der Schaffnertasche, die hinter ihm an der Waggonwand baumelt, richtet nochmals den Krawattenknoten, setzt die Mütze auf und macht sich an die Arbeit.Bei bestem Ausflugswetter ist der Zug gut besetzt. Neun Waggons voll mit Schülern, Dampfbahnfans, Wanderern, eine niederländische und eine englische Reisegruppe fahren auch mit. Patrick Wagner verkauft Tickets, beantwortet Fragen nach Wanderwegen und Einkehrmöglichkeiten, macht mal einen Scherz zwischendurch – wer auf der Weißeritztalbahn Schaffner ist, muss auch Entertainer sein. „Das ist eben eine Touristenbahn, die Fahrgäste sind meistens gut drauf, Morgenmuffel gibt es hier nicht“, sagt Schaffner Wagner.Der Bahn, die täglich Touristen ins Osterzgebirge bringt, ist er seit seiner Kindheit verbunden. Sein Elternhaus steht an der Strecke, auf dem Weg zur Schule musste er die Bahnschienen queren, im Kinderzimmer drehte eine Modelleisenbahn ihre Runden – was lag da näher, als selbst Eisenbahner zu werden. Also begann Patrick Wagner Ende der 80er Jahre eine Lehre bei der Deutschen Reichsbahn, auch auf der Schmalspurstrecke zwischen Freital-Hainsberg und Kipsdorf wurde er eingesetzt. „Das war und ist noch richtig Eisenbahn“, sagt er und meint damit den Geruch des Rauches, das Knarren der Waggons, den Schwatz mit den Kollegen im Dienstabteil des Gepäckanhängers.Der Bahn blieb er treu, bis 2002 die Flut die Strecke wegspülte. Nach 120 Jahren musste der Fahrbetrieb über Nacht eingestellt werden – für etliche Jahre. Schaffner Wagner wechselte den Arbeitsplatz, wurde nun unter anderem im S-Bahn-Betrieb im Raum Dresden eingesetzt. Als die Teilstrecke Freital-Dippoldiswalde im Dezember 2008 wiedereröffnet wurde, war Patrick Wagner natürlich mit dabei. Auch privat kam er nie weg von der Bahn. Dreimal sei er inzwischen umgezogen, immer habe er an der Strecke gewohnt, berichtet er. Mittlerweile hat er ein eigenes Haus in Dippoldiswalde. „Natürlich mit Blick auf die Bahnstrecke.“Fahrkarten verkaufen, pfeifen, Kelle heben – ja, das mache er auch, erzählt der 44-Jährige. „Aber hier arbeiten, das ist ein bisschen mehr.“ Genaugenommen ist er oft als Zugführer unterwegs und damit der Chef von Lokführer, Heizer und Schaffner. So ähnlich wie der Kapitän eines Schiffes. Als Zugführer muss er beim Rangieren helfen, die Waggons zusammenstellen, Dienstanweisungen schreiben, Protokoll führen. Dazu setzt er sich an das alte Schreibpult im Dienstabteil, füllt Formulare aus, heftet Zettel ab. Viel Büroarbeit sei das. Den Blick für die Landschaft, die an ihm vorbeizieht, hat er trotzdem. Für das Weißeritztal, die Talsperre Malter, die Wiesen und Fichtenwälder des Osterzgebirges, die kleinen Dörfer an der Strecke. „Mancher wird es nicht glauben, aber vom Zug aus habe ich schon Rehe, Bachforellen, Reiher, Schwäne und Eisvögel beobachtet.“Und noch etwas hat sich in 25 Dienstjahren eingeschlichen: Patrick Wagner kennt an der Strecke jeden Baum und jedes Haus. Er muss nur kurz aus dem Fenster schauen – ein paar Büsche ziehen gerade vorüber und trotzdem sieht er sofort, dass nun der Bahnhof Seifersdorf kommt. Kurz darauf weitet sich das enge Tal, nun dampft der Zug an der Talsperre Malter entlang, eines der großen Ausflugsziele in der Region. Ob Wassersport, Wandern, Kletterpark, Radfahren oder einfach nur bummeln und auf einer der Terrassen einen Eiskaffee trinken – die Malter bietet jedem etwas.

An der nächsten Station, in Dippoldiswalde, muss die Lok Wasser tanken. Bis vor Kurzem war hier Endstation, die restliche elf Kilometer lange Strecke vom Hochwasser 2002 erheblich zerstört. 2016 begann der Wiederaufbau, Patrick Wagner war zu 80 Prozent mit dabei. „Ich wurde beim Bau als Arbeitszugführer eingesetzt.“ Als Mitte Juni 2017 der erste fahrplanmäßige Zug wieder nach Kipsdorf dampfte, sei es ihm schon nahegegangen. „Ich habe zwar keine Taschentücher vollgeheult, aber es war für mich etwas Besonderes.“

Die niederländische Reisegruppe steht auf den Bahnsteig in Dippoldiswalde. Eine ältere Dame drückt Schaffner Wagner eine Kamera in die Hand für ein Bild. „Das gehört eben auch dazu“, sagt der Eisenbahner und schießt ein Erinnerungsfoto für die Touristen von der Nordsee. Dann setzt sich der Zug wieder in Bewegung.

Trotz aller Gemütlichkeit ist die Zeit auf der Weißeritztalbahn nicht stehen geblieben. Mit seinen Kollegen im Zug und auf den Bahnhöfen verständigt sich der Schaffner per Diensthandy. Auch haben ganz viele Waggons inzwischen einen Durchgang von Plattform zu Plattform. Das Klettern von Waggon zu Waggon sei damit Geschichte. Das werde alles umgebaut, sobald die Wagen zum Tüv müssen, berichtet der Schaffner. Kurz nach Obercarsdorf verlässt Patrick Wagner den Waggon und stellt sich auf die Plattform. „Ich muss meinem Vater winken.“ Das sei eine alte Tradition, die seine Oma einst einführte, als ihr Enkel als Schaffner auf der Bahn begann. „Jeden Morgen stand sie am Fenster und wartete auf den Zug und mich.“

Schnaufend und zischend geht es weiter in Richtung Kipsdorf. Passanten zücken den Fotoapparat, ein Mann filmt den vorbeiziehenden Zug, Kinder winken. Die Weißeritztalbahn ist mit ihren 135 Jahren eben immer noch ein Hingucker.

 Stuhlbaumuseum Rabenau Seit 400 Jahren werden in Rabenau Sitzmöbel gefertigt. Das Museum zeigt schöne, seltene, skurrile und ganz alltägliche Stühle, dazu alte Werkzeuge und Holzbearbeitungsmaschinen. Geöffnet täglich außer Montag und Sonnabend. Foto: Oberthür
Stuhlbaumuseum Rabenau Seit 400 Jahren werden in Rabenau Sitzmöbel gefertigt. Das Museum zeigt schöne, seltene, skurrile und ganz alltägliche Stühle, dazu alte Werkzeuge und Holzbearbeitungsmaschinen. Geöffnet täglich außer Montag und Sonnabend.
Foto: Oberthür
 Stadtzentrum Dippoldiswalde Hier ist der historische Kern mit Marktplatz und spätgotischem Rathaus sehenswert. Das Schloss wurde im Mittelalter errichtet und um 1500 umgebaut. Im Lohgerbermuseum wird die Geschichte des Osterzgebirges dargestellt. Foto: Kamprath Stadtzentrum Dippoldiswalde Hier ist der historische Kern mit Marktplatz und spätgotischem Rathaus sehenswert. Das Schloss wurde im Mittelalter errichtet und um 1500 umgebaut. Im Lohgerbermuseum wird die Geschichte des Osterzgebirges dargestellt.

Foto: Kamprath

 Talsperre Malter Der Stausee hat drei Strandbäder mit Bootsverleih und ein Erlebnis-Hallenbad in Paulsdorf. Hier gibt es zudem einen Kletterpark, Gaststätten sowie zahlreiche Wandermöglichkeiten, so in die Dippoldiswalder Heide. Foto: Kamprath

Talsperre Malter Der Stausee hat drei Strandbäder mit Bootsverleih und ein Erlebnis-Hallenbad in Paulsdorf. Hier gibt es zudem einen Kletterpark, Gaststätten sowie zahlreiche Wandermöglichkeiten, so in die Dippoldiswalder Heide.

Foto: Kamprath

www.szlink.de/sommer17(Sammlung aller Folgen)

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/mister-bimmelbahn-3714241.html

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Deutschlandtour auf schmaler Spur

 
 
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Eisenbahnfans wie die Brombachs sind aus dem ganzen Land angereist. Was sie an der Weißeritztalbahn finden.

19.06.2017
Von Franz Herz

ndtour auf schmaler Spur

Petra und Harald Brombach sind mit dem elfjährigen Carl bis von der Schweizer Grenze angereist, um beim Neustart der Weißeritztalbahn dabei zu sein. Sie kennen die Strecke seit 1990 und haben seitdem ihr Schicksal verfolgt. In die Freude über die erste Fahrt mischte sich bei Harald Brombach auch etwas Verwunderung. © Karl-Ludwig Oberthür

 

Hunderte jubeln am Sonnabend zu, als nach fast 15 Jahren Zwangspause zum ersten Mal wieder ein Dampfzug in Kipsdorf im Osterzgebirge anrollt.

Hunderte jubeln am Sonnabend zu, als nach fast 15 Jahren Zwangspause zum ersten Mal wieder ein Dampfzug in Kipsdorf im Osterzgebirge anrollt. © Egbert Kamprath

Dialekte aus allen Ecken Deutschlands sind zu hören. Alle wollen dabei sein, als der erste reguläre Zug nach 15 Jahren Zwangspause auf der Weißeritztalbahn am Sonnabend von Freital-Hainsberg bis nach Kipsdorf fährt. Die Waggons füllen sich langsam. Wer will, kann bei den Fahrgästen eine Deutschland-Rundtour machen.

Familie Brombach ist aus Wehr im Südschwarzwald an der Schweizer Grenze 750 Kilometer angereist, um bei dieser historischen Fahrt dabei zu sein. „Wir kennen die Bahnstrecke seit 1990. Damals haben wir in Malter Campingurlaub gemacht, Dresden besucht und sind mit der Bahn in beide Richtungen gefahren“, erzählt Harald Brombach. Ihn als Mechanikermeister fasziniert die alte Technik und die besondere Atmosphäre im Waggon mit Ofen und alten Leuchten. Die Familie hat das Schicksal der Bahn beim Hochwasser und den Wiederaufbau verfolgt. Nun wollen sie im richtigen Moment dabei sein.

Im nächsten Waggon sitzen Familie Werner aus Kurort Hartha und ihre Gäste Therese und Johann Eiben aus Aurich in Ostfriesland. Sie haben am Morgen in der Zeitung von der besonderen Fahrt gelesen und sich schnell entschlossen, dass auch sie kommen. Rolf Werner erinnert sich noch gerne an Skitouren in seiner Jugend. Von Freital aus ist er dazu mit der Bahn ins Osterzgebirge gefahren. Johann Eiben, der Werkzeugmacher und Eisenbahnfan, genießt das Erlebnis auch, weil es in seiner Heimat keine solchen historischen Bahnstrecken mehr gibt. Er hält die Nase in die Luft und zieht den Geruch des Kohlenqualms der Lokomotive ein. „Danach könnte ich süchtig werden“, sagt er.

An diesen Geruch müssen sich die Anlieger der Strecke von Dippoldiswalde aufwärts erst wieder gewöhnen. Hier beginnt der neu eröffnete Teil der Strecke. Fotografen begleiten diese Premierenfahrt schon von Freital an. Ab Dipps stehen jedoch wesentlich mehr Schaulustige am Bahnhof und entlang der Strecke, die Anwohner winken und die Bahnhöfe sind mehr oder weniger geschmückt. „Etwas mehr Festivität hätte ich mir vorgestellt zu so einem Anlass“, sagt Harald Brombach verwundert. Gefeiert wird erst in Kipsdorf. Am Autohaus Dippoldiswalde begrüßen fünf Autos mit einem Banner die Bahn. In Obercarsdorf ist der Bahnhof mit Birken verziert. Wimpel und Luftballons hängen an jedem Haltepunkt, auch am King-Haus in Schmiedeberg.

Die Deutschlandtour durch die Waggons führt weiter nach Schwerin. Dort hat sich früh um 6 Uhr Frank Mellin ins Auto gesetzt, um rechtzeitig im Weißeritztal zu sein. Meist steht er auf der Bühne vor dem Waggon und macht Aufnahmen mit seinem Handy. Der Mitarbeiter des Schweriner Nahverkehrs hat bereits drei Tage Urlaub festgemacht, damit er beim Schmalspurbahn-Festival am 15. und 16. Juli dabei sein kann. In Dippoldiswalde steigt Axel Stikklas zu, der aus Berlin angereist ist. Er hat im Internet vom Wiederaufbau der Weißeritztalbahn gelesen und sich gesagt: Da musst du dabei sein. Er fährt im ersten Zug bis Kipsdorf mit, will danach zurück bis Freital, um am Abend nach Hause zu seiner Frau zu fahren.

Die Deutschlandtour im Zugwaggon endet im Tal der Roten Weißeritz bei Tom Stephan. Der Schmiedeberger ist in Freital eingestiegen, um die ganze Tour mitzuerleben. Er ist mit der Bimmelbahn aufgewachsen. Seine Großeltern wohnen in Kipsdorf direkt am Bahnübergang. Mit ihnen ist er oft mitgefahren. Ihr Haus fotografiert er auch, als die Bahn daran vorbeifährt. „2001 bin ich zum letzten Mal auf der gesamten Strecke mitgefahren“, erinnert er sich. Damals war er noch Schüler. „Es hat die ganzen Jahre etwas gefehlt, als die Bahn nicht gefahren ist“, sagt er. So sehen das auch die Kipsdorfer, die ein Banner an die Strecke gestellt haben, in dem sie auf gut Erzgebirgisch schreiben: „Gute, alte Bimmalbah’, endlich bis du wieder da.“ Dann erreicht der erste fahrplanmäßige Zug mit Gästen aus ganz Deutschland Kipsdorf. Die Bahn ist angekommen.

 

Der Fahrplan: Drei Züge fahren täglich in Freital-Hainsberg ab, zwei bis Kipsdorf, einer bis Dippoldiswalde.

Sonderfahrten: Zu bestimmten Tagen sind Sonderfahrpläne vorgesehen. Der nächste Termin dafür ist das Schmalspurbahn-Festival am 15. und 16. Juli. Dann sind insgesamt 34 Fahrten ins Osterzgebirge geplant und ein Programm für die ganze Familie entlang der Strecke.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/deutschlandtour-auf-schmaler-spur-3707672.html

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Dixiezug 2017 der IG Weißeritztalbahn e.V.

Am 17.06.2017 verkehrte wieder, der bereits zur Tradition gewordene Dixiezug von Freital-Hainsberg nach Dippoldiswalde. Nachdem in den vergangenen Jahren die Blue Wonder Jazzband den Zug begleitete, war in diesem Jahr die Blue Dragons Jazzband zu Gast und zusätzlich war auch Artur Brouns , ehemaliges Mitglied der Lamarotte Jazzband, dabei.

Der nächste Dixiezug ist für den 16.06.2018 vorgesehen

 

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Übergabe und Eröffnung Dippoldiswalde – Kurort Kipsdorf

26 Tage bevor sich die Flutkatastrophe von 2002 zum 15. Mal jährt ist die Gesamtstrecke wieder für den öffentlichen Verkehr freigegeben. 

Viele Mitglieder der IG Weißeritztalbahn e.V. waren an diesem Tag mit der Kamera unterwegs. Hier einige Eindrücke davon.

Weitere Fotos werden noch im Laufe des Tages hinzugefügt

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Der vorläufig letzte planmäßige Abendzug

auf der Weißeritztalbahn fuhr am 16.06.2017

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Bimmel dampft wieder bis Kipsdorf

 
 
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Ein Sonderzug macht den Auftakt. Die ersten regulären Züge fahren am Sonnabend zu einem historischen Zeitpunkt.

16.06.2017
Von Franz Herz

mpft wieder bis Kipsdorf
Kurz nach dem Mittag werden am Sonnabend die ersten Züge der Weißeritztalbahn nach dem Wiederaufbau der Strecke planmäßig zwischen Kipsdorf und Freital-Hainsberg verkehren.

© dpa

Freital. Die Bauarbeiten sind abgeschlossen und abgenommen, mehrere Probefahrten erfolgreich gelaufen. Nun wird es am Sonnabend offiziell. Die Weißeritztalbahn fährt fahrplanmäßig wieder auf ihrer gesamten Strecke von Freital-Hainsberg bis hoch nach Kipsdorf. Der Wiederaufbau des letzten Teilstücks hat im vergangenen Jahr begonnen und nun sein Ziel erreicht.

Ein Sonderzug mit Vertretern der Städte an der Bahnstrecke und des Freistaats Sachsen sowie mit Unterstützern des Wiederaufbaus fährt am Vormittag von Freital nach Dipps und bekommt nach der Streckenfreigabe gegen 11 Uhr in Dippoldiswalde das Signal, um auf dem neu gebauten Abschnitt nach Kipsdorf zu dampfen.

Die ersten planmäßigen Fahrten starten um 13.22 Uhr in Freital-Hainsberg und um 13.42 Uhr in Kipsdorf. „Zu einem historischen Zeitpunkt“, wie Christian Schlemper, der Sprecher des Verkehrsverbundes Oberelbe, betont. Denn just um diese Tageszeit waren die letzten Züge unterwegs, die am 12. August 2002 ihr Ziel wegen des Hochwassers nicht mehr erreicht haben. Danach begann die lange Zwangspause auf der Bahnstrecke, die nun ihr Ende erreicht hat.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/bimmel-dampft-wieder-bis-kipsdorf-3706377.html

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