Archiv für die Kategorie „Sonstiges“

Schmalspurfest 2017

Mister Bimmelbahn

 
 
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Patrick Wagner ist der Weißeritztalbahn schon sein Leben lang verbunden. Der Schaffner konnte kürzlich ein besonderes Ereignis feiern.

28.06.2017
Von Annett Heyse

Patrick Wagner hat als Lehrling auf der Weißeritztalbahn begonnen. Der Schaffner kennt an der Strecke jeden Baum und jedes Haus. Foto: Karl-Ludwig Oberthür

Patrick Wagner hat als Lehrling auf der Weißeritztalbahn begonnen. Der Schaffner kennt an der Strecke jeden Baum und jedes Haus.

Foto: Karl-Ludwig Oberthür

Schnaufend und zischend zuckelt die kleine Bahn entlang der Weißeritz durch das schattige Flusstal, rollt über Brücken, entlang felsiger Steilhänge und vorbei an Kindergruppen, die auf Wanderausflug sind. Patrick Wagner greift nach der Schaffnertasche, die hinter ihm an der Waggonwand baumelt, richtet nochmals den Krawattenknoten, setzt die Mütze auf und macht sich an die Arbeit.Bei bestem Ausflugswetter ist der Zug gut besetzt. Neun Waggons voll mit Schülern, Dampfbahnfans, Wanderern, eine niederländische und eine englische Reisegruppe fahren auch mit. Patrick Wagner verkauft Tickets, beantwortet Fragen nach Wanderwegen und Einkehrmöglichkeiten, macht mal einen Scherz zwischendurch – wer auf der Weißeritztalbahn Schaffner ist, muss auch Entertainer sein. „Das ist eben eine Touristenbahn, die Fahrgäste sind meistens gut drauf, Morgenmuffel gibt es hier nicht“, sagt Schaffner Wagner.Der Bahn, die täglich Touristen ins Osterzgebirge bringt, ist er seit seiner Kindheit verbunden. Sein Elternhaus steht an der Strecke, auf dem Weg zur Schule musste er die Bahnschienen queren, im Kinderzimmer drehte eine Modelleisenbahn ihre Runden – was lag da näher, als selbst Eisenbahner zu werden. Also begann Patrick Wagner Ende der 80er Jahre eine Lehre bei der Deutschen Reichsbahn, auch auf der Schmalspurstrecke zwischen Freital-Hainsberg und Kipsdorf wurde er eingesetzt. „Das war und ist noch richtig Eisenbahn“, sagt er und meint damit den Geruch des Rauches, das Knarren der Waggons, den Schwatz mit den Kollegen im Dienstabteil des Gepäckanhängers.Der Bahn blieb er treu, bis 2002 die Flut die Strecke wegspülte. Nach 120 Jahren musste der Fahrbetrieb über Nacht eingestellt werden – für etliche Jahre. Schaffner Wagner wechselte den Arbeitsplatz, wurde nun unter anderem im S-Bahn-Betrieb im Raum Dresden eingesetzt. Als die Teilstrecke Freital-Dippoldiswalde im Dezember 2008 wiedereröffnet wurde, war Patrick Wagner natürlich mit dabei. Auch privat kam er nie weg von der Bahn. Dreimal sei er inzwischen umgezogen, immer habe er an der Strecke gewohnt, berichtet er. Mittlerweile hat er ein eigenes Haus in Dippoldiswalde. „Natürlich mit Blick auf die Bahnstrecke.“Fahrkarten verkaufen, pfeifen, Kelle heben – ja, das mache er auch, erzählt der 44-Jährige. „Aber hier arbeiten, das ist ein bisschen mehr.“ Genaugenommen ist er oft als Zugführer unterwegs und damit der Chef von Lokführer, Heizer und Schaffner. So ähnlich wie der Kapitän eines Schiffes. Als Zugführer muss er beim Rangieren helfen, die Waggons zusammenstellen, Dienstanweisungen schreiben, Protokoll führen. Dazu setzt er sich an das alte Schreibpult im Dienstabteil, füllt Formulare aus, heftet Zettel ab. Viel Büroarbeit sei das. Den Blick für die Landschaft, die an ihm vorbeizieht, hat er trotzdem. Für das Weißeritztal, die Talsperre Malter, die Wiesen und Fichtenwälder des Osterzgebirges, die kleinen Dörfer an der Strecke. „Mancher wird es nicht glauben, aber vom Zug aus habe ich schon Rehe, Bachforellen, Reiher, Schwäne und Eisvögel beobachtet.“Und noch etwas hat sich in 25 Dienstjahren eingeschlichen: Patrick Wagner kennt an der Strecke jeden Baum und jedes Haus. Er muss nur kurz aus dem Fenster schauen – ein paar Büsche ziehen gerade vorüber und trotzdem sieht er sofort, dass nun der Bahnhof Seifersdorf kommt. Kurz darauf weitet sich das enge Tal, nun dampft der Zug an der Talsperre Malter entlang, eines der großen Ausflugsziele in der Region. Ob Wassersport, Wandern, Kletterpark, Radfahren oder einfach nur bummeln und auf einer der Terrassen einen Eiskaffee trinken – die Malter bietet jedem etwas.

An der nächsten Station, in Dippoldiswalde, muss die Lok Wasser tanken. Bis vor Kurzem war hier Endstation, die restliche elf Kilometer lange Strecke vom Hochwasser 2002 erheblich zerstört. 2016 begann der Wiederaufbau, Patrick Wagner war zu 80 Prozent mit dabei. „Ich wurde beim Bau als Arbeitszugführer eingesetzt.“ Als Mitte Juni 2017 der erste fahrplanmäßige Zug wieder nach Kipsdorf dampfte, sei es ihm schon nahegegangen. „Ich habe zwar keine Taschentücher vollgeheult, aber es war für mich etwas Besonderes.“

Die niederländische Reisegruppe steht auf den Bahnsteig in Dippoldiswalde. Eine ältere Dame drückt Schaffner Wagner eine Kamera in die Hand für ein Bild. „Das gehört eben auch dazu“, sagt der Eisenbahner und schießt ein Erinnerungsfoto für die Touristen von der Nordsee. Dann setzt sich der Zug wieder in Bewegung.

Trotz aller Gemütlichkeit ist die Zeit auf der Weißeritztalbahn nicht stehen geblieben. Mit seinen Kollegen im Zug und auf den Bahnhöfen verständigt sich der Schaffner per Diensthandy. Auch haben ganz viele Waggons inzwischen einen Durchgang von Plattform zu Plattform. Das Klettern von Waggon zu Waggon sei damit Geschichte. Das werde alles umgebaut, sobald die Wagen zum Tüv müssen, berichtet der Schaffner. Kurz nach Obercarsdorf verlässt Patrick Wagner den Waggon und stellt sich auf die Plattform. „Ich muss meinem Vater winken.“ Das sei eine alte Tradition, die seine Oma einst einführte, als ihr Enkel als Schaffner auf der Bahn begann. „Jeden Morgen stand sie am Fenster und wartete auf den Zug und mich.“

Schnaufend und zischend geht es weiter in Richtung Kipsdorf. Passanten zücken den Fotoapparat, ein Mann filmt den vorbeiziehenden Zug, Kinder winken. Die Weißeritztalbahn ist mit ihren 135 Jahren eben immer noch ein Hingucker.

 Stuhlbaumuseum Rabenau Seit 400 Jahren werden in Rabenau Sitzmöbel gefertigt. Das Museum zeigt schöne, seltene, skurrile und ganz alltägliche Stühle, dazu alte Werkzeuge und Holzbearbeitungsmaschinen. Geöffnet täglich außer Montag und Sonnabend. Foto: Oberthür
Stuhlbaumuseum Rabenau Seit 400 Jahren werden in Rabenau Sitzmöbel gefertigt. Das Museum zeigt schöne, seltene, skurrile und ganz alltägliche Stühle, dazu alte Werkzeuge und Holzbearbeitungsmaschinen. Geöffnet täglich außer Montag und Sonnabend.
Foto: Oberthür
 Stadtzentrum Dippoldiswalde Hier ist der historische Kern mit Marktplatz und spätgotischem Rathaus sehenswert. Das Schloss wurde im Mittelalter errichtet und um 1500 umgebaut. Im Lohgerbermuseum wird die Geschichte des Osterzgebirges dargestellt. Foto: Kamprath Stadtzentrum Dippoldiswalde Hier ist der historische Kern mit Marktplatz und spätgotischem Rathaus sehenswert. Das Schloss wurde im Mittelalter errichtet und um 1500 umgebaut. Im Lohgerbermuseum wird die Geschichte des Osterzgebirges dargestellt.

Foto: Kamprath

 Talsperre Malter Der Stausee hat drei Strandbäder mit Bootsverleih und ein Erlebnis-Hallenbad in Paulsdorf. Hier gibt es zudem einen Kletterpark, Gaststätten sowie zahlreiche Wandermöglichkeiten, so in die Dippoldiswalder Heide. Foto: Kamprath

Talsperre Malter Der Stausee hat drei Strandbäder mit Bootsverleih und ein Erlebnis-Hallenbad in Paulsdorf. Hier gibt es zudem einen Kletterpark, Gaststätten sowie zahlreiche Wandermöglichkeiten, so in die Dippoldiswalder Heide.

Foto: Kamprath

www.szlink.de/sommer17(Sammlung aller Folgen)

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/mister-bimmelbahn-3714241.html

Deutschlandtour auf schmaler Spur

 
 
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Eisenbahnfans wie die Brombachs sind aus dem ganzen Land angereist. Was sie an der Weißeritztalbahn finden.

19.06.2017
Von Franz Herz

ndtour auf schmaler Spur

Petra und Harald Brombach sind mit dem elfjährigen Carl bis von der Schweizer Grenze angereist, um beim Neustart der Weißeritztalbahn dabei zu sein. Sie kennen die Strecke seit 1990 und haben seitdem ihr Schicksal verfolgt. In die Freude über die erste Fahrt mischte sich bei Harald Brombach auch etwas Verwunderung. © Karl-Ludwig Oberthür

 

Hunderte jubeln am Sonnabend zu, als nach fast 15 Jahren Zwangspause zum ersten Mal wieder ein Dampfzug in Kipsdorf im Osterzgebirge anrollt.

Hunderte jubeln am Sonnabend zu, als nach fast 15 Jahren Zwangspause zum ersten Mal wieder ein Dampfzug in Kipsdorf im Osterzgebirge anrollt. © Egbert Kamprath

Dialekte aus allen Ecken Deutschlands sind zu hören. Alle wollen dabei sein, als der erste reguläre Zug nach 15 Jahren Zwangspause auf der Weißeritztalbahn am Sonnabend von Freital-Hainsberg bis nach Kipsdorf fährt. Die Waggons füllen sich langsam. Wer will, kann bei den Fahrgästen eine Deutschland-Rundtour machen.

Familie Brombach ist aus Wehr im Südschwarzwald an der Schweizer Grenze 750 Kilometer angereist, um bei dieser historischen Fahrt dabei zu sein. „Wir kennen die Bahnstrecke seit 1990. Damals haben wir in Malter Campingurlaub gemacht, Dresden besucht und sind mit der Bahn in beide Richtungen gefahren“, erzählt Harald Brombach. Ihn als Mechanikermeister fasziniert die alte Technik und die besondere Atmosphäre im Waggon mit Ofen und alten Leuchten. Die Familie hat das Schicksal der Bahn beim Hochwasser und den Wiederaufbau verfolgt. Nun wollen sie im richtigen Moment dabei sein.

Im nächsten Waggon sitzen Familie Werner aus Kurort Hartha und ihre Gäste Therese und Johann Eiben aus Aurich in Ostfriesland. Sie haben am Morgen in der Zeitung von der besonderen Fahrt gelesen und sich schnell entschlossen, dass auch sie kommen. Rolf Werner erinnert sich noch gerne an Skitouren in seiner Jugend. Von Freital aus ist er dazu mit der Bahn ins Osterzgebirge gefahren. Johann Eiben, der Werkzeugmacher und Eisenbahnfan, genießt das Erlebnis auch, weil es in seiner Heimat keine solchen historischen Bahnstrecken mehr gibt. Er hält die Nase in die Luft und zieht den Geruch des Kohlenqualms der Lokomotive ein. „Danach könnte ich süchtig werden“, sagt er.

An diesen Geruch müssen sich die Anlieger der Strecke von Dippoldiswalde aufwärts erst wieder gewöhnen. Hier beginnt der neu eröffnete Teil der Strecke. Fotografen begleiten diese Premierenfahrt schon von Freital an. Ab Dipps stehen jedoch wesentlich mehr Schaulustige am Bahnhof und entlang der Strecke, die Anwohner winken und die Bahnhöfe sind mehr oder weniger geschmückt. „Etwas mehr Festivität hätte ich mir vorgestellt zu so einem Anlass“, sagt Harald Brombach verwundert. Gefeiert wird erst in Kipsdorf. Am Autohaus Dippoldiswalde begrüßen fünf Autos mit einem Banner die Bahn. In Obercarsdorf ist der Bahnhof mit Birken verziert. Wimpel und Luftballons hängen an jedem Haltepunkt, auch am King-Haus in Schmiedeberg.

Die Deutschlandtour durch die Waggons führt weiter nach Schwerin. Dort hat sich früh um 6 Uhr Frank Mellin ins Auto gesetzt, um rechtzeitig im Weißeritztal zu sein. Meist steht er auf der Bühne vor dem Waggon und macht Aufnahmen mit seinem Handy. Der Mitarbeiter des Schweriner Nahverkehrs hat bereits drei Tage Urlaub festgemacht, damit er beim Schmalspurbahn-Festival am 15. und 16. Juli dabei sein kann. In Dippoldiswalde steigt Axel Stikklas zu, der aus Berlin angereist ist. Er hat im Internet vom Wiederaufbau der Weißeritztalbahn gelesen und sich gesagt: Da musst du dabei sein. Er fährt im ersten Zug bis Kipsdorf mit, will danach zurück bis Freital, um am Abend nach Hause zu seiner Frau zu fahren.

Die Deutschlandtour im Zugwaggon endet im Tal der Roten Weißeritz bei Tom Stephan. Der Schmiedeberger ist in Freital eingestiegen, um die ganze Tour mitzuerleben. Er ist mit der Bimmelbahn aufgewachsen. Seine Großeltern wohnen in Kipsdorf direkt am Bahnübergang. Mit ihnen ist er oft mitgefahren. Ihr Haus fotografiert er auch, als die Bahn daran vorbeifährt. „2001 bin ich zum letzten Mal auf der gesamten Strecke mitgefahren“, erinnert er sich. Damals war er noch Schüler. „Es hat die ganzen Jahre etwas gefehlt, als die Bahn nicht gefahren ist“, sagt er. So sehen das auch die Kipsdorfer, die ein Banner an die Strecke gestellt haben, in dem sie auf gut Erzgebirgisch schreiben: „Gute, alte Bimmalbah’, endlich bis du wieder da.“ Dann erreicht der erste fahrplanmäßige Zug mit Gästen aus ganz Deutschland Kipsdorf. Die Bahn ist angekommen.

 

Der Fahrplan: Drei Züge fahren täglich in Freital-Hainsberg ab, zwei bis Kipsdorf, einer bis Dippoldiswalde.

Sonderfahrten: Zu bestimmten Tagen sind Sonderfahrpläne vorgesehen. Der nächste Termin dafür ist das Schmalspurbahn-Festival am 15. und 16. Juli. Dann sind insgesamt 34 Fahrten ins Osterzgebirge geplant und ein Programm für die ganze Familie entlang der Strecke.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/deutschlandtour-auf-schmaler-spur-3707672.html

Dixiezug 2017 der IG Weißeritztalbahn e.V.

Am 17.06.2017 verkehrte wieder, der bereits zur Tradition gewordene Dixiezug von Freital-Hainsberg nach Dippoldiswalde. Nachdem in den vergangenen Jahren die Blue Wonder Jazzband den Zug begleitete, war in diesem Jahr die Blue Dragons Jazzband zu Gast und zusätzlich war auch Artur Brouns , ehemaliges Mitglied der Lamarotte Jazzband, dabei.

Der nächste Dixiezug ist für den 16.06.2018 vorgesehen

 

Übergabe und Eröffnung Dippoldiswalde – Kurort Kipsdorf

26 Tage bevor sich die Flutkatastrophe von 2002 zum 15. Mal jährt ist die Gesamtstrecke wieder für den öffentlichen Verkehr freigegeben. 

Viele Mitglieder der IG Weißeritztalbahn e.V. waren an diesem Tag mit der Kamera unterwegs. Hier einige Eindrücke davon.

Weitere Fotos werden noch im Laufe des Tages hinzugefügt

Der vorläufig letzte planmäßige Abendzug

auf der Weißeritztalbahn fuhr am 16.06.2017

Bimmel dampft wieder bis Kipsdorf

 
 
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Ein Sonderzug macht den Auftakt. Die ersten regulären Züge fahren am Sonnabend zu einem historischen Zeitpunkt.

16.06.2017
Von Franz Herz

mpft wieder bis Kipsdorf
Kurz nach dem Mittag werden am Sonnabend die ersten Züge der Weißeritztalbahn nach dem Wiederaufbau der Strecke planmäßig zwischen Kipsdorf und Freital-Hainsberg verkehren.

© dpa

Freital. Die Bauarbeiten sind abgeschlossen und abgenommen, mehrere Probefahrten erfolgreich gelaufen. Nun wird es am Sonnabend offiziell. Die Weißeritztalbahn fährt fahrplanmäßig wieder auf ihrer gesamten Strecke von Freital-Hainsberg bis hoch nach Kipsdorf. Der Wiederaufbau des letzten Teilstücks hat im vergangenen Jahr begonnen und nun sein Ziel erreicht.

Ein Sonderzug mit Vertretern der Städte an der Bahnstrecke und des Freistaats Sachsen sowie mit Unterstützern des Wiederaufbaus fährt am Vormittag von Freital nach Dipps und bekommt nach der Streckenfreigabe gegen 11 Uhr in Dippoldiswalde das Signal, um auf dem neu gebauten Abschnitt nach Kipsdorf zu dampfen.

Die ersten planmäßigen Fahrten starten um 13.22 Uhr in Freital-Hainsberg und um 13.42 Uhr in Kipsdorf. „Zu einem historischen Zeitpunkt“, wie Christian Schlemper, der Sprecher des Verkehrsverbundes Oberelbe, betont. Denn just um diese Tageszeit waren die letzten Züge unterwegs, die am 12. August 2002 ihr Ziel wegen des Hochwassers nicht mehr erreicht haben. Danach begann die lange Zwangspause auf der Bahnstrecke, die nun ihr Ende erreicht hat.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/bimmel-dampft-wieder-bis-kipsdorf-3706377.html

15 Jahre für eine Fahrt nach Kipsdorf

 
 
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Die Weißeritztalbahn rollt ab Sonnabend wieder auf kompletter Strecke. Ein Buch beleuchtet die Wirren des Wiederaufbaus.

14.06.2017
Von Christian Eissner

 

für eine Fahrt nach Kipsdorf

Die Weißeritztalbahn ist Deutschlands dienstälteste Schmalspurbahn. Sie bringt heute vor allem Ausflügler ins Osterzgebirge.

© Andreas Weihs

Freital/Dippoldiswalde. Es grenzt an ein Wunder, dass sich diese Eisenbahnstrecke über die Zeit gerettet hat, und tatsächlich wäre die Weißeritztalbahn ohne den Einsatz von Dampfzug-Freunden heute wohl nur eine Notiz in den Geschichtsbüchern, genau wie andere Schmalspurbahn-Strecken, die in Sachsen einst betrieben wurden. Schon zu DDR-Zeiten war die Bahn defizitär. Dem Trend der 1960er-Jahre folgend, ländliche Gebiete hauptsächlich über die Straße, nicht über die Schiene zu erschließen, durfte die Bahnmeisterei Freital keine Gleisreparaturen ausführen. Langsamfahrstellen und Entgleisungen der damals noch verkehrenden Güterzüge waren die gewollte Folge, zudem sollten unattraktive Fahrpläne die Weißeritztalbahn ins Abseits bringen.

In den 1970er-Jahren reifte im DDR-Ministerium für Verkehrswesen der Gedanke, einige Schmalspurbahnen für touristische Zwecke zu erhalten, unter anderem die Weißeritztalbahn. Trotzdem störte sie in ihrem oberen Abschnitt den Ausbau der Fernverkehrsstraße 170, und letztlich war es Eisenbahnfreunden und Eisenbahnern zu verdanken, dass die Bahn erhalten blieb. In zahlreichen Arbeitseinsätzen sorgten sie dafür, dass die Sicherheit an und auf der Strecke gewährt war. Das war die erste Rettung der Weißeritztalbahn.

Dabei hatte ihre Geschichte euphorisch begonnen. Der Streckenbau zwischen 1881 und 1883 brachte dem Osterzgebirge einen wirtschaftlichen und später auch einen enormen touristischen Aufschwung. An Winterwochenenden in den 1930er-Jahren fuhren die Züge nahezu im 15-Minuten-Takt von Freital nach Kipsdorf, um Wintersportler aus Dresden ins Gebirge und zurück zu bringen. Heute unvorstellbar.

Die zweite Rettung der Weißeritztalbahn begann nach dem August-Hochwasser des Jahres 2002. Sie sollte insgesamt fast 15 Jahre dauern. Wieder waren es Eisenbahner und Eisenbahnfreunde, die Druck machten, die mit Sonderfahrten auf den kurzen nicht von der Weißeritzflut beschädigten Streckenabschnitten an das Schicksal der Bahn erinnerten. Nach langen Diskussionen ums Geld wurde – hauptsächlich aus Fluthilfe-Mitteln, die der Bund und der Freistaat Sachsen zur Verfügung stellten – der Streckenabschnitt zwischen Freital-Hainsberg und Dippoldiswalde saniert und im Dezember 2008 wieder eröffnet. Von da an dauerte es noch einmal achteinhalb Jahre, um die Trasse bis Kipsdorf zu vervollständigen. Geschätzte Gesamtkosten für den Wiederaufbau: rund 40 Millionen Euro. Diese Zahl zeigt, dass auch die Wiederaufbau-Kritiker durchaus stichhaltige Argumente hatten.

Am 17. und 18. Juni wird die Strecke nach Kipsdorf mit vielen Dampf-Sonderfahrten eröffnet. Das Osterzgebirge erhofft sich davon einen wichtigen Impuls für den Tourismus. Anlässlich der Steckeneinweihung erscheint das Buch „Wieder unter Dampf. Die Rettung der Weißeritztalbahn“ aus der Edition SZ in einer neuen, aktualisierten Auflage. Es erzählt die Geschichte der Bahnstrecke und beleuchtet die Zeit des Wiederaufbaus mit ihren schwierigen, aber auch lustigen Begebenheiten.

Programm und Fahrplan zur Eröffnung der Strecke: www.weisseritztalbahn.com

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/15-jahre-fuer-eine-fahrt-nach-kipsdorf-3703775.html

1. Dampfzug seit 12.08.2002 zwischen Dippoldiswalde und Kurort Kipsdorf

Heute verkehrte der erste Dampfzug seit der Flutkatastrophe von 2002 zwischen Dippoldiswalde und Kipsdorf. Dieser Zug verkehrte im Baugleis anlässlich eines Betriebsleiterseminars. 

Teil 2

Baustart für Hainsberger Lokwerkstatt im Sommer

DNN-Online

Das Investitionsvorhaben auf dem Bahnhof Freital-Hainsberg ist in trockenen Tüchern. Alle Signale für einen Baubeginn im Sommer 2017 stehen auf Grün. So kann endlich die gut 80 Jahre alte Lokwerkstatt auf die Höhe der Zeit in Sachen Arbeitsschutz und Energieeffizienz gebracht werden. Auch für die Instandhaltung der Wagen ist eine effektivere Lösung zwingend erforderlich.

Freital

 

Nun hat Mirko Froß, der Betriebsleiter der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft SDG, sein lange angestrebtes Investitionsvorhaben auf dem Bahnhof Freital-Hainsberg endlich in trockenen Tüchern. Alle Signale für einen Baubeginn im Sommer 2017 stehen auf Grün. Und das ist auch gut so: Die Notwendigkeit, den gut 80 Jahre alten Lokschuppen auf die Höhe der Zeit in Sachen Arbeitsschutz und Energieeffizienz zu bringen, stand schon seit Jahren außer Zweifel. Auch für die Instandhaltung der Wagen ist eine effektivere Lösung zwingend erforderlich.

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Quelle: http://www.dnn.de/Region/Region-News/Baustart-fuer-Hainsberger-Lokwerkstatt-im-Sommer