Archiv für die Kategorie „Sonstiges“

Die Loks 99 1771-7 und 99 1746-9 werden in Zukunft auf eine neue Hauptuntersuchung warten.

Die Lok 99 1793-1 ist von Oberwiesenthal nach Freital-Hainsberg umgesetzt worden und wird auf der Weißeritztalbahn eingesetzt.

 

Postwagen 2960 verlässt die Weißeritztalbahn

in seine neue Heimat Zittau. Nachdem die IG Weißeritztalbahn e.V. den Wagenkasten im Jahr 2003 vom Bahndamm der Hauptstrecke geborgen und lange nach einer weiteren Verwendung gesucht hatte, ergab sich die Möglichkeit zur Abgabe an den IV Zittauer Schmalspurbahnen e.V. (ds)

Der Schwerstarbeiter

sz-online.de | Sachsen im Netz

Für den Wiederaufbau der Weißeritztalbahn rollt jetzt die Gleisstopfmaschine. Der Koloss ist zugleich ein Sensibelchen.

11.08.2016 Von Franz Herz

rstarbeiter

Thomas Busch kontrolliert die Arbeit der Stopfmaschine an den Bimmelbahngleisen oberhalb des Bahnhofs in Dippoldiswalde. Hier sind die grauen Stopfpickel zu sehen, die sich in den Schotter rütteln und diesen unter die Schwellen drücken.

© Egbert Kamprath

Freital. Für den Laien sehen die Gleise der Schmalspurbahn zwischen dem Dippser Bahnhof und Ulberndorf schon gut aus. Dort rollen sogar schon Arbeitszüge. Aber die sind mit größter Vorsicht unterwegs, und das ist auch gut so. Denn teilweise liegen die Schienen noch zu hoch oder zu weit auseinander. Ja, wo die Schienenabschnitte aneinander stoßen, sind sogar noch Lücken. Aber all das wird derzeit in Ordnung gebracht, und dafür ist ein 42 Tonnen schwerer, gelber Koloss verantwortlich, der dort ebenfalls auf den Schienen steht: eine Richt- und Gleisstopfmaschine. Auf den ersten Blick ist es eine robuste Arbeitsmaschine, die mit grobem Schotter umzugehen versteht. Auf den zweiten Blick ist der Koloss ein sensibles Gerät, das mit modernster Lasermesstechnik auf den Millimeter genau arbeitet.

Das ist an den zwei blauen Laserpunkten zu sehen, welche die Maschine vorne und hinten auf die Schienen wirft. Damit misst der Koloss, wie die Schienen liegen. In seinem Computer hat er die Planungsunterlagen gespeichert, wie die Gleise richtig liegen müssen. Wenn das nicht zusammenpasst, dann greift eine Rollenzange zu und hebt die Schienen an oder rückt sie zur Seite. Die Bewegung ist kaum zu sehen, es geht ja höchstens um wenige Zentimeter. Nun passt die Lage der Schienen. Aber wie behalten sie ihre exakte Position?

Dafür ist die robuste Arbeitsmaschine gefragt. In ihrer Mitte ragen acht Metallfinger nach unten, die sogenannten Stopfpickel. Das sind massive Stahlmeißel, geschätzte 40 Zentimeter lang. Diese beginnen zu vibrieren und drücken auf jeder Seite einer Schwelle in den Schotter und pressen ihn unter der Schwelle zusammen. Das Schotterbett wird dann so hoch, wie es für die Schiene erforderlich ist. Das funktioniert auch andersherum, dann drückt die Maschine das Gleis nach unten und rüttelt es in den Schotter hinein, erklärt Ralf Kempe, Betriebsleiter der Weißeritztalbahn.

Bei diesem Arbeitsschritt haben die Bediener der Maschine einen Gehörschutz auf ihren Ohren, denn der dumpfe Lärm der acht Pickel ist weithin in Dippoldiswalde zu hören. So geht es Schwelle für Schwelle voran. Die Rollenzange hält die Schiene exakt in der richtigen Position und die Stopfpickel drücken von unten her den Schotter gegen die Schwelle, damit die den exakt in der richtigen Position bekommt.

In der Regel sind dafür zwei Stopfdurchgänge erforderlich, beim ersten ist noch nicht die erforderliche Genauigkeit zu erreichen, die kommt erst beim zweiten Mal. So hat die Maschine am Mittwochmittag die Schiene über den Firstenweg in Dippoldiswalde gestopft, dann rückte sie ein Stück Richtung Bahnhof Dippoldiswalde. Dort war hinter der ersten Weiche noch ein Nebengleis zu richten. Nun arbeitet sie sich schrittweise voran bis nach Kipsdorf.

Die Maschine gehört Metrico, einem Tochterunternehmen der Gleisbaufirma Sersa, die mit zwei Partnerfirmen für den Wiederaufbau der Weißeritztalbahn bis Kipsdorf verantwortlich ist. Sie ist in ganz Europa unterwegs, in Belgien, Frankreich, der Schweiz. Zuletzt war sie in Vorchdorf in Österreich, erzählt Thomas Busch, der zu ihrer Bedienmannschaft gehört. Sie ist auf Schmalspurbahnen spezialisiert, kann aber auf 750 Millimeter Spurweite und auf 1 000 Millimeter wie auf der Harz-Querbahn eingesetzt werden.

Diese Woche arbeitet das Stopfteam auf dem Abschnitt zwischen dem Dippser Bahnhof und dem Übergang über die B 170 in Ulberndorf. Am Freitagabend kommt dann der Bahnübergang an die Reihe. Dafür wird die Bundesstraße B 170 komplett gesperrt. Am Bahnübergang wurde bisher noch gar nicht gearbeitet, daher sind außer dem Stopfen der Gleise auch noch andere Arbeitsschritte erforderlich. Die Sperrung ist daher für das ganze Wochenende geplant. Ab Montag haben die Autos wieder freie Fahrt, bis am Wochenende darauf die B 170 am Bahnübergang in Obercarsdorf ebenfalls über das Wochenende gesperrt ist. Die Umleitung läuft über Reichstädt und Sadisdorf.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/der-schwerstarbeiter-3466005.html

Wie weit reicht der Dampf?

sz-online.de | Sachsen im Netz

Die Weißeritztalbahn soll in diesem Jahr in Kipsdorf ankommen. Ein erster Fahrplan-Entwurf sorgt für lange Gesichter.

03.08.2016 Von Mandy Schaks

reicht der Dampf?
Erst ließ der Wiederaufbau der Weißeritztalbahn Jahre auf sich warten, nachdem die Strecke bei der Flut 2002 zerstört worden war. Nun ringen schon seit Monaten Verkehrsverbund Oberelbe und der Betreiber der Strecke, die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft, um eine Lösung, wie der Fahrplan bis Kipsdorf aussehen könnte.

© Egbert Kamprath

Dippoldiswalde/Freital.Jan Kempe sieht es schon vor seinem geistigen Auge: Wenn die Weißeritztalbahn in diesem Jahr endlich am Bahnhof Kipsdorf ankommt, müssen gleich am Bahngelände riesengroße Info-Tafeln stehen mit Ausflugstipps. „Die Fahrgäste, die hier aussteigen, müssen sofort sehen, was sie von hier aus unternehmen können“, sagt der Chef vom Naturhotel Gasthof Bärenfels. Kempes Berufskollegin nickt. „Am besten wäre, wenn schon im Zug Flyer über die Region ausliegen, die jeder mitnehmen kann“, sinniert Ines Schubert, die Direktorin vom Best Western Hotel Stephanshöhe in Schellerhau. Doch dafür müssen die Züge erst mal bis Kipsdorf fahren. Gebaut wird an der flutzerstörten Strecke zwischen Dippoldiswalde und Kurort Kipsdorf inzwischen emsig. Doch als ein erster Fahrplan-Entwurf des Verkehrsverbundes Oberelbe Ende Juni durch die Sächsische Zeitung öffentlich wurde, wussten Gastronomen und Hoteliers im Osterzgebirge im ersten Moment nicht, ob sie lachen oder weinen sollten. Das Geld zum Betrieb der Weißeritztalbahn reicht hinten und vorn nicht. Damit überhaupt auf der gesamten Strecke Züge rollen können, sieht deshalb der Musterfahrplan künftig täglich nur noch zwei Fahrten von Freital-Hainsberg bis Dippoldiswalde und zurück vor, jetzt sind es sechs. Und bis Kipsdorf soll lediglich einmal am Tag ein Zug unterwegs sein. Zu Feiertagen oder an ausgewählten Wochenenden könnte dann noch die eine oder andere Fahrt dazukommen. Doch das kann Hotel-Chefin Ines Schubert aus Schellerhau wenig trösten. „Ich gehe davon aus, dass die Bahn wiederaufgebaut wird, um unser Gebiet hier oben auch touristisch attraktiver zu machen“, sagt sie. Zum einen sei aus Sicht der Branche ein Ziel, Tagesgäste zu gewinnen. Zum anderen wolle man mit dem Highlight, der dienstältesten Schmalspurbahn Deutschlands, werben und so die Belegung in den Gästehäusern steigern. „Wie das aber jetzt aussieht, kann ich kein einziges Zimmer zusätzlich verkaufen, wenn nur einmal am Tag die Bahn fährt und so nur von Kipsdorf nach Freital“, zeigt sie Konsequenzen auf. „Unsere Gäste kommen doch dann gar nicht mehr von Freital zurück.“

Dabei sitzt seit Monaten eine Arbeitsgruppe unter Federführung des Tourismusverbandes Erzgebirge zusammen und schmiedet Pläne, wie die Fahrgäste, die in Kipsdorf aussteigen, weitere Ziele ansteuern können. So ist im Gespräch, zum Beispiel mit der Altenberger Bimmelbahn auf Rädern Besucher zu empfangen und weiter gemütlich ins Bergland zu befördern, wo sie wandern, einkehren oder Sport und Spiel frönen können. So ließe sich auch die Weißeritztalbahn mit der Müglitztalbahn verbinden. Aber wie denn, wenn der Zug in Kipsdorf erst 15.41  Uhr ankommt? Projektmanagerin Anke Eichler vom Tourismusverband Erzgebirge ringt um Worte. „So funktioniert das nicht“, sagt sie. „Wenn Gäste mit der Bahn in Kipsdorf ankommen, können sie ja kaum einen Kaffee trinken.“ Denn sie haben gerade mal 21  Minuten Aufenthalt, dann fährt der Zug wieder ab Richtung Freital. Nicht mal ein Zwischenstopp in Dippoldiswalde lohne sich für die Gäste aus dem Kammgebiet dann. Der Zug rollt hier 16.40  Uhr am Bahnhof ein. Interessante touristische Einrichtungen wie das Lohgerbermuseum schließen 17  Uhr.

Aus Sicht von Tourismus-Chefin Veronika Hiebl geht so ein Fahrplan definitiv nicht. Sie befürchtet sogar, dass auf der Basis niemand entlang der Strecke bereit ist, auch nur einen einzigen Euro zu investieren, „weil dann sowieso nur wenige Gäste kommen“. Da sei keine Motivation mehr vorhanden. Inzwischen haben sich die Vertreter der Tourismusbranche aus dem Osterzgebirge näher mit dem Entwurf befasst. „Die Einschätzung ist vernichtend“, teilten sie dem Verkehrsverbund Oberelbe und dem Bahnbetreiber, der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft, mit. „Niemand kann glauben, dass der Fahrplanentwurf ernst gemeint ist, denn der touristische Nutzen geht gegen null!“

Der Tourismusverband Erzgebirge und der Wirtestammtisch Altenberg-Geising fordern in dem Brief beide Unternehmen auf, den Entwurf des Fahrplanes grundlegend zu überarbeiten und die touristischen Interessen zu berücksichtigen. Wenigstens zweimal am Tag müsste ein Zug durchgehend zwischen Freital und Kipsdorf und zurück verkehren. Schließlich gehe es auch um erhebliche Investitionen, die gegenüber dem Steuerzahler zu rechtfertigen sind. Der erste Abschnitt des Wiederaufbaus von Freital nach Kipsdorf kostete rund 23  Millionen Euro und ging 2008 in Betrieb. Für den zweiten Abschnitt bis Kurort Kipsdorf sind noch einmal 18  Millionen Euro veranschlagt, der soll in diesem Jahr fertig werden.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/wie-weit-reicht-der-dampf-3458601.html

2. Tag des Schmalspurbahn-Festivals

Schmalspurbahn-Festival 2016

Fotos vom 1. Tag des Schmalspurbahn-Festivals auf der Weißeritztalbahn

Mit der Weißeritztalbahn zur Baustellen-Tour

sz-online.de | Sachsen im Netz

Am nächsten Wochenende steigt das Schmalspurbahn-Fest. Das Interessanteste ist aber mit dem Bus zu erreichen.

07.07.2016 Von Tobias Winzer

eißeritztalbahn zur Baustellen-Tour

Die Strecke der Weißeritztalbahn durch den Rabenauer Grund wird am 16. und 17. Juli zum Festgelände.

© Oberthür

Freital/ Dippoldiswalde. Am Jahresende soll die Weißeritztalbahn erstmals nach 14 Jahren wieder die gesamte Strecke befahren. Für alle, die sich genau über den Wiederaufbau des hochwassergeschädigten Streckenteils zwischen Dippoldiswalde und Kipsdorf informieren wollen, gibt es zum Schmalspurbahn-Festival am übernächsten Wochenende eine wohl einmalige Chance. Beim traditionellen Schmalspurbahn-Festival führen Busfahrten zu verschiedenen Punkten der insgesamt elf Kilometer langen Baustelle.

„Auf vier Touren haben Wissbegierige die Gelegenheit, einen Blick auf den Wiederaufbau der Strecke zu werfen“, sagt Mirko Froß, Betriebsleiter bei der zuständigen Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft (SDG). „Wir bieten dazu Sonderfahrten mit dem historischen Omnibus Ikarus 66 an.“ Froß wird die Baustellen-Touren selbst führen. Sie starten am Sonntag, 17. Juli, um 7.30 Uhr, 9.45 Uhr, 14.45 Uhr und 16.45 Uhr in Freital-Hainsberg. Bei Tour 1 und 3 steht zuerst die Baustellenbesichtigung auf dem Programm. Anschließend geht es von Dippoldiswalde mit der Weißeritztalbahn zurück nach Freital. Bei Tour 2 und 4 wird erst Zug gefahren und dann die Baustelle besichtigt. Die Tickets kosten 25 Euro für Erwachsene und 12,50 Euro für Kinder bis 14 Jahre. Die Teilnehmerzahl ist auf 36 Personen pro Tour begrenzt.

Neu beim Schmalspurbahn-Festival ist auch ein Lokziehen. Am Sonnabend ab 18 Uhr soll eine 16 Tonnen schwere Diesellok nur mit Muskelkraft über eine Strecke von 40 Metern gezogen werden. Mitmachen können Teams mit jeweils acht Personen. „Wer die beste Zeit schafft, hat gewonnen“, so Froß. „Was es zu gewinnen gibt, wollen wir noch nicht verraten.“ Anmeldungen sind per E-Mail oder Telefon oder noch am Sonnabend bis 16 Uhr vor Ort am Bahnhof Hainsberg möglich. Neben Baustellen-Tour und Lokziehen steht zum Schmalspurbahn-Festival natürlich auch die Weißeritztalbahn selbst im Mittelpunkt. Am Sonnabend und Sonntag werden insgesamt 46 Fahrten mit drei verschiedenen Zuggarnituren angeboten. „Der Zug der Königlich-Sächsischen Staatseisenbahn und der Reichsbahn-Zug im Stil der Siebzigerjahre sind dabei bestimmt nicht nur für die Fotografen entlang der Strecke optische Leckerbissen“, so Froß. Am Samstagabend um 21.07 Uhr und 22.48 Uhr gibt es zwei Sonderzüge ab Hainsberg zum Feuerwerk „Malter in Flammen.“ Die Rückfahrt ab Malter ist für 23.35 Uhr und 1.16 Uhr geplant. Kinder bis 14 Jahre fahren kostenlos. Ansonsten gilt der normale Fahrpreis. Wer von Freital nach Dippoldiswalde und zurück will, zahlt zum Beispiel 14,60 Euro.

Entlang der Strecke von Freital bis Dippoldiswalde gibt es das gesamte Wochenende verschiedene Veranstaltungen. In Hainsberg ist am Sonnabend ein Programm vor allem für Kinder vorgesehen – mit Clown, Zauberei und Riesenseifenblasen. Am Haltepunkt am Weißeritzpark werden am Sonnabend die Grillweltmeister gesucht. Wer wandern will, kann am Sonntag ab 12.30 Uhr an einer geführten Wanderung ab dem Bahnhof Rabenau teilnehmen. Auch in Spechtritz, Seifersdorf, Malter und Dippoldiswalde sind verschiedene Programmpunkte geplant.

Anmeldungen zur Baustellen-Tour und zum Lokziehen per E-Mail unter weisseritztalbahn@sdg-bahn.de oder per Telefon 03520789290. Weitere Informationen zum Programm des Festivals gibt es im Internet

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/mit-der-weisseritztalbahn-zur-baustellen-tour-3438106.html

Wird die Weißeritztalbahn eingedampft?

sz-online.de | Sachsen im Netz

Die Strecke bis Kipsdorf ist bald wieder aufgebaut. Nun gibt es einen ersten Fahrplanentwurf – und viel Ernüchterung.

23.06.2016 Von Matthias Weigel

Weißeritztalbahn eingedampft?

Sechsmal täglich dampft die Lok mit den Wagen derzeit noch vom Bahnhof Freital-Hainsberg hoch nach Dipps und zurück. Wenn die flutzerstörte Strecke bis Kipsdorf zum Jahresende wieder aufgebaut ist, muss der Fahrplan wohl aber enorm ausgedünnt werden. Dafür gibt es einen gewichtigen Grund.

© Archivfoto: K.-L. Oberthür

Freital/Dippoldiswalde. Mit einem kräftigen Ruck zieht die Dampflok an. Dampf und Rauch steigen auf. Die Fahrgäste am Bahnhof Hainsberg zücken die Fotoapparate. Los geht es mit der Weißeritztalbahn in Richtung Dippoldiswalde. Sechsmal täglich zieht die Lok auf der dienstältesten öffentlichen Schmalspurbahn die Wagen die 15 Kilometer rauf und wieder runter. Seit der Wiedereröffnung 2008 ist das so. Die Strecke war nach der Flut 2002 zerstört, wurde für 23 Millionen Euro wiederaufgebaut.

Wenn alles gut läuft, ist die restliche Strecke bis Kipsdorf zum Jahresende ebenfalls wieder hergerichtet. Seit dem Frühjahr wird intensiv daran gearbeitet. 18 Millionen fließen in die elf Kilometer hoch ins Osterzgebirge. Dass dann immer noch so viele Züge auf der Strecke fahren, ist allerdings unwahrscheinlich. Denn der Fahrplan wird wohl gehörig ausgedünnt.

Künftig nur noch dreimal täglich

Der Grund ist einfach: Während Geld für den Bau aus dem Fluthilfefonds da ist, fehlt für den dichten Betrieb auf ganzer Strecke schlichtweg das Geld. Sachsen hatte bereits vor Jahren in einer Verordnung 4,2 Millionen Euro pro Jahr für Weißeritztal- und Lößnitzgrundbahn zusammen festgelegt. Das Geld wird aber bereits heute von beiden Bahnen komplett verbraucht.

Nun ist guter Rat teuer. Schon seit Monaten ringen Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) und der Betreiber der Strecke, die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft (SDG), um eine Lösung. Die Zeit wird knapp. Schließlich müssen ein paar Wochen vorm Start auch Technik und Mitarbeiter eingetaktet werden, Pläne in den Druck, die Werbemaschinerie anlaufen.

Der VVO jedenfalls wagt nun unter den aktuellen Vorzeichen einen Vorstoß und präsentierte zur jüngsten Verbandsversammlung einen Musterfahrplan. Der soll nun als Prämisse für die Verhandlungen mit der SDG dienen, heißt es. Zwei Fahrten bis Dippoldiswalde und zurück, eine bis Kipsdorf und zurück – das ist die tägliche Ausbeute. An ausgesuchten Wochenenden und Feiertagen könnte eine Fahrt bis Kipsdorf und zurück dazukommen. Auch zwei weitere Fahrten bis Dipps stünden möglicherweise im Angebot.

Wie viele solcher besonderer Fahrtage im Jahr möglich sind, werden aber erst die Verhandlungen zeigen. Laut VVO-Sprecher Christian Schlemper liegen dem Konstrukt die jetzigen Rahmenbedingungen zugrunde. So rechnet man einerseits mit dem jetzigen Budget. Was im oberen Abschnitt fährt, muss also im unteren eingespart werden. Andererseits soll der Verlust an Fahrgästen und Einnahmen so gering wie möglich sein. Vor allem die unattraktiven Züge morgens und abends fallen weg. Sie waren kaum ausgelastet. „Mit dem vorgelegten Entwurf würden 80 Prozent der heutigen Fahrgastnachfrage weiterhin erfüllt“, sagt Schlemper. Auch der touristischen Ausrichtung der Bahn trage man mit dem Plan Rechnung. Dazu müsste man an den Sonder-Wochenenden und Feiertagen aber eine zweite Zuggarnitur einsetzen.

Keine Spekulationen

Über den Ausgang der Verhandlungen will SDG-Chef Roland Richter nicht spekulieren. „Sollte kein zusätzliches Geld zur Verfügung gestellt werden, ist noch nicht einzuschätzen, ob überhaupt ein täglicher Fahrplanbetrieb möglich ist – und wie der dann aussieht“, sagt er. Für die Fahrgäste ein attraktives Angebot zu organisieren, werde schwer.

Dass sechs Zugpaare täglich rollen sollen, klingt unter den aktuellen Prämissen wie Hohn – obwohl mit dem geförderten Wiederaufbau eigentlich genau das vorgegeben ist. Auflösen könnte das Ganze der Freistaat. Im Wirtschaftsministerium hält man sich aber zurück – und spielt zunächst dem VVO den Schwarzen Peter zu. Es stehe dem Verbund ja frei, mehr Geld zu geben, heißt es. Woher das kommen soll, da doch der Nahverkehr seit Jahren finanziell auf Kante genäht ist? Mit dem kürzlich erzielten Kompromiss bei den Regionalisierungsmitteln – also den Geldern aus Berlin für den Schienennahverkehr – gebe es zumindest ein positives Signal und erleichtere die Situation, so die Aussage. Ansonsten verweist man auf die laufenden Haushaltsverhandlungen und eine mögliche Anpassung der Finanzierungsverordnung für die Schmalspurbahnen, die diskutiert wird. „Wir streben eine Lösung an, die im Interesse aller liegt“, versichert Sprecherin Kathleen Brühl und bittet um Geduld.

Klar ist allerdings auch: Die Bimmel ist nur eine von vielen Akteuren, die auf mehr Geld hoffen. So macht das Ministerium auch keinen Hehl daraus, dass man den Fahrplanentwurf des VVO durchaus für praktikabel und sachgerecht halte. Außerdem betont das Ministerium, dass man sich in Sachen Weißeritztalbahn nicht allein in der Pflicht sehe. „Für den touristischen Erfolg und eine höhere Fahrgastnachfrage sollten sich auch der Landkreis und die Anliegerkommunen an der Verbesserung des touristischen Umfelds und der Vermarktung beteiligen“, so Brühl.

bild-1760463h

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/wird-die-weisseritztalbahn-eingedampft-3426531.html

Dixiezug am 18.06.2016

Unser 7. Sonderzug mit der Blue Wonder Jazzband aus Dresden verkehrte am 18. Juni wieder zwischen Freital und Dippoldiswalde. Am Anfang war das Wetter leider leicht verregnet, so dass die Band bis Seifersdorf nur in den Wagen spielen konnte. In Seifersdorf und in Dippoldiswalde spielte die Band dann in dem dafür vorgesehenem offenen Wagen.

und noch einen kleinen Film dazu: