{"id":2057,"date":"2012-05-29T12:00:12","date_gmt":"2012-05-29T11:00:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.news.weisseritztalbahn.de\/?p=2057"},"modified":"2012-05-29T12:19:11","modified_gmt":"2012-05-29T11:19:11","slug":"%e2%80%9eder-dampf-ist-so-teuer","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.news.weisseritztalbahn.de\/?p=2057","title":{"rendered":"Fahrten mit der Bimmelbahn werden teurer"},"content":{"rendered":"<p>Freital. Die S\u00e4chsische Dampfeisenbahngesellschaft will die Tarife auf der Wei\u00dferitztalbahn erh\u00f6hen. Ab 1. November werden die Fahrten teurer, k\u00fcndigte der Betreiber in einem Gespr\u00e4ch mit der S\u00e4chsischen Zeitung an. Familientickets sollen von der Preiserh\u00f6hung ausgenommen bleiben. Andere Tarife hingegen werden um f\u00fcnf bis sieben Prozent angehoben. Davon betroffen seien alle drei Schmalspurbahnen die die Dampfeisenbahngesellschaft betreibt. Das sind neben der Wei\u00dferitztalbahn noch der L\u00f6\u00dfnitzdackel und die Fichtelbergbahn.<br \/>\nAls Grund f\u00fcr die Preiserh\u00f6hung nannte der Betreiber gestiegene Kosten. So sei Steinkohle, die f\u00fcr die Dampfr\u00f6sser gebraucht wird, heute doppelt so teuer wie noch vor f\u00fcnf Jahren.<\/p>\n<p>Artikel-URL: http:\/\/www.sz-online.de\/nachrichten\/artikel.asp?id=3070268<br \/>\n\u201eDer Dampf ist so teuer\u201c<\/p>\n<p>Freital\/Dippoldiswalde<br \/>\nDie Bimmel ist nach ihrer Wiederer\u00f6ffnung 2008 in der Realit\u00e4t angekommen. Zwei Jahre in Folge sanken die Fahrgastzahlen. Nun steigen die Preise.<\/p>\n<p>Die Strecke zwischen Freital und Dippoldiswalde ist bei der SDG derzeit die k\u00fcrzeste, aber auch die teuerste. Warum, dar\u00fcber sprach die SZ mit Mirko Fro\u00df von der S\u00e4chsischen Dampfeisenbahngesellschaft (SDG) und Christian Schlemper vom Verkehrsverbund Oberelbe (VVO).<\/p>\n<p>Warum werden keine vergleichbaren Tarife zu den anderen Bahnen angeboten?<\/p>\n<p>Fro\u00df: Das ist so nicht ganz richtig. Man muss von jeder Bahn individuell ausgehen. Der Unterschied zwischen der L\u00f6\u00dfnitzgrundbahn und der Wei\u00dferitztalbahn zum Beispiel begr\u00fcndet sich aus dem unterschiedlichen Angebot auf den Strecken. 100 Prozent der Z\u00fcge verkehren zwischen Radebeul und Moritzburg, und nur 50 Prozent bis Radeburg. Radeburg als Ziel ist nicht so attraktiv und deswegen bekommt man auf der R\u00fcckfahrt dieses St\u00fcck f\u00fcr einen geringen Obolus oben drauf. Das Tarifangebot auf der Wei\u00dferitztalbahn ist ein linearer Tarif. Wir betrachten dabei immer die Komplettstrecke bzw. den jeweiligen Abschnitt.<\/p>\n<p>Wie erkl\u00e4rt es sich, dass sich der Preis f\u00fcr eine Einzelfahrkarte innerhalb der letzten zehn Jahre mehr als verdoppelt hat?<\/p>\n<p>Schlemper: 2001 hat der VVO einen Verkehrsvertrag mit der Bahn abgeschlossen. Nach dem Hochwasser 2002 wurden die Bahnen an die BVO-Bahn abgegeben, die sp\u00e4ter zur SDG geworden ist. Deshalb ist es schwierig, die Preise einfach zu vergleichen, da fr\u00fcher durch den gro\u00dfen Verkehrsvertrag mit der DB Regio eine Quersubventionierung m\u00f6glich war \u2013 das hei\u00dft, dass die hohen Kosten der Schmalspurbahnen durch Gewinne andere Strecken wieder wett gemacht wurden. Das gibt es heute nicht mehr. Es gibt aber den ganz klaren Wunsch von der Politik, dass die Bahnen erhalten bleiben sollen. Der VVO gibt pro Jahr rund vier Millionen Euro f\u00fcr die beiden Schmalspurbahnen aus, um \u00fcberhaupt Z\u00fcge fahren zu lassen, aber das deckt die hohen Kosten des Dampfbetriebs nicht.<\/p>\n<p>Sind denn weitere Tariferh\u00f6hungen in n\u00e4chster Zeit geplant?<\/p>\n<p>Fro\u00df: Wir werden zum 1. November auf allen drei Bahnen der SDG die Preise anheben, allerdings nicht in allen Segmenten. Familien bleiben hierbei ausgenommen, ganz bewusst. Es geht um f\u00fcnf bis sieben Prozent. Grund ist daf\u00fcr die Kostensteigerung, die es in den letzten Jahren gegeben hat. In f\u00fcnf Jahren gab es eine Preissteigerung bei Steinkohle von 100 Prozent. Lokomotivkohle wird nicht mehr von vielen hergestellt. Von Wettbewerb kann dort kaum die Rede sein.<\/p>\n<p>Schlemper: Wir f\u00fchren jedes Jahr die Grundsatzdiskussion: Wenn ich die Preise erh\u00f6he, verliere ich dann nicht Fahrg\u00e4ste? Da leben wir genauso in der Marktwirtschaft wie alle anderen. Wenn es Preisanpassungen gibt, dann in Ma\u00dfen. Wir wollen die Leute ja nicht ver\u00e4rgern.<\/p>\n<p>Wenn das Fahren immer teurer wird \u2013 lohnt sich da noch der Ausbau der Strecke bis Kipsdorf?<\/p>\n<p>Schlemper: Vor dem Hintergrund des Tourismus ist es ein Gewinn f\u00fcr die Region. Das Problem ist, dass uns durch die K\u00fcrzungen des Freistaats Mittel weggefallen sind, so dass wir uns den t\u00e4glichen Betrieb auf dem oberen Abschnitt nicht leisten k\u00f6nnen. Der Freistaat gibt das Geld f\u00fcr den Wiederaufbau, das ist ein Versprechen der Politik. Aber wenn dieser abgeschlossen ist, haben wir aufgrund der Haushaltskonsolidierung des Freistaates gar nicht das Geld bekommen, um da t\u00e4glich Z\u00fcge fahren zu lassen.<\/p>\n<p>Das ist ja nicht das einzige Problem. So fehlen auch Ausflugsziele entlang der Bahnstrecke\u2026<\/p>\n<p>Schlemper: Ein Ausflugsprodukt wie die Bahn lebt von der Region, in der sie f\u00e4hrt. Da muss auch die Umgebung touristisch interessant sein.<\/p>\n<p>Fro\u00df: Mit der Inbetriebnahme 2008 entstand ein gro\u00dfer Hype bis Mitte 2009 \u2013 und dann hat uns die Normalit\u00e4t eingeholt. Wir sprechen immer vom \u201eFrauenkircheneffekt\u201c. Die Leute haben die Strecke gesehen. Und es gibt in der Region einfach noch viel zu tun. Aus diesem Grund m\u00fcssen wir in andere Richtungen denken, einmal die Bahn selbst, und das Umfeld als Erlebnis ausbauen.<\/p>\n<p>Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrte Lisa Fritsche.<\/p>\n<p>Kommentar<br \/>\nMatthias Weigel<br \/>\n\u00fcber die Preiserh\u00f6hung bei der Bimmel<\/p>\n<p>Die Bahn braucht wieder Euphorie<\/p>\n<p>Es ist eine Nachricht, mit der zu rechnen war. Auch die Dampfeisenbahner kommen an den Preissteigerungen nicht mehr vorbei. Der Kunde muss ab Herbst die Zeche f\u00fcr teurere Kohle zahlen \u2013 die Fahrpreise steigen.<br \/>\nEinen weiteren Einbruch der Fahrgastzahlen d\u00fcrften die teureren Tickets aber kaum verursachen. Wer Bahn fahren will, der f\u00e4hrt. Das Problem der sowieso sinkenden G\u00e4stezahlen ist ein ganz anderes: Alle wollten den Wiederaufbau \u2013 dann kam er und die gro\u00dfe Euphorie verschwand.<br \/>\nDie Bahn aber braucht Leute, die das Feuer am Brennen halten. Und das d\u00fcrfen nicht nur Interessensgemeinschaft und Betreiber sein, wobei es beim Marketing sicher auch noch Reserven gibt. Die politisch und touristisch Verantwortlichen m\u00fcssen die Bahn als Teil ihrer Anlieger-Kommunen begreifen und entsprechend investieren. Und letztlich die B\u00fcrger, die hin und wieder \u2013 mal mit, mal ohne Besuch \u2013 mitfahren.<\/p>\n<p>Quelle: sz-online\/S\u00e4chsische Zeitung &#8211; Dienstag, 29. Mai 2012<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freital. 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