{"id":2147,"date":"2012-07-11T10:23:55","date_gmt":"2012-07-11T09:23:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.news.weisseritztalbahn.de\/?p=2147"},"modified":"2012-07-11T10:23:55","modified_gmt":"2012-07-11T09:23:55","slug":"wenn-der-kindheitstraum-zum-beruf-wird","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.news.weisseritztalbahn.de\/?p=2147","title":{"rendered":"Wenn der Kindheitstraum zum Beruf wird"},"content":{"rendered":"<p>Von Mareike Huisinga<\/p>\n<p>no images were found<\/p>\n\n<p>Andr\u00e9 Aurich ist mit ganzem Herzen Lokf\u00fchrer der Wei\u00dferitztalbahn. Sein gr\u00f6\u00dfter Wunsch? Wieder Bahn frei bis Kipsdorf!<\/p>\n<p>Die Pufferk\u00fcsser sind Andr\u00e9 Aurich suspekt. \u201eManche legen sich ja fast auf die Gleise, um ein Foto zu machen\u201c, erz\u00e4hlt der 50-J\u00e4hrige. Die Rede ist von den hartgesottenen Dampfeisenbahnfans, die es f\u00fcr eine gute Aufnahme mit ihrer eigenen Sicherheit nicht immer so genau nehmen.<\/p>\n<p>Andr\u00e9 Aurich sieht oft welche, denn er ist Lokf\u00fchrer der Wei\u00dferitztalbahn. Seit 2001 f\u00e4hrt er auf der Strecke. Von 2002 bis Ende 2008 musste er eine Zwangspause einlegen, weil die Wei\u00dferitz-Flut die Route zerst\u00f6rt hatte.<\/p>\n<p>An diesem Dienstagmorgen schwingt er sich jugendlich auf den F\u00fchrerstand. Sein Kollege, der Lokheizer Matthias Kleimann, hat schon ordentlich Dampf gemacht. Pfiff, und los geht es in Richtung Dippoldiswalde. Jeder Handgriff sitzt sicher, die beiden Herren sind ein eingespieltes Team. Viel Zeit zum Reden ist beim Wei\u00dferitzpark nicht, denn beide schauen aufmerksam auf die Autos und die Stra\u00dfe, die das Gleis quert. \u201eEs gibt auf der Strecke zahlreiche unbeschrankte Bahn\u00fcberg\u00e4nge, da muss man besonders vorsichtig sein\u201c, erkl\u00e4rt Aurich.<\/p>\n<p>Mit seinem Beruf hat sich der Leipziger einen Kindheitstraum erf\u00fcllt. \u201eVon meinem Klassenzimmer aus konnte ich auf die Eisenbahn schauen, die Technik hat mich von Anfang an interessiert.\u201c Theoretisch k\u00f6nnte er mit seiner Ausbildung auch einen ICE bei der Deutschen Bahn fahren. \u201eAber da m\u00fcsste ich nur einen elektrischen Hebel bewegen. Hier habe ich etwas Handfestes, die Dampflok ist kein Computer, sie lebt\u201c, schw\u00e4rmt der Lokf\u00fchrer, der in diesem Moment bremst. Mehrere Reisende steigen an der Rabenauer M\u00fchle ein.<\/p>\n<p>Winken geh\u00f6rt dazu<\/p>\n<p>Die junge Schaffnerin pfeift und Abfahrt! Pardon, die korrekte Bezeichnung der jungen Dame lautet Zugf\u00fchrerin; in der Hierarchie steht sie sogar \u00fcber dem Lokf\u00fchrer und dem Heizer. \u201eWir m\u00fcssen nach ihrer Pfeife tanzen, im wahrsten Sinne des Wortes\u201c, meint Matthias Kleimann l\u00e4chelnd. Nach f\u00fcnf Minuten Weiterfahrt lauert erneut ein Pufferk\u00fcsser an der Strecke. Aurich will nicht missverstanden werden. \u201eEs ist sch\u00f6n, wenn sich Menschen f\u00fcr alte Dampfloks interessieren, es ist aber auch eine Frage der Sicherheit.\u201c Schon oft hat er f\u00fcr diese Enthusiasten bremsen m\u00fcssen. Mit einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern schnauft die \u201eButte\u201c, wie die Lok manchmal liebevoll von Aurich genannt wird, durch den Rabenauer Grund.<\/p>\n<p>Im Kessel lodert eine Hitze von mindestens 350 Grad. Kleimann heizt noch mal ordentlich nach, schlie\u00dflich geht es bergauf. Obwohl Aurich die Strecke schon zigmal gefahren ist, entdeckt er immer wieder Neues. Kurz nach Seifersdorf schauen die Bahner nach rechts. \u201eMal gucken, was unser Kleiner macht\u201c, sagt Kleimann. Gemeint ist das s\u00fc\u00dfe Yak-Baby, das vor vier Wochen geboren wurde und sich heute zufrieden auf der Weide sonnt. Immer wieder m\u00fcssen die beiden Kindern und Passanten an der Strecke zur\u00fcckwinken.<\/p>\n<p>Aurich und sein Kollege haben einen gro\u00dfen Wunsch: Dass endlich die Strecke von Dippoldiswalde nach Kipsdorf wieder aufgebaut wird, die die Flut 2002 zerst\u00f6rt hatte. \u201eSo ist die Route amputiert\u201c, sagt Kleimann. Oft werden die beiden von Fahrg\u00e4sten gefragt, wann man wieder bis zur eigentlichen Endstation durchfahren k\u00f6nnte. Ein Achselzucken ist ihre Antwort. \u201eSeit zehn Jahren werden wir von den Verantwortlichen nur vertr\u00f6stet\u201c, \u00e4rgert sich Aurich. Optimismus verbreitet allerdings Roland Richter von der S\u00e4chsischen Dampfeisenbahngesellschaft: \u201eWir gehen davon aus, dass wir 2014 wieder bis nach Kipsdorf fahren.\u201c Worte, die Aurich gerne geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Nachwuchs ist gesorgt<\/p>\n<p>Nach einer Dreiviertelstunde erreicht die Dampfeisenbahn den Dippser Bahnhof. Kurzer Check, Wasser wird aufgetankt und Aurich macht \u201eKopf\u201c. Er koppelt die Waggons ab und setzt sich mit seiner Lokomotive \u00fcber das Nachbargleis ans andere Ende des Zuges, um die R\u00fcckfahrt anzutreten.<\/p>\n<p>F\u00fcr Andr\u00e9 Aurich steht fest: Auch wenn er in 15 Jahren in Rente geht, er bleibt der Bimmel treu. \u00dcberhaupt ist f\u00fcr Nachwuchs gesorgt, denn Aurichs Sohn Fabian (14) hat ebenfalls ein Faible f\u00fcr alte Technik und Dampfloks. \u201eVielleicht \u00fcbernimmt er ja mal meinen Job?\u201c sagt sein Vater mit einem Schmunzeln.<\/p>\n<p>Quelle: sz-online\/S\u00e4chsische Zeitung, Montag, 9. Juli 2012<br \/>\nArtikel-URL: http:\/\/www.sz-online.de\/nachrichten\/artikel.asp?id=3102756<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Mareike Huisinga Andr\u00e9 Aurich ist mit ganzem Herzen Lokf\u00fchrer der Wei\u00dferitztalbahn. Sein gr\u00f6\u00dfter Wunsch? Wieder Bahn frei bis Kipsdorf! Die Pufferk\u00fcsser sind Andr\u00e9 Aurich suspekt. \u201eManche legen sich ja fast auf die Gleise, um ein Foto zu machen\u201c, erz\u00e4hlt der 50-J\u00e4hrige. Die Rede ist von den hartgesottenen Dampfeisenbahnfans, die es f\u00fcr eine gute Aufnahme [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0},"categories":[17,18,1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.news.weisseritztalbahn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2147"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.news.weisseritztalbahn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.news.weisseritztalbahn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.news.weisseritztalbahn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.news.weisseritztalbahn.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2147"}],"version-history":[{"count":6,"href":"http:\/\/www.news.weisseritztalbahn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2147\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2153,"href":"http:\/\/www.news.weisseritztalbahn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2147\/revisions\/2153"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.news.weisseritztalbahn.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2147"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.news.weisseritztalbahn.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2147"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.news.weisseritztalbahn.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2147"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}