{"id":4238,"date":"2015-07-05T19:24:45","date_gmt":"2015-07-05T18:24:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.news.weisseritztalbahn.de\/?p=4238"},"modified":"2015-07-05T19:24:45","modified_gmt":"2015-07-05T18:24:45","slug":"wie-viel-bimmel-brauchen-wir","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.news.weisseritztalbahn.de\/?p=4238","title":{"rendered":"Wie viel \u201eBimmel\u201c brauchen wir?"},"content":{"rendered":"<header class=\"szoArticleHeader\">\n<hgroup>\n<h2>Sch\u00fcler schreiben in der SZ \u00fcber ihre Sicht der Zukunft: Alles wird besser.<\/h2>\n<h2>\u00dcber ein Jahrhundert hat sie \u00fcberdauert, Krisen \u00fcberstanden: die Wei\u00dferitztalbahn. Aber lohnt sich ihr Erhalt wirklich?<\/h2>\n<\/hgroup>\n<div class=\"szoArticleHeaderMeta\">\n<p class=\"szoPublished\">03.07.2015 Von Philipp Immler<\/p>\n<\/div>\n<\/header>\n<figure class=\"szoArticleMainImage\">\n<div style=\"width: 410px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" title=\"Wie viel \u201eBimmel\u201c brauchen wir?\" src=\"http:\/\/www.sz-online.de\/nachrichten\/bilder\/so-kennen-und-lieben-sie-viele-die-weisseritztalbahn-hier-1505538.jpg\" alt=\"\u201eBimmel\u201c brauchen wir?\" width=\"400\" height=\"226\" \/><p class=\"wp-caption-text\">So kennen und lieben sie viele: die Wei\u00dferitztalbahn (hier im Rabenauer Grund). Vor allem die \u00e4ltere Generation ist fest mit der Tradition verbunden. Soll sie als Touristenmagnet erhalten bleiben, wird der Steuerzahler daf\u00fcr weiter zahlen m\u00fcssen. Foto: Egbert Kamprath<\/p><\/div>\n<\/figure>\n<p>Es ist ein warmer Fr\u00fchsommertag. Mit einem sanften Ruck setzt sich die Wei\u00dferitztalbahn in Bewegung. Zum beinahe melodischen Puffen der Dampflok geht die Fahrt durch den Rabenauer Grund. Am Fenster ziehen Familien mit Kindern vorbei \u2013 im Waggon aber herrscht Leere. Ein Normalzustand sei dies nicht, sagt Thomas Hornuff vom F\u00f6rderverein \u201eIG Wei\u00dferitztalbahn\u201c. Laut Statistik konnte man im Jahr 2014 150\u00a0000 Fahrg\u00e4ste begr\u00fc\u00dfen, immerhin knapp 20\u00a0000 mehr als im Vorjahr.<\/p>\n<p>Dennoch bleibt die sogenannte \u201eBimmel\u201c ein reines Zuschussgesch\u00e4ft: Unter den gegebenen Bedingungen sei dies auch \u00fcberhaupt nicht anders zu realisieren, erg\u00e4nzt Mirko Fro\u00df von der S\u00e4chsischen Dampfeisenbahngesellschaft (SDG), die die Bahn betreibt. Ohnehin k\u00f6nne man den \u00f6ffentlichen Nahverkehr nur mit staatlichen Subventionen aufrechterhalten, weshalb der Aspekt der Rentabilit\u00e4t sowieso eine untergeordnete Rolle spielen sollte. Gleichwohl nutzen Sch\u00e4tzungen zufolge nur deutlich unter f\u00fcnf Prozent der Fahrg\u00e4ste die Bahn als allt\u00e4gliches Transportmittel, der Rest sind Ausfl\u00fcgler.<\/p>\n<p>Das war nicht immer so. Den Planern der Schmalspurbahn ging es zum einen um die Schaffung einer effektiven Importroute f\u00fcr b\u00f6hmische Steinkohle, zum anderen aber auch vor allem um eine bessere Anbindung der Gebirgsregionen an die Ballungsgebiete. Nachdem die DDR-F\u00fchrung in den 60er-Jahren eine Stilllegung aller Schmalspurbahnen bis 1974 beschlossen hatte, war die \u201eBimmel\u201c von der Schlie\u00dfung bedroht. 1973 entschied man, sie f\u00fcr den Tourismus weiterzubetreiben. Das Konzept gelang, j\u00e4hrlich registrierte man 200\u00a0000 Fahrg\u00e4ste.<\/p>\n<p>Mit der Zerst\u00f6rung der Wei\u00dferitztalbahn durch die Flut 2002 endete der Fahrtbetrieb f\u00fcr mehrere Jahre; bis jetzt ist die Bahnstrecke erst zu zwei Dritteln wiederhergerichtet. Hohe technische und b\u00fcrokratische H\u00fcrden standen bisher einer vollst\u00e4ndigen Wiederer\u00f6ffnung im Weg. \u201eWann es so weit sein wird, l\u00e4sst sich jetzt nicht genau sagen, dar\u00fcber entscheiden nicht wir\u201c, erkl\u00e4rt Mirko Fro\u00df. An sich sei die Wiederer\u00f6ffnung vertraglich vereinbart, allein der Zeitpunkt sei offen.<\/p>\n<p>Warum aber sollte man die Schmalspurbahn \u00fcberhaupt erhalten? F\u00f6rderverein und Betreiber sind sich einig: \u201eDie Schmalspurbahn ist ein wichtiger Teil unserer lokalen kulturellen Identit\u00e4t, au\u00dferdem veranschaulicht sie Kindern auf eine einzigartige Weise, wie Technik funktioniert\u201c. Gerade in Verantwortung vor den kommenden Generationen sei es das Beste, die Bahn so gut wie m\u00f6glich zu bewahren. Visionen f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahrzehnte hat man allerdings nicht, das Konservieren an sich ist das Ziel. \u201eIn den 90er-Jahren hat es \u00dcberlegungen gegeben, die Bahnstrecke f\u00fcr den regul\u00e4ren Personenverkehr zu modernisieren\u201c, so Thomas Hornuff von der IG. Doch dabei w\u00e4re der Denkmalschutz zu kurz gekommen. Ob es die Bahn in einem Viertel- bis halben Jahrhundert noch geben wird, h\u00e4ngt aber auch nicht zuletzt von der Einstellung der Bev\u00f6lkerung ab. Wie viele andere Vereine auch leidet die IG unter Nachwuchssorgen. Bisher geht man davon aus, dass sich eine deutliche Mehrheit mit der Wei\u00dferitztalbahn identifiziert. Doch gerade unter meinen Altersgenossen gibt es nur sehr wenige, denen der Sinn nach einem Ausflug mit der \u201eBimmel\u201c st\u00fcnde. Die Frage ist, wie die Politik auf diesen gesellschaftlichen Trend reagiert. Die Fragen, die sich in Zukunft stellen werden, lauten vermutlich: \u201eWie viel sichtbare Vergangenheit braucht eine Gesellschaft?\u201c und \u201eWas macht unsere kulturelle Identit\u00e4t aus? Schlie\u00dflich ist es der allgemeine Wohlstand, der es erm\u00f6glicht, Projekte wie diese am Leben zu erhalten. Aber \u00fcber solche theoretischen Grundsatzfragen muss man sich als Fahrgast keine Gedanken machen. Egal, ob der Landesrechnungshof die Zusch\u00fcsse zum Betrieb r\u00fcgt und die Lokomotive logischerweise eine katastrophale Umweltbilanz hat: Wenn man auf der Plattform steht und einem der Fahrtwind durch die Haare zaust, sind all diese \u00dcberlegungen vergessen. Am Bahnhof Rabenau steige ich aus, eine l\u00e4ngere Strecke w\u00e4re mir zu teuer geworden. Der Zug rollt los, beschleunigt und verschwindet schlie\u00dflich hinter der Kurve: auf dem Weg in eine unklare Zukunft.<\/p>\n<footer class=\"szoArticleFooter\">\n<p class=\"szoArticleMeta\">Artikel-URL: http:\/\/www.sz-online.de\/nachrichten\/wie-viel-bimmel-brauchen-wir-3141121.htm<\/p>\n<\/footer>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sch\u00fcler schreiben in der SZ \u00fcber ihre Sicht der Zukunft: Alles wird besser. \u00dcber ein Jahrhundert hat sie \u00fcberdauert, Krisen \u00fcberstanden: die Wei\u00dferitztalbahn. Aber lohnt sich ihr Erhalt wirklich? 03.07.2015 Von Philipp Immler Es ist ein warmer Fr\u00fchsommertag. Mit einem sanften Ruck setzt sich die Wei\u00dferitztalbahn in Bewegung. 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