Lesewoche auf der Bimmelbahn beginnt

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16.02.2017

Vom Sonnabend, dem 18. Februar an, läuft auf der Weißeritztalbahn bis 26. Februar die Lesewoche. Dazu gehören eine fahrende Tauschbibliothek und Kinderbuchlesungen (am 19.02.) mit der Autorin Anja Schenk. Sie liest aus ihrem Buch „Max und die Eisenbahn“. In den Bücherzügen ist auch eine rollende Tauschbücherei dabei. Dort kann jeder schmökern und seine eigenen Bücher gegen welche im Regal tauschen. (SZ/fh)

Die Lesezüge starten um 14.12 Uhr in Freital-Hainsberg und um 15.10 Uhr in Dippoldiswalde zur Rückfahrt. Wer im Bücherwagen mitfahren will, braucht eine Fahrkarte und muss zwei Euro Aufpreis bezahlen.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/lesewoche-auf-der-bimmelbahn-beginnt-3613804.html

Die Bimmelbahner hoffen auf den Frühling

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Schnee blockiert die letzten Bauarbeiten bis Kipsdorf. Viele Angebote stehen fest, aber die Eröffnung noch nicht.

06.02.2017

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Hier dampft die Weißeritztalbahn am Bahnhof Seifersdorf vorbei. Die Strecke zwischen Freital-Coßmannsdorf und der Talsperre Malter ist bei den Fahrgästen am beliebtesten.

© Egbert Kamprath

Freital. Frühestens Ende April wird der erste reguläre Zug der Weißeritztalbahn in den Bahnhof Kipsdorf einfahren. Genauer kann es selbst Mirko Froß, der Betriebsleiter der Sächsischen Dampf-eisenbahngesellschaft (SDG), welche die Bahnstrecke betreibt, nicht sagen. „Das hängt vom Wetter ab. Wir brauchen es dauerhaft frost- und schneefrei. Dann erfordern die noch ausstehenden Arbeiten rund sechs Wochen Zeit“, ehe die Strecke mit allen erforderlichen Abnahmen fertig ist, sagte Froß am Montag auf der gemeinsamen Pressekonferenz von SDG und Verkehrsverbund Oberelbe (VVO). Aus heutiger Sicht weiß er schon, dass dieser Termin bestimmt nicht vor dem 23. April liegen wird.

Außerdem gewinnen damit alle Beteiligten noch etwas Zeit, um am Fahrplan zu feilen. Denn der steht immer noch nicht endgültig fest. Dazu teilten sowohl Froß als auch Christian Schlemper, VVO-Sprecher, nur mit, dass beide Seiten in Verhandlungen stehen. Der Entwurf, der auf der Vollversammlung des Verkehrsverbunds vor zwei Monaten vorgestellt wurde, sieht vor, dass zwei Züge am Tag von Freital bis Kipsdorf fahren und einer bis nach Dippoldiswalde. Ob es dabei bleibt, ist weiter umstritten. Im unteren Streckenabschnitt, der 2008 wieder aufgebaut war, fielen damit Fahrten weg. Das steht im Widerspruch zu den Beobachtungen, welche die Bahner bisher bei den Fahrgästen machen. Der beliebteste Abschnitt führt durch den Rabenauer Grund, teilte Froß mit. Zwischen Freital-Coßmannsdorf und Malter fahren die meisten Leute mit. Diese Strecke lässt sich mit einer Wanderung kombinieren.

Das ist mit ein Grund, warum die Bimmelbahn nicht nur bei den Bauarbeiten, sondern auch beim Publikumszuspruch stark vom Wetter abhängt. Die meisten Fahrgäste zählt die Bahn im Sommerhalbjahr, an Wochenenden, Feiertagen oder Brückentagen. „Und dann kommt es aufs Wetter an. Die Leute entscheiden kurzfristig, ob sie mitfahren, und so ein Ausflug ist eben nicht indoor“, sagte Froß. Im vergangenen Jahr sind rund 145 000 Fahrgäste auf der Weißeritztalbahn mitgefahren, gleich viele wie im Jahr zuvor.

Um die Bahnstrecke weiter attraktiv zu machen, bieten der Verkehrsverbund, die Dampfeisenbahngesellschaft und die IG Weißeritztalbahn wieder eine Reihe von Veranstaltungen an. Das Programm beginnt in den Winterferien. Komplett neu ist der Bibliothekszug, der vom 19. Februar an eine Woche lang täglich um 14.12 Uhr in Freital-Hainsberg startet, bis Dippoldiswalde und zurück rollt. „Die Kinderbuchautorin Anja Schenk fährt mit und liest aus ihrem Buch ,Max und die Eisenbahn’. Außerdem stehen im Lesewagen Bücher bereit zum Schmökern, und man kann eigene Bücher mitbringen und gegen die vorhandenen tauschen“, erklärt Gabriele Clauss, Marketingleiterin des Verkehrsverbunds, die fahrende Bibliothek. Wer mitfahren will, muss eine Fahrkarte kaufen und zwei Euro extra zahlen.

Angebot für Großeltern und Enkel

Zum zweiten Mal bietet die Weißeritztalbahn am Sonnabend, dem 11. Februar, einen Oma-Opa-Tag zusammen mit dem Freizeitzentrum „Hains“ in Freital an. Großeltern können mit Enkeln einmal mit der Bahn bis Dipps und zurück fahren, anschließend im Hains an einem Sportkurs teilnehmen und essen. Für die Kinder gibt es eine kleine Überraschung. Die Teilnahme kostet zusätzlich zur Fahrkarte noch 8 Euro für ein Kind und 9,95 Euro für einen Erwachsenen. Die Veranstaltung wird am 20. Mai und 12. August wiederholt.

Weiter bieten die Eisenbahner wieder bewährte Veranstaltungen an. Dabei arbeiten sie mit Gästeführern zusammen, die Touren auf den Spuren Ludwig Richters oder von Kipsdorf nach Bärenfels anbieten. Die Agentur Sachsenträume lässt von März bis Dezember Braumeisters Dampfzug rollen. Zu Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten fahren Sonderzüge. Die Feste an der Strecke, das Schmalspurfestival am 15. und 16. Juli und am 2. und 3. Dezember der Kleinbahnadvent, stehen auch im Kalender.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/die-bimmelbahner-hoffen-auf-den-fruehling-3606454.html

Stabile Fahrgastzahlen bei Weißeritztalbahn

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Im Vorjahr waren 145 000 Reisende mit der Bahn unterwegs. Das waren sogar etwas mehr als im Jahr zuvor. Allerdings macht das Wetter Sorge.

06.02.2017

Dippoldiswalde. Die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft (SDG) blickt zufrieden auf das abgelaufene Jahr zurück. 2016 waren mit Weißeritztalbahn, die die Gesellschaft betreibt, 145 000 Fahrgäste unterwegs. Das sind nahezu genauso viel wie im Jahr zuvor. „Ganz genau sind es sogar 143 mehr“, sagte am Montag Betriebsleiter Mirko Froß auf der Bilanzpressekonferenz der SDG und des VVO. Die Zahlen zeigten, dass der Fahrbetrieb stabil bleibe. Größtes Bauprojekt der Gesellschaft ist der Ausbau des oberen Abschnitts der Weißeritztalbahn. Allerdings können derzeit aufgrund des frostigen Wetters nur Werkstattarbeiten ausgeführt werden. Die Arbeiten an der Strecke würden laut Froß etwa sechs Wochen dauern. Mit der Fertigstellung ist nach gegenwärtigem Stand nicht vor dem 23. April zu rechnen.

Trotz der zufriedenstellenden Fahrgastzahlen ist die SDG um mehr Reisende bemüht. Dafür soll der Bereich der Fahrradtouristik ausgebaut werden. (szo)

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/stabile-fahrgastzahlen-bei-weisseritztalbahn-3606368.html

Schmalspurbahnen setzen auf Fahrradtouristen

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06.02.2017

Dresden. In der kommenden Saison wollen die sächsischen Schmalspurbahnen verstärkt auf den Fahrradtourismus setzen. „Mit dem Packwagen ist die Mitnahme des Fahrrads auf den Schmalspurbahnen ganz bequem“, sagte der Eisenbahnbetriebsleiter der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft, Mirko Froß, am Montag in Dresden. Zum Saisonstart Anfang Mai werde bei der Lößnitzgrundbahn die Fahrradmitnahme kostenlos angeboten, um diese Möglichkeit weiter bekannt zu machen.

Das sogenannte Anradeln sei jedoch nur einer von über 100 Punkten im Jahresprogramm der Schmalspurbahnen, hieß es. „Im Mittelpunkt stehen natürlich die beiden großen Festivals“, erläuterte Gabriele Clauss, Marketingleiterin beim Verkehrsverbund Oberelbe. Die Weißeritztalbahn feiere am 15. und 16. Juli, die Lößnitzgrundbahn am 16. und 17. September.

Im vergangenen Jahr waren nach Unternehmensangaben rund 400 000 Fahrgäste auf der Weißeritztalbahn und der Lößnitzgrundbahn unterwegs. Während die Weißeritztalbahn mit 145 000 Fahrgästen konstante Zahlen registrierte, bedeuteten die gut 250 000 Besucher der Lößnitzgrundbahn einen leichten Rückgang um etwa ein Prozent. (dpa)

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/sachsen/schmalspurbahnen-setzen-auf-fahrradtouristen-3606378.html

Eine Brücke lernt Schweben

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Die Bahnbrücke über die Weißeritz in Obercarsdorf lässt sich künftig im Notfall anheben. Sachsenweit ist sie einmalig.

23.01.2017 Von Carina Brestrich

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Halbzeit: Lars Werthmann, Ortsbeauftragter vom THW Dippoldiswalde prüft mit dem Zollstock, wie hoch die Brücke inzwischen ist. 40 Zentimeter sind hier bereits geschafft. Insgesamt 80 Zentimeter sind möglich.

© Egbert Kamprath

Obercarsdorf. Die Funken sprühen, der Trennschleifer frisst sich ins Metall. Um zwei Millimeter muss die Stahlplatte kleiner werden. Und zwar jetzt sofort. Sonst geht gar nichts mehr an diesem Tag, der für Obercarsdorf ein ganz besonderer ist. Denn zum ersten Mal wird die schmale Brücke, die die Weißeritztalbahn über die Rote Weißeritz und weiter bis nach Kipsdorf führen wird, getestet. Sie ist in den vergangenen Monaten so umgerüstet worden, dass sie sich im Fall eines Hochwassers hochkurbeln lässt. Dass sie nun, kurz nach Testbeginn schon nachbessern müssen, damit haben die etwa 20 Helfer nicht gerechnet. „Aber genau dafür sind wir heute hier. Das ist ein Test, um zu schauen, wo Verbesserungen nötig sind“, sagt Lars Werthmann vom Technischen Hilfswerk (THW) Dippoldiswalde.

Um Zeit geht es an diesem Tag nicht. Dabei ist genau das im Ernstfall entscheidend. „Bevor der Pegel in Schmiedeberg 80 Zentimeter, also Alarmstufe 1, erreicht, bekommen wir ein Signal aufs Handy“, erklärt Werthmann. Dann machen sich die Jungs vom THW auf den Weg. Kommt es so wie beim Hochwasser 2002, bleiben knapp zwei Stunden, um die 26 Tonnen schwere Brücke nach oben zu kurbeln – bevor das Wasser eine kritische Höhe erreicht. „Weil die Feuerwehr in solchen Fällen erfahrungsgemäß woanders gebraucht wird, übernehmen wir das“, sagt Werthmann. Vom Ufer aus verfolgt der Beigeordnete des Landrates, Heiko Weigel (CDU), das Geschehen. Das Landratsamt hat lange mit der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft über die Brücke beraten. „Das Bauwerk in seinem ursprünglichen Zustand ist nicht hochwassersicher“, sagt Weigel. Die Brücke ist zu niedrig, ihr Durchlass zu gering. Doch eine neue, höhere zu bauen ist nicht so einfach, weil das ganze Umfeld erhöht werden muss. Das Planverfahren, um die nötigen Grundstücke zu bekommen, zieht sich: „Um nicht so lange warten zu müssen, ist die Lösung nun eine Brücke, die sachsenweit einmalig ist“, sagt Weigel.

Seine Anspannung lässt sich Hubert Westphal nicht anmerken. Dabei hätte er allen Grund dazu. Denn heute zeigt sich, ob seine Idee aufgeht. Der Bauingenieur von der Firma Ipro Consult in Dresden hat die Eisenbahnbrücke zur Hubbrücke umkonstruiert. „So einen Auftrag hat man nicht alle Tage“, sagt er. Inspiration fand er in der Schweiz, wo die Bergbäche ähnlich schnell wie die Weißeritz anschwellen können. Eine Brücke, die im Hochwasserfall vom Wasser selbst angehoben wird, habe ihn auf die Hebelösung gebracht.

Bei der eingleisigen Bahnbrücke in Obercarsdorf ist aber Muskelkraft gefragt. An jedem der vier Pfeiler wird eine Winde aufgestellt. Jede wird von jeweils zwei Männern bedient. Während sie kurbeln, steht ein dritter Helfer mit Zollstock bereit. Damit sich nichts verkantet, muss die Brücke zunächst an einem Ende gleichmäßig angehoben werden. Nach zwanzig Zentimetern ist Schluss. Die Helfer schieben zur Stabilisierung die nächsten Stahlträger unter die Brücke und befestigen sie. Dann sind die Männer am anderen Ufer an der Reihe. Abwechselnd und in vier Stufen kurbeln die Teams die Konstruktion nach oben, schieben Träger für Träger darunter. Am Ende sollen es 80 Zentimeter sein.

Für Obercarsdorf ist der Brückentest ein historischer Moment. Ihn festzuhalten ist die Aufgabe von Sigo Reichel. Erst vor wenigen Tagen wurde er zum neuen Ortschronisten ernannt. Nun hat er gleich seinen ersten Einsatz. Mit der Kamera hält er fest, wie die Brücke Stück für Stück nach oben wandert. Bei den Anwohnern der Weißeritzstraße werden unterdessen Erinnerungen wach. Erinnerungen an die Stunden, die sie lieber aus der Geschichte streichen würden. Beim Hochwasser 2002 flutete die Weißeritz ihre Grundstücke. Ein Anwohner berichtet, wie das Wasser in seinem Haus 1,30 Meter hoch stand. „So etwas will man nicht noch mal erleben“, sagt er. Deshalb hatten er und seine Nachbarn sich dafür starkgemacht, dass für die Brücke eine Lösung her muss. Die gibt es nun zwar: „Trotzdem sehen wird das alles mit Vorsicht“, sagt der Anwohner. Lieber wäre ihm eine höhere Brücke. Die kommt auch, verspricht Heiko Weigel. „Das kann aber noch gut fünf Jahre dauern.“

Nach vier Stunden ist es geschafft. Die Brücke ist oben. Auch wenn alle Beteiligten mit dem Test zufrieden sind: Die Brücke, so hoffen sie, wird nur zu Übungszwecken betätigt. Bevor die Weißeritztalbahn dieses Jahr wieder bis nach Kipsdorf rollt, werden die Männer vom THW noch mal trainieren. Dann aber ohne Vorankündigung, sagt Lars Werthmann. „So wie im Ernstfall.“

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/eine-bruecke-lernt-schweben-3594922.html

Hebebrücke über Rote Weißeritz wird getestet

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Die Bimmelbahnbrücke über die Weißeritz hat eine besondere Technik. Die wird jetzt unter harten Bedingungen erprobt.

19.01.2017 Von Franz Herz

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Man sieht es der Brücke gar nicht an, aber sie ist eine besondere Konstruktion. Bei Hochwasser kann sie angehoben werden, damit mehr Wasser durchfließen kann.

© Egbert Kamprath

Obercarsdorf.Derzeit ruhen die Bauarbeiten an der Bimmelbahnstrecke zwischen Dippoldiswalde und Kipsdorf. „Es geht erst weiter wenn der Schnee weggetaut und kein Frost mehr ist“, sagt Betriebsleiter Mirko Froß. Es gibt aber eine Ausnahme. Am Sonnabend wird eine Brücke getestet. Man sieht es der Querung der Roten Weißeritz direkt neben der B 170 in Obercarsdorf nicht an, aber es ist eine besondere Konstruktion, eine Hebebrücke.

So etwas kennt man von der Küste, wo Schiffe unter Brücken durchfahren. Darum geht es an der Weißeritz nicht. Hier dient die Hebebrücke dem Hochwasserschutz. Denn an der Roten Weißeritz in Obercarsdorf ist der Durchlass für den Fluss eigentlich zu eng nach den Erkenntnissen, die Fachleute bei der Augustflut 2002 und danach gewonnen haben. Um das zu verbessern, hätte sie völlig neu aufgebaut und auch die Bahntrasse höher gelegt werden müssen. Diesen Aufwand hat die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft durch den Bau der Hebebrücke vermieden.

Jetzt sieht der Plan so aus, dass immer wenn der Pegel Schmiedeberg die Hochwasserwarnstufe 1 erreicht, die Weißeritz hier also mehr als 80 Zentimeter Wasserstand hat, die Brücke angehoben wird. Dann geht der Alarm automatisch von der Sächsischen Hochwassermeldezentrale an die Dampfeisenbahngesellschaft und an das Technische Hilfswerk (THW). Die Eisenbahner prüfen, ob noch ein Zug auf der Strecke ist. Der muss entweder in Kipsdorf bleiben oder wenn er weiter unten ist, nach Dippoldiswalde zurückfahren. „Sobald die Strecke frei ist, wird sie gesperrt“, sagt Froß.

Währenddessen rücken fünf Mann vom THW aus nach Obercarsdorf. Sie gehen an die Brücke, bringen dort Handwinden an, um das Bauwerk hochzukurbeln. Es gibt modernere Technik als von Hand zu kurbeln. Entscheidend ist aber, dass sie ohne Strom funktioniert, denn der ist bei einem Hochwasser nicht gesichert. Bis zu 90 Zentimeter kann die Brücke angehoben werden, damit das Wasser mehr Raum hat, um drunter durchzufließen. Gefährlich wird es vor allem dann, wenn der Fluss sich an einem zu engen Durchlass staut. Dann bleiben dort Holz sowie anderes Treibgut hängen und das Wasser tritt unkontrolliert über die Ufer. Davor hatten in Obercarsdorf Anlieger Angst. Deswegen haben sie eine Lösung für die Brücke gefordert.

Die Hebebrücke wird nun am Sonnabend ab 8 Uhr getestet, unter erschwerten Bedingungen. „Normalerweise herrscht bei Hochwasser ja kein Frost“, sagt Mirko Froß. „Aber wenn es unter diesen Umständen klappt, dann auch im Ernstfall. Es geht uns dort auch nicht darum, möglichst schnell zu kurbeln, sondern genau zu schauen, wie das am besten funktioniert.“

Beim Test sind nicht nur THW-Helfer aus Dippoldiswalde dabei, sondern auch welche aus Dresden und Pirna. Das ist eine zusätzliche Sicherheit, informierte Lars Werthmann, der Ortsbeauftragte in Dippoldiswalde. Im Falle, dass die Dippser gerade woanders im Einsatz sind, müssten die Dresdner oder die Pirnaer einspringen. Daher ist es wichtig, dass sie die Hebebrücke auch kennenlernen. Deswegen werden am Sonnabend weit mehr als die erforderlichen fünf Mann zur Brückenprobe erwartet. Die Organisatoren rechnen eher mit einem kleinen Menschenauflauf bei dem Test der Hebebrücke.

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Das neue Jahr und seine Höhepunkte

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Das Jahr 2017 hat mit Raketen und Böllern im Osterzgebirge begonnen. Und ähnlich heftig könnte es auch weitergehen. Neben dem Bau der Weißeritztalbahn gibt es noch mehr Höhepunkte in der Bildergalerie.

04.01.2017 Von Mandy Schaks, Maik Brückner, Stephan Klingbeil und Franz Herz

Jahr und seine Höhepunkte

Am 29.November 2016 rollte der erste Zug nach der Flut 2002 am Bahnhof Kipsdorf ein. Es war ein Bauzug mit Diesellok. Geladen hatte er Schotter fürs Gleisbett.

© Egbert Kamprath

Osterzgebirge.In diesem Jahr dürfte das Warten auf die Weißeritztalbahn im oberen Osterzgebirge ein Ende haben. Seit die Arbeiten auf dem zweiten Abschnitt der 2002 von der Flut zerstörten Strecke von Dippoldiswalde nach Kurort Kipsdorf im Frühjahr vorigen Jahres begonnen haben, sind die Bauleute zügig vorangekommen. Inzwischen liegen die Gleise auf dem elf Kilometer langen Abschnitt. Die Stopfmaschine, welche die Schienen ausrichtet und den Schotter fest rüttelt, ist inzwischen komplett durch. Ebenso sind die Schweißarbeiten zu 100 Prozent abgeschlossen und auch die Fernmeldetechnik, die beim Zugbetrieb für die Kommunikation mit dem Bahnpersonal erforderlich ist. Darüber informiert Roland Richter, Geschäftsführer der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft SDG.

Die Technik an den Bahnübergängen sei auch schon so gut wie fertig. Bei der Signaltechnik fehlten noch etwa 25 Prozent. Zudem stehen Arbeiten an der Bahnstrecke aus. So muss beispielsweise der Bahndamm noch befestigt werden. Wenn das Wetter mitspielt, könnte der Wiederaufbau im März abgeschlossen werden, stellt Richter in Aussicht. Ein Eröffnungstermin steht allerdings noch immer nicht fest. Die Verhandlungen zum Bahnbetrieb laufen noch. Vielleicht gibt es ja eine Osterüberraschung.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/das-neue-jahr-und-seine-hoehepunkte-3578858.html

Weißeritztalbahn dampft 2017 wieder bis Kipsdorf

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Jetzt rollen doch zwei Züge am Tag bis zur Endstation. Das hat aber auch andere Konsequenzen.

01.12.2016 Von Franz Herz

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Am Dienstag ist der erste Bauzug mit Diesellok in den Bahnhof Kipsdorf eingefahren. Geladen hatte er Schotter für das Gleisbett. Die Lok fuhr Matthias Kleimann. Für ihn war es ein besonderes Erlebnis. Denn am 12. August 2002 stand er in Freital als Heizer der Dampflok bereit, die wegen der Flut nicht mehr nach Kipsdorf fuhr.

© Egbert Kamprath

Kipsdorf.Der erste Arbeitszug mit drei Schotterwagen ist am Dienstag in den Bahnhof Kipsdorf eingefahren. Ihm werden in Zukunft, wenn die Züge im Weißeritztal wieder regulär bis Kipsdorf dampfen, täglich zwei Züge folgen, einer vormittags und einer am Nachmittag. Das sieht der neue Vertrag vor, den der Verkehrsverbund Oberelbe mit der Sächsischen Dampfeisenbahn abschließen will. Die Verbandsversammlung hat das am Mittwoch so beschlossen. Dabei wurde auch ein Fahrplanentwurf vorgestellt. Demnach fahren in Freital um 9.25 Uhr und 15.42 Uhr täglich ein Zug nach Kipsdorf ab und um 13.22 einer bis Dippoldiswalde. Das klingt aber besser als es ist. Denn die Fahrten bis Kipsdorf sind nicht zusätzlich, sondern dafür fallen auf dem unteren Streckenabschnitt bis Dippoldiswalde zwei Fahrten weg, eine am Morgen und eine am Nachmittag. Weiterhin wird in der Regel nur ein Zug auf der Strecke im Einsatz sein. Der fährt jetzt fünfmal am Tag in Freital los nach Dippoldiswalde, nach Eröffnung des neuen Abschnitts nur noch dreimal. An zwölf Tagen im Jahr wird ein zweiter Zug eingesetzt. Zu diesen Terminen sind sechs Fahrten im Angebot. Dies ist zu Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten, zum Schmalspurbahnfestival im Juli und zum Kleinbahnadvent vorgesehen.

Unterm Strich verringert sich damit das Angebot auf der Bahnstrecke. Bisher werden dort im Jahr 65 700 Fahrplankilometer zurückgelegt. Mit dem neuen Plan werden davon noch 50 912 bleiben. Das begründet Roland Richter, der Geschäftsführer der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft damit, dass sein Unternehmen zusätzlichen Aufwand für den Unterhalt der Strecke zwischen Dippoldiswalde und Kipsdorf hat. Seine Mitarbeiter haben Mehrarbeit mit Grünschnitt, dem Zurückschneiden von Bäumen, Unkrautbekämpfung oder dem Absichern der Strecke. Der Zuschuss, den die Dampfeisenbahngesellschaft vom Verkehrsverbund bekommt, steigt zwar von 4,22 Millionen Euro im Jahr auf 4,27 Millionen. Das gleicht aber die Mehrkosten durch den oberen Bauabschnitt ab Dipps nicht aus. Deswegen wird das, was neu angeboten wird, woanders eingespart.

Außerdem befürchten die Bahnbetreiber einen Rückgang der Fahrgastzahlen. Auf dem attraktiveren Teil der Strecke durch den Rabenauer Grund und an der Talsperre Malter entlang fahren künftig ja weniger Züge und es ist fraglich, ob das mit einer Zunahme auf dem oberen Abschnitt ausgeglichen werden kann. Der führt in wesentlichen Teilen direkt an der B 170 entlang, bietet also weniger landschaftliche Reize.

Daher gibt der Verkehrsverbund der Dampfeisenbahngesellschaft einen Ausgleich, falls die Fahrgeldeinnahmen sinken. Für die Jahre 2017 bis 2019 garantiert der Verbund die Einnahmen, mit denen auf der Bahn bisher schon kalkuliert worden ist. Details werden Verkehrsverbund und Dampfeisenbahngesellschaft noch aushandeln. Aber hier ist eine Summe von bis zu 100 000 Euro im Gespräch,

Bis im kommenden Frühjahr die ersten Züge fahren können, haben die Verkehrspolitiker also noch ein Stück Arbeit vor sich. Die Eckdaten stehen jetzt fest, aber um die Einzelheiten wird weiter gefeilscht.

Umfrage: Wie sehen Sie den neuen Fahrplan?

Stefan Brangs, Staatssekretär im SMWA

Flexibel reagieren
Man muss überlegen, ob der Schwerpunkt mehr auf die Wochenenden und Ferien gelegt werdensoll, wenn touristische Nachfrage da ist. Darauf muss die Bahn flexibel reagieren.

Michael Geisler, Landrat

Angebote entwickeln
Wir haben die finanziellen Möglichkeiten mit den Forderungen aus der Region angepasst. Jetzt kommt es darauf an, dass Dipps und Kipsdorf ihr touristisches Angebot entwickeln.

 

Roland Richter, Geschäftsführer SDG

Attraktionen schaffen
Wir müssen sehen, dass wir auch entlang der Strecke viele Attraktionen schaffen, damit wir keine Rückgänge bei den Fahrgastzahlen bekommen, wenn wir unten weniger fahren.

Rainer Böhme, Kreistagsabgeordneter

Schwierige Geschichte
Es gibt Verbindungen, die notwendig sind. Aber ob das bei einer Bahnlinie, die mehrfach die Buslinie kreuzt, der Fall ist? Das ist eine schwierige Geschichte.

 Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/weisseritztalbahn-dampft-2017-wieder-bis-kipsdorf-3552734.html

Weißeritztalbahn fährt 2017 wieder bis Kipsdorf

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Nach Beendigung der Bauarbeiten werden die Züge den Kurort zweimal täglich erreichen. Insgesamt soll es aber weniger Fahrten geben.

30.11.2016

talbahn fährt 2017 wieder bis Kipsdorf

Im kommenden Jahr fährt die Weißeritztalbahn wieder bis nach Kipsdorf.

© Frank Baldauf

Kipsdorf.Die Weißeritztalbahn wird im kommenden Jahr wieder in Kipsdorf einfahren.

Auf der Verbandsversammlung des zuständigen Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) am Mittwoch hieß es dazu, dass die Bahn nach dem Ende der aktuellen Streckenarbeiten zweimal täglich bis zum Kurort rollen werde. Ein genauer Termin konnte noch nicht genannt werden.

Je nach Wetter rechne man mit einem Start im Frühjahr, hieß es auf der Tagung. Der Takt der Weißeritztalbahn wird sich allerdings verringern. Vorgesehen sind täglich drei Fahrten. Zwei Züge verkehren dann zwischen Freital und Kipsdorf, ein Zug soll von Freital nach Dippoldiswalde rollen. Gegenwärtig starten in Freital fünf Fahrten nach Dipps. (szo)

Weißeritztalbahn hängt noch in der Luft

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Die Gleisarbeiter sind schon in Kipsdorf. Doch einen Fahrplan gibt’s nicht. Nun warten alle gespannt auf den Mittwoch.

25.11.2016 Von Mandy Schaks

talbahn hängt noch in der Luft

Mitarbeiter vom Gleisbau Bautzen verlegen am Bahnhof Kipsdorf die letzten Meter Gleis. Doch auch wenn die ordnungsgemäß liegen, kann noch kein Zug fahren.

© Egbert Kamprath

Freital/Kipsdorf. Vom Kurzurlaub zurück in den Alltag, in das nasskalte erzgebirgische November-Wetter. Gunther Gericke freut sich trotzdem, wieder in seinem Kipsdorf zu sein. Daheim ist daheim. Zudem: Wenn er sich umguckt, erlebt der Kurort gerade so etwas wie seinen zweiten Frühling. Seit der Flut 2002 musste Ortsvorsteher Gericke mit seinen knapp 300 Einwohnern auf diesen Moment warten. Ein Erlebnis, das den sonst so ruhigen und lebenserfahrenen Mann mit Anfang siebzig geradezu ins Schwärmen bringt. „Es hat wahnsinnig viel Freude gemacht, wie die Strecke der Weißeritztalbahn gewachsen ist“, sagt er. Als jetzt noch die Gerüste am sanierten Lokschuppen fielen, war er begeistert. „Da hat man erst richtig gesehen, wie schön das alles wird.“ Farbenfroh statt mausgraues Bahnhofsambiente.

Trotzdem ist er traurig. Die Kipsdorfer hatten fest damit gerechnet, dass ihre geliebte Bimmel zum Weihnachtsmarkt endlich anrollt. Doch daraus wird wieder nichts. Und Roland Richter, der Chef der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft SDG, kann auch keine Hoffnung machen, dass dieses Jahr fahrplanmäßig noch ein Zug von Dippoldiswalde bis Kipsdorf fährt. Der Wiederaufbau der flutzerstörten Strecke ist zwar gut vorangekommen. „Die Gleisarbeiter sind schon in Kipsdorf“, sagt Richter. „Aber wir brauchen noch ein bisschen Zeit.“ Die ist gerade etwas verloren gegangen, weil die Stopfmaschine, welche die Schienen ausrichtet und den Schotter fest rüttelt, kurz schlappmachte. „Deshalb haben wir etwas Verzug“, erläutert Richter. Wenn dann die Gleise liegen, kann aber immer noch nicht sofort ein Zug rollen. Dann müssen die Bahnanlagen hergerichtet werden, und es vergehen weitere vier bis fünf Wochen. „Ein bisschen Bürokratie ist auch dabei“, so der Bahn-Chef. Denn es muss zum Beispiel die Strecke von Fachleuten abgenommen werden. „Deshalb hängt viel vom Wetter ab, wann wir fertig werden. Aber hat es so lange gedauert, kommt es jetzt auf ein paar Wochen auch nicht mehr darauf an.“

Mehr Sorgen macht ihm, wie der Bahnbetrieb zwischen Freital-Hainsberg und Kurort Kipsdorf funktionieren soll. „Es hängt immer noch am Geld“, so Richter. Zur Erinnerung: Die SDG erhält vom Land für den Betrieb von Weißeritztalbahn und Lößnitzdackel in Radebeul rund 4,2 Millionen Euro. Diese Summe wird aber jetzt schon aufgebraucht. Wenn also noch Züge bis Kipsdorf fahren sollen, muss im unteren Streckenabschnitt gekürzt werden. Und bis Kipsdorf – so ging aus einem ersten Fahrplanentwurf im Juni hervor – reicht das Geld nur für eine Fahrt am Tag. Viel zu wenig, kritisierten die Osterzgebirgler. Auch Richter hält so eine Lösung nicht für vertretbar. „Vernünftig wären aus unserer Sicht zwei Fahrten pro Tag bis Kipsdorf“, sagt er. „Wir wollen ja auch ein Stück weit den Tourismus mit ankurbeln.“ Er glaubt, einen ordentlichen Fahrplan hinzubekommen, wenn die SDG zusätzlich eine halbe Million Euro pro Jahr an Zuschuss bekäme. Seit Monaten steht der Bahnbetreiber deshalb mit dem Verkehrsverbund Oberelbe in Gesprächen. „Unser Eindruck ist, jeder möchte eine Lösung haben.“

Das bestätigt VVO-Sprecher Christian Schlemper. Aber große Hoffnungen auf einen Geldsegen kann er bislang nicht machen. Voraussichtlich gebe es „keinen deutlichen Zuwachs an Mitteln“, sagt er, deshalb werde nach einem Kompromiss gesucht. Bahn-Chef Richter blickt nun gespannt auf die VVO-Zweckverbandsversammlung am kommenden Mittwoch in Weinböhla. Wie der Tagesordnung zu entnehmen ist, geht es um den Haushalt für das nächste Jahr. „Die Erwartungshaltung ist groß, dass da etwas passiert“, so Richter. Das hofft auch Gunther Gericke. „Zweimal täglich muss in der Woche ein Zug bis Kipsdorf fahren“, sagt er. „Alles andere wäre rausgeschmissenes Geld“ – bei Baukosten von insgesamt über 40 Millionen Euro.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/weisseritztalbahn-haengt-noch-in-der-luft-3549984.html