Extraseite Wiederaufbau

Für die Berichte über den Wiederaufbau der Weißeritztalbahn zwischen Dippoldiswalde und Kurort Kipsdorf haben wir eine Extraseite eingerichte.

Alle Berichte und Informationen finden Sie in unserem

Bautagebuch 2

Probefahrt V10c

Probefahrt unser V10c von Freital-Hainsberg nach Rabenau und zurück am 25.05.2016 anlässlich der fertiggestellten Hauptuntersuchung.

„Es genügt nicht nur Geld für den Wiederaufbau“

sz-online.de | Sachsen im Netz

Die Weißeritztalbahn soll bald in Kipsdorf ankommen. Warum die Freude getrübt ist, erklärt eine Tourismus-Expertin.

22.05.2016

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Anke Eichler vom Tourismusverband Erzgebirge ist froh, dass die Weißeritztalbahn seit 2008 wenigstens wieder bis Dippoldiswalde rollt. Auf dem unteren Abschnitt konnten inzwischen schon touristische Angebote rund um die Bahn etabliert werden. Im oberen Abschnitt ist noch viel zu tun.

© Egbert Kamprath

Es ist nicht zu übersehen: Zwischen Dippoldiswalde und Kurort Kipsdorf wird am Wiederaufbau der Weißeritztalbahn gearbeitet. Rund 15,5 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Ziel ist, bis Jahresende fertig zu werden. Ob dann aber auch Züge auf der elf Kilometer langen Strecke rollen, ist offen. Denn es fehlt Geld, um die Weißeritztalbahn auch betreiben zu können. Die SZ sprach dazu mit Anke Eichler vom Tourismusverband Erzgebirge.

Frau Eichler, haben Sie 14 Jahre nach der Flut selbst noch daran geglaubt, dass die Strecke bis Kurort Kipsdorf wiederaufgebaut wird?

Da kam schon der eine oder andere Zweifel auf.

Was erwartet die Tourismusbranche davon, wenn die Weißeritztalbahn wieder bis Kurort Kipsdorf fährt?

Die Anziehungskraft einer Tourismusregion lebt von den landschaftlichen und infrastrukturellen Besonderheiten. Die Weißeritztalbahn ist die dienstälteste Schmalspurbahn Deutschlands, also eine Besonderheit, mit der wir Eisenbahn- und Technikbegeisterte, aber auch Familien mit Kindern zusätzlich gewinnen können.

Wie kann es gelingen, mit der Bahn mehr Gäste ins Osterzgebirge zu locken?

Um die Weißeritztalbahn in ihrer historischen und touristischen Bedeutung auf dem Markt platzieren zu können, bedarf es des Zusammenspieles aller Partner: der Verkehrsinfrastruktur, Kommunen links und rechts der Bahn, der Leistungsträger, der Hotellerie, Gastronomie, der Vereine und Freizeiteinrichtungen der Region …

Die Bahnfahrt an sich ist ein Erlebnis! Viele Gäste verbinden eine Bahnfahrt jedoch auch mit dem Erreichen eines Zieles oder der zusätzlichen Nutzung eines erstrebenswerten Angebotes. An der Weißeritztalbahn gibt es nicht das Highlight, was an der Strecke liegt und Gäste in Scharen anzieht.

Es gibt viele kleine, liebevolle „Lichtchen“, die es gilt, in Szene zu setzen.

Wie ist Ihrer Meinung nach die Region darauf vorbereitet?

Sicher ist dem einen oder anderen nach der ganzen Vorgeschichte erst jetzt, wo die Baumaßnahmen in vollem Gange sind, bewusst, dass die Bahn tatsächlich am Jahresende wieder nach Kipsdorf fahren wird. Wenn man durch die Orte entlang der Bahnstrecke fährt, kommt man nicht zu dem Schluss, dass die Orte vorbereitet wären. Allerdings weiß ich, dass es in den Orten viele Ideen gibt, die darauf warten, angepackt und umgesetzt zu werden.

Wie kann der Tourismusverband helfen, dass das Projekt im wahrsten Sinn des Wortes ins Rollen kommt?

Bereits vor zwei Jahren haben wir, der Tourismusverband Erzgebirge in Kooperation mit der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft und dem Verkehrsverbund Oberelbe, im Bahnhof Kipsdorf mit den Bürgermeistern und Interessenvertretern entlang der Bahn besprochen, wie wichtig es ist, das infrastrukturelle Umfeld links und rechts der Weißeritztalbahn sowie die Verknüpfung und Neuentwicklung von touristischen Angeboten parallel zu gestalten. In der Arbeitsgruppe Angebotsentwicklung wurde das Bahnumfeld mit seinen derzeitigen Möglichkeiten unter die Lupe genommen und geschaut, was mit vorhandenem Potenzial entwickelt werden könnte bzw. welche Ideen neu umgesetzt werden müssten. Daraus ist ein Ideenkatalog entstanden, den es gilt, nun zu realisieren.

Was müsste jetzt als Erstes angepackt werden und warum?

Wenn es so leicht wäre, müssten zunächst die ganzen alten Bruchbauten verschwinden. Man sagt zwar, Eigentum verpflichtet, aber einige scheint dies nicht zu bewegen. Die Kommunen haben da, wie es scheint, wenig Handlungsspielraum. Eine weitere Grundvoraussetzung für die Angebotsentwicklung ist ein Fahrplan, dieser liegt bis heute nicht vor! Denn es genügt nicht, Gelder für den Wiederaufbau der Bahn bereitzustellen, wenn ein sinnvoller, regelmäßiger Bahnbetrieb finanziell nicht abgesichert ist. Denn für die Leistungsträger vor Ort ergeben sich viele offene Fragen: Wie oft fährt die Bahn? Wie lange haben die Gäste Aufenthalt? Welche Pakete können Hotels schnüren? Können zusätzlich gastronomische Leistungen angeboten werden? Rechnen sich neue Leistungsangebote? Wie kann ein begleitender bzw. ergänzender Nahverkehr zu und ab den Bahnhöfen erfolgen ? Die Zeit drängt, denn bereits Anfang Juli werden die Gruppenreisen für 2017 gebunden!

Steht noch mehr auf Ihrem Wunschzettel?

In der Prioritätenliste ganz vorn steht ein familienfreundlicher Wanderweg, der zunächst die Bahnhöfe Kipsdorf und Schmiedeberg verbindet. Perspektivisch ist allerdings denkbar, neben der gesamten Bahnstrecke Freital-Kipsdorf einen Wander- und Radweg mit vielen Spiel- und Erlebnispunkten zu etablieren. Weiterhin erhielt die Idee großen Zuspruch, die umliegenden Orte oberhalb von Kipsdorf zum Beispiel mit der Altenberger Bimmelbahn auf Rädern zu verbinden. Denn der Hauptteil der Gäste wohnt in den Kur- und Erholungsorten im oberen Kammgebiet, und diese brauchen gute Anschlüsse zu und ab den Bahnhöfen. Die Bimmelbahn auf Rädern könnte zudem die Müglitztal- mit der Weißeritztalbahn verbinden.

Was würden Sie denn persönlich als reizvoll empfinden, um an einer der Stationen zwischen Dippoldiswalde und Kipsdorf auszusteigen?

Also zunächst freue ich mich, dass Ende Juni der Generationspark direkt am Bahnhof Dippoldiswalde eröffnet wird. Für Familien ist das auf jeden Fall ein sehr schöner, neuer Verweilpunkt. In Obercarsdorf finde ich eine Wanderung zum Wildgehege und Hofladen der Familie Göbel weiter bis zum Aussichtspunkt „Otto’s Eck“ wunderbar. Wer in Schmiedeberg aussteigt, sollte sich auf jedem Fall die neu restaurierte Kirche ansehen. Sie ist ein echtes Schmuckstück, auch das Schulmuseum ist einen Besuch wert, allerdings müssten dort die Öffnungszeiten bei Bahnbetrieb etwas angepasst werden. Familie Dyroff, die im Bahnhof in Schmiedeberg eine Mosaikwerkstatt betreibt, will gern mit Veranstaltungen die Bahngäste zum Verweilen einladen.

Der Endstation in Kipsdorf kommt dabei sicher eine größere Bedeutung zu. Wie sieht es da aus Ihrer Sicht aus?

In Kipsdorf kann man in einer Gaststätte einkehren, Kaffee trinken oder auch eine Wanderung unternehmen. Allerdings müsste an den Endpunkt noch der ein oder andere „Knaller“, um wirklich ein lohnenswertes Ausflugsziel zu sein. Vorstellbar ist vieles: eine Wanderschaukel nach Oberkipsdorf oder Oberbärenburg, also ein Lift, der die Wanderer von einem Ort zum anderen bringt, oder eine Ausstellung „Vom Bauerndorf zum Kurort“, eine Art Museumsdorf, da es in Kipsdorf noch eine Reihe sehr gut erhaltene, aber geschlossene Einrichtungen gibt wie die alte Post, ein Tante-Emma-Laden. Oder was auch mal schön wäre zu sehen: Wie waren die Fremdenzimmer denn früher so eingerichtet, als nach Kipsdorf noch zur Sommerfrische gefahren wurde? Auch eine Kerzenzieherei oder eine Holzwerkstatt als Mitmach-Angebot für Kinder und gleichzeitig auch als Schlechtwetterangebot wären aus meiner Sicht super.

Das Interview führte Mandy Schaks.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/es-genuegt-nicht-nur-geld-fuer-den-wiederaufbau-3401210.html

Hauptuntersuchung der V10c

Einbau der Radsätze unserer V10c in Freital-Hainsberg.

 

Kunstatelier mitten im Bahnhof

Rings um das Empfangsgebäude der Weißeritztalbahn in Schmiedeberg laufen die Bauarbeiten. Hier treffen sich Kreativität und Eisenbahn.

01.05.2016 Von Franz Herz

ier mitten im Bahnhof

Die Vogelperspektive bietet einen schönen Überblick über das Bahngelände in Schmiedeberg. Rechts sind die früheren Ladestraßen und Gütergleise zu sehen, in der Mitte das Empfangsgebäude, in dem heute das Mosaikatelier Dyroff arbeitet, und links das Areal, wo die Gleise ins Pöbeltal geplant waren. Fotos: Egbert Kamprath

Schmiedeberg war einst ein großer Umschlagplatz an der Bahnstrecke zwischen Freital und Kipsdorf. Gießerei und Maschinenbau erhielten ihr Material über die Bahn, ebenso die Landwirte in der Umgebung. Ähnlich betriebsam geht es zurzeit rings um den Bahnhof zu. Auf beiden Seiten des Empfangsgebäudes laufen die Bauarbeiten für den Wiederaufbau der Weißeritztalbahn.

Ralf Kempe, der örtliche Betriebsleiter und Bahnmeister bei der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft, sieht hier nach dem Rechten. Ein Bagger verlädt alte Schwellen auf einen großen Laster. Die Holzbalken sind nicht mehr brauchbar, nachdem sie seit 2002 bei Wind und Wetter draußen lagen. Der Laster manövriert dann vorsichtig um die Ecke. Er bringt die Holzschwellen zu einer Sondermülldeponie. Sie müssen entsorgt werden. Betonschwellen, die noch in Ordnung sind und wieder eingebaut werden sollen, liegen auf einem großen Stapel.

Zwei Bagger räumen das Gleisbett auf. Sie stellen das sogenannte Planum her. So nennen die Bauleute die ebene Fläche, auf welcher der Neuaufbau beginnen kann. Was nicht mehr brauchbar ist, wird entsorgt. Was sich für den Neueinbau eignet, wird sorgfältig an der Seite aufgestapelt.

Die Situation auf dem Bahnhof Schmiedeberg ist merkwürdig. Das Empfangsgebäude in der Mitte hat seinerzeit die Deutsche Bahn an Klaus-Peter Dyroff verkauft, der hier mit seiner Tochter Anna eine Mosaikwerkstatt betreibt. Man sieht dem Gebäude an, dass es belebt ist und gepflegt wird. „Die Bauarbeiten stören uns nicht“, sagt Anna Dyroff. Sie wüsste nur gerne, wann und mit welchem Fahrplan die Züge wieder bis Kipsdorf fahren. Dann könnte sie auch verschiedene Aktivitäten besser planen. Sie ist auch aktiv in der IG Bahn in Schmiedeberg, die das touristische Angebot im Ort beleben will, vor allem im Hinblick auf Bahnfahrgäste, die mit der Bimmelbahn ankommen. Die nächste Aktion wird aber noch während der Bauphase stattfinden. Am 14. Mai findet die dritte Kreativmeile rund um das Bahnhofsgebäude statt.

Ringsherum gehört das Gelände der Dampfeisenbahngesellschaft. Es reicht vom Ufer der Weißeritz über die alte Ladestraße und das Ladegleis bis zu dem Garagenkomplex auf der anderen Seite des Bahnhofsgebäudes. Hier hat sich die Reichsbahn vor über hundert Jahren das Gelände gesichert für die geplante Pöbeltalbahn, die von Schmiedeberg nach Moldava führen sollte. Das Projekt ist aber nach ersten Baumaßnahmen Anfang der 1920er-Jahre wieder eingeschlafen.

Die heutigen Bauarbeiten konzentrieren sich aber auf die Gleise, die für den Betrieb der Weißeritztalbahn erforderlich sind. Auf dem Hauptgleis, dem Gleis 2, das direkt am Empfangsgebäude in Schmiedeberg vorbeiführt, können derzeit sogar Straßenfahrzeuge rollen. So eben ist die Trasse nach dem Abbau der Schienen und des Schotterbetts. Hier wird der reguläre Verkehr zwischen Kipsdorf und Freital-Hainsberg rollen. Die früheren Gleise 1 und 3 sind schon vor Jahren abgebaut worden. Sie werden auch nicht wieder errichtet. Allerdings behalten die Gleise ihre ursprünglichen Nummern, auch wenn es zwischendurch Lücken gibt. So werden die Gleise 6 und 7 auch wieder aufgebaut. Hier wurden bis 1995 Güter umgeschlagen. Kohle für die Industriebetriebe kam an. Der Forst hat in Schmiedeberg Holz auf die Bahn verladen. Der Güterverkehr ist seit 21 Jahren eingestellt worden, die Gleise werden aber wieder aufgebaut, weil sie so wie die ganze Bahnstrecke unter Denkmalschutz stehen. Es wird künftig auch möglich sein, beispielsweise bei Bahnfesten hier einen Zug abzustellen. Wer weiß, welche Möglichkeiten sich damit in künftigen Jahren für die Kreativmeile am Schmiedeberger Bahnhof bieten?

Der Aussichtswagen ist wieder in Betrieb

Ab sofort fährt auch der Aussichtswagen wieder im Zug mit.

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Mauerkrone der Talsperre Malter gesperrt

Die Pläne für die Weißeritztalbahn

sz-online.de | Sachsen im Netz

Wie es mit der Weißeritztalbahn bis Kipsdorf funktionieren soll, fragte die SZ bei VVO-Chef Burkhard Ehlen nach.

22.04.2016 Von Matthias Weigel

 für die Weißeritztalbahn

Ein Bild aus vergangenen Zeiten, das bald wieder Wirklichkeit sein soll: Die Weißeritztalbahn dampft zwischen Dippoldiswalde und Kipsdorf über das Viadukt in Schmiedeberg. Die von der Flut beschädigte Strecke wird derzeit für rund 17 Millionen Euro wieder aufgebaut. Nur wie es dort mit dem Zugbetrieb laufen soll, ist noch weitgehend offen.

© Archivfoto: Egbert Kamprath

Herr Ehlen, der Wiederaufbau der Weißeritztalbahn bis Kipsdorf läuft seit ein paar Wochen. Jahresende könnte die Strecke fertig sein. Wird dann auch ein Zug fahren?

Zielstellung aller Beteiligten ist es, wenn die Strecke fertig ist, auch einen Fahrplan bis Kurort Kipsdorf zu haben und Züge fahren zu lassen.

Die Debatte geht ja nun schon Jahre. Ist das jetzt wieder nur ein Lippenbekenntnis oder wird dafür auch etwas getan?

Es gibt verschiedene Entwürfe, wie ein Fahrplan aussehen könnte. Die werden derzeit in den Gremien diskutiert. Vor allem sind intensive Gespräche mit der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft SDG als Betreiber nötig. Die muss das, was dort geplant ist, am Ende ja auch in Schichtpläne für ihre Mitarbeiter umsetzen können.

Von welchen Rahmenbedingungen gehen Sie denn überhaupt aus?

Sachsen hat in der Finanzierungsverordnung geregelt, dass 4,2 Millionen Euro pro Jahr zweckgebunden für Weißeritztal- und Lößnitzgrundbahn zusammen zur Verfügung stehen. 500 000 Euro sind davon explizit für den Abschnitt Dippoldiswalde-Kipsdorf vorgesehen, sobald die Strecke fertig ist. Das Budget wird auf den Bahnen jedoch bereits jetzt komplett ausgeschöpft. Insofern müssen wir bei der Planung von diesen Summen ausgehen.

Das sind keine guten Voraussetzungen für einen Fahrplan bis Kipsdorf …

Wir stehen vor der Quadratur des Kreises: Einerseits setzt die Finanzierungsverordnung des Freistaates die Grenzen nach oben, andererseits reicht der Zuschuss gerade aus, die vom Freistaat vorgegebenen sechs Zugpaare im unteren Abschnitt zu finanzieren. Diesen Widerspruch kann nur der Freistaat auflösen.

Wie könnte er das Problem denn lösen?

Entweder mit mehr Geld oder mit mehr Flexibilität – sprich, wir können den Fahrplan an die tatsächliche Nachfrage anpassen und uns von der starren Vorgabe der Zugpaare verabschieden.

Man könnte ja auch zugunsten der Weißeritztalbahn etwas bei der Lößnitzgrundbahn abknapsen …

Dort werden wir keine Einschnitte vornehmen. Es ist eine Lösung rein innerhalb der Weißeritztalbahn angestrebt.

Im Umkehrschluss bedeutet das doch aber: Wenn zwischen Dippoldiswalde und Kipsdorf Züge fahren sollen, werden zwischen Freital und Dippoldiswalde welche wegfallen.

Richtig. Alles, was oben fährt, geht zulasten des unteren Abschnitts. Je öfter Züge bis Kipsdorf fahren, desto weniger werden es insgesamt sein. Das ist jetzt Teil der Prüfung, wie diese Verschiebung sinnvoll aussehen kann.

Wie kann eine Fahrplanung unter den Vorzeichen überhaupt gelingen?

Wir schauen uns aktuell sehr intensiv die Auslastung der Züge im unteren Abschnitt aus den vergangenen Jahren an. Solche, die in der Regel gut besetzt sind, stehen nicht zur Disposition. Aber die, in denen nur wenige Leute drin sitzen – wie die am frühen Morgen –, könnten zugunsten der Fahrten bis Kipsdorf wegfallen.

Eine Bedingung für die Fördermillionen zum Wiederaufbau der Strecke war es, dass die Strecke als Nahverkehrsangebot läuft. Inwieweit ist überhaupt ein Angebot bis Kipsdorf zu machen, was dem Begriff Nahverkehr gerecht werden könnte?

Die Schmalspurbahnen bieten einen touristischen Nahverkehr. Unser Ziel wären beispielsweise saisonale Lösungen, wie die Ferien- oder die Winterzeit, oder die Wochenenden und Feiertage, an denen die Auslastung tendenziell immer höher ist. Die Frage bleibt halt am Ende was wir uns leisten können und wollen und was die Region touristisch hergibt. Es nützt nichts, gut ausgelastete Züge unten zu streichen, um leer bis nach oben zu fahren.

Damit würde man ja auch mittelfristig weitere Einbußen riskieren. Schon zuletzt sanken ja die Fahrgastzahlen leicht auf rund 145 000 im Jahr …

Wir wollen auf der Weißeritztalbahn insgesamt keine Fahrgäste verlieren – sondern brauchen ein Konzept, um idealerweise wieder welche dazuzugewinnen.

Wird die Strecke zwischen Freital, Dippoldiswalde und Kipsdorf dann auch als Gesamtes vermarktet?

Ja, in der entsprechenden Arbeitsgruppe ist die ganze Region vertreten. Sie hat ein großes Interesse am Wiederaufbau. Insofern hoffen wir, dass sich alle angespornt fühlen, zum Erfolg beizutragen.

Das klingt ein wenig unzufrieden mit den Aktivitäten.

So will ich das nicht sagen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass, wenn es ergänzende touristische Angebote gibt, die Bahnen besser ausgelastet sind. Und von volleren Zügen profitieren am Ende alle. Insofern begrüßen wir alle Aktivitäten, die der Bahn und damit der Region helfen – und unterstützen das kommunikativ.

Wann ist mit Ergebnissen in Sachen Fahrplan zu rechnen?

Spätestens im Herbst müssen wir uns gefunden haben. Es braucht dann ja noch genügend Zeit, um den Plan organisatorisch umzusetzen, ihn in Fahrplanbücher zu packen und bekannt zu machen. Das geht nicht erst drei Tage vor Betriebsbeginn. Ein paar Wochen vorher müssen es schon sein.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/die-plaene-fuer-die-weisseritztalbahn-3378006.html

Staumauer Malter gesperrt!

Vom 18.April bis zum 30. November 2016 wird die Staumauer Malter auch für Fußgänger voll gesperrt. Grund sind Bauarbeiten an der Brücke über dem Überlauf.

Viele Fahrgäste der Weißeritztalbahn laufen gern eine Strecke. Oft ist der Bahnhof Malter Ausgangspunkt einer solchen Wanderung.

Ab Malter gibt es nun die Möglichkeit, rechts der Strecke in Höhe der Staumauer die Stufen der Stahltreppe zu erklimmen und dem Weg nach Seifersdorf zu folgen. Dort erreicht man wieder den Weg im Grund. Dieser Weg ist nicht kinderwagentauglich. Alternativ geht man am Eiscafé die Kurhausstraße hoch in die Dippoldiswalder Heide, um über Alte Rabenauer Straße und MüllersTorweg nach Seifersdorf abzusteigen (Grüner Strich).

Es gibt aber auch die Möglichkeit, die Weißeritztalbahn in Dippoldiswalde zu verlassen und über Paulsdorf zur linken Seite der Staumauer zu gelangen. Ortskundige können in Dippoldiswalde über Gerbersteig und Birkenleite zur Vorsperre gelangen, allen anderen sei der Weg entlang der Weißeritz- und Talsperrenstraße empfohlen.

Wer es kürzer mag, steigt in Seifersdorf aus dem Zug.

Selbstverständlich kann man die Wege auch in Gegenrichtung nutzen.

(ds)

 

Wo die Bimmel Wasser zapft

sz-online.de | Sachsen im Netz

Beim Wiederaufbau der Weißeritztalbahn wird auch der Wasserkran in Kipsdorf überholt. Die Bahn hat sogar ihre eigene Quelle.

05.04.2016 Von Franz Herz

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So sah es vor dem Hochwasserjahr 2002 aus, wenn die Lok in Kipsdorf Wasser aufgefüllt hat.

© Egbert Kamprath

Kipsdorf. Wenn die Bimmelbahn mit einer schönen weißen Wolke aus dem Schornstein durchs Weißeritztal hoch ins Gebirge fährt, dann verdampft dabei eine ganze Menge Wasser. „Drei bis vier Kubikmeter auf der Strecke von Freital bis Kipsdorf“, schätzt Ralf Kempe, Lokführer und Vorsitzender der IG Weißeritztalbahn. Der Wasserverbrauch ist unterschiedlich, je nach Bedarf. Wenn viele Wagen angehängt sind, wird mehr Dampf benötigt, ebenso, wenn im Winter die Heizung läuft oder im Finstern der Generator Strom benötigt, um die Lok und den Zug zu beleuchten. Sie alle benötigen Dampf. Und um den zu erzeugen, muss die Lok einen Wasservorrat dabei haben.

Daher nehmen die Züge in Dippoldiswalde „Zwischenwasser“. In Dipps fasst der Wasserspeicher 40 Kubikmeter. Oben in Kipsdorf wird der Wassertank noch einmal aufgefüllt. „Dort haben wir besonders gutes Wasser“, sagt Kempe. Die Weißeritztalbahn hat eine eigene Quelle. Diese liegt an der Tellkoppe knapp einen halben Kilometer vom Bahnhof Kipsdorf entfernt. Das ist besonders gutes und weiches Wasser. Daher sind kaum Zusätze erforderlich, um das Verkalken der Leitungen zu verhindern. Außerdem hat die eigene Quelle den Vorteil, dass sie keine Rechnungen schreibt. So war es für die Lokführer immer günstig, ihre Vorräte in Kipsdorf aufzufüllen, bis es „rausschwepperte“, wie Kempe erzählt.

Leitung von innen abgedichtet

Diese Wasserversorgung wird im Zuge des Wiederaufbaus der Bahnstrecke auch saniert, wie Mirko Froß informiert, der Betriebsleiter bei der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft. Der sichtbarste Teil davon ist der Wasserkran auf dem Bahnhof. Auch er bekommt eine Generalüberholung. Froß sagt: „Er wird abgestrahlt, erhält einen neuen Anstrich, und defekte Teile werden ausgewechselt.“ Dichtungen beispielsweise werden nach 14 Jahren ohne Nutzung inzwischen spröde sein. Aber die Konstruktion an sich ist weiterhin brauchbar.

Aber auch die restliche Wasserversorgung wird in Ordnung gebracht. Dazu gehört das große Wasserreservoir, das man vom Bahnhof aus am östlichen Hang sieht. Der Wasserbehälter hier hat 50 Kubikmeter Fassungsvermögen. Außen ist eine Anzeige angebracht, wie voll er gerade ist. Die Bahnfahrgäste können vom Bahnsteig aus sogar den Füllstand des Reservoirs ablesen. In früheren Zeiten, wenn mehrere Züge in Kipsdorf angekommen sind, war dieser Vorrat durchaus erforderlich. In trockenen Sommerzeiten konnte es auch vorkommen, dass aus der Quelle etwas weniger Wasser lief, dann mussten die Eisenbahner den Wasserstand sorgsam im Blick behalten.

Talfahrt mit weniger Dampf

Von diesem großen Reservoir führt eine unterirdische Leitung zur Quelle. Auch diese ist in den Wiederaufbau mit einbezogen. Sie bekommt von innen eine neue Beschichtung, damit sie auch in künftigen Jahren dicht hält. An der Quelle selbst befindet sich ebenfalls noch eine Zisterne mit rund 20 Kubikmeter Fassungsvermögen, berichtet Kempe.

Wenn die Züge von Kipsdorf zurück nach Dippoldiswalde und Freital fahren, benötigen sie nicht mehr so viel Dampf, also auch weniger Wasser. „Nur zum Anfahren müssen sie etwas Dampf geben, dann rollt es meistens fast von alleine bis nach Dippoldiswalde“, sagt Kempe. Nur auf dem ebenen Abschnitt zwischen Obercarsdorf und Dippoldiswalde, wo die Bahnstrecke parallel zur B 170 verläuft, reicht das Gefälle allein nicht, und der Lokführer muss Dampf geben.

Die Ansprüche an die Wassertechnik sind hoch. Das Nachfüllen der Lokomotiven muss schnell gehen. Drei Kubikmeter ist ungefähr ein Zehntel des Jahresverbrauchs eines durchschnittlichen Deutschen. Diese Menge muss in kurzer Zeit in den Wassertank eingefüllt werden, damit die Fahrgäste nicht unnötig warten müssen. Daher sprudelt der Wasserkran beim Nachfüllen kräftig. Die Eisenbahnfreunde hoffen, dass er nach Abschluss der Bauarbeiten oft sprudeln wird, weil dann viele Züge auf der Weißeritztalbahn ins Osterzgebirge hoch dampfen.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/wo-die-bimmel-wasser-zapft-3364413.html

Nachlese Osterhasenexpress 2016