Extraseite Wiederaufbau

Für die Berichte über den Wiederaufbau der Weißeritztalbahn zwischen Dippoldiswalde und Kurort Kipsdorf haben wir eine Extraseite eingerichte.

Alle Berichte und Informationen finden Sie in unserem

Bautagebuch 2

Ausschreibung für Bimmelbahnbau

sz-online.de | Sachsen im Netz

Wenn die ersten Gleise an der Bimmelbahn verlegt sind, kann die Elektrik eingebaut werden. Dafür wird eine Firma gesucht.

25.06.2016 Von Franz Herz

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Die letzte große Ausschreibung für den Wiederaufbau der Strecke der Weißeritztalbahn läuft. Für die Erneuerung der Elektrik wird eine Firma gesucht.

© Frank Baldauf

Dippoldiswalde/Kipsdorf. Derzeit läuft die letzte große Ausschreibung für den Wiederaufbau des oberen Abschnitts der Weißeritztalbahn. Es geht dabei um die Elektrik entlang der Strecke, wie Mirko Froß, Betriebsleiter bei der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft, informierte. Zu den Elektroinstallationen gehören die Signaltechnik, um die Züge zu steuern, die Fernmeldetechnik und die Stromversorgung für die technischen Anlagen entlang der Bahntrasse zwischen Dippoldiswalde und Kipsdorf.

Anfang Juni wurden diese Arbeiten öffentlich ausgeschrieben. Derzeit können interessierte Firmen Angebote abgeben. Im August soll die Entscheidung über den Zuschlag fallen. Im September sollen die Gleisbauer auf verschiedenen Abschnitten dann so weit sein, dass die Elektriker beginnen können. Sie können erst mit ihrer Arbeit anfangen, wenn die anderen Schritte abgeschlossen sind.

Derzeit wird auf der gesamten Strecke zügig gebaut. Die Arbeiter sind aber unterschiedlich weit. Im oberen Abschnitt zwischen Schmiedeberg und Kipsdorf laufen noch die Stützwandbauten zur Weißeritz und zur Bundesstraße hin. Die müssen abgeschlossen sein, ehe der Bau des Gleisbettes beginnen kann. Im unteren Bereich zwischen Dippoldiswalde und Schmiedeberg liegt teilweise schon das Schotterbett, auf das schließlich die Schwellen und Gleise verlegt werden.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/ausschreibung-fuer-bimmelbahnbau-3428241.html

Wird die Weißeritztalbahn eingedampft?

sz-online.de | Sachsen im Netz

Die Strecke bis Kipsdorf ist bald wieder aufgebaut. Nun gibt es einen ersten Fahrplanentwurf – und viel Ernüchterung.

23.06.2016 Von Matthias Weigel

Weißeritztalbahn eingedampft?

Sechsmal täglich dampft die Lok mit den Wagen derzeit noch vom Bahnhof Freital-Hainsberg hoch nach Dipps und zurück. Wenn die flutzerstörte Strecke bis Kipsdorf zum Jahresende wieder aufgebaut ist, muss der Fahrplan wohl aber enorm ausgedünnt werden. Dafür gibt es einen gewichtigen Grund.

© Archivfoto: K.-L. Oberthür

Freital/Dippoldiswalde. Mit einem kräftigen Ruck zieht die Dampflok an. Dampf und Rauch steigen auf. Die Fahrgäste am Bahnhof Hainsberg zücken die Fotoapparate. Los geht es mit der Weißeritztalbahn in Richtung Dippoldiswalde. Sechsmal täglich zieht die Lok auf der dienstältesten öffentlichen Schmalspurbahn die Wagen die 15 Kilometer rauf und wieder runter. Seit der Wiedereröffnung 2008 ist das so. Die Strecke war nach der Flut 2002 zerstört, wurde für 23 Millionen Euro wiederaufgebaut.

Wenn alles gut läuft, ist die restliche Strecke bis Kipsdorf zum Jahresende ebenfalls wieder hergerichtet. Seit dem Frühjahr wird intensiv daran gearbeitet. 18 Millionen fließen in die elf Kilometer hoch ins Osterzgebirge. Dass dann immer noch so viele Züge auf der Strecke fahren, ist allerdings unwahrscheinlich. Denn der Fahrplan wird wohl gehörig ausgedünnt.

Künftig nur noch dreimal täglich

Der Grund ist einfach: Während Geld für den Bau aus dem Fluthilfefonds da ist, fehlt für den dichten Betrieb auf ganzer Strecke schlichtweg das Geld. Sachsen hatte bereits vor Jahren in einer Verordnung 4,2 Millionen Euro pro Jahr für Weißeritztal- und Lößnitzgrundbahn zusammen festgelegt. Das Geld wird aber bereits heute von beiden Bahnen komplett verbraucht.

Nun ist guter Rat teuer. Schon seit Monaten ringen Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) und der Betreiber der Strecke, die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft (SDG), um eine Lösung. Die Zeit wird knapp. Schließlich müssen ein paar Wochen vorm Start auch Technik und Mitarbeiter eingetaktet werden, Pläne in den Druck, die Werbemaschinerie anlaufen.

Der VVO jedenfalls wagt nun unter den aktuellen Vorzeichen einen Vorstoß und präsentierte zur jüngsten Verbandsversammlung einen Musterfahrplan. Der soll nun als Prämisse für die Verhandlungen mit der SDG dienen, heißt es. Zwei Fahrten bis Dippoldiswalde und zurück, eine bis Kipsdorf und zurück – das ist die tägliche Ausbeute. An ausgesuchten Wochenenden und Feiertagen könnte eine Fahrt bis Kipsdorf und zurück dazukommen. Auch zwei weitere Fahrten bis Dipps stünden möglicherweise im Angebot.

Wie viele solcher besonderer Fahrtage im Jahr möglich sind, werden aber erst die Verhandlungen zeigen. Laut VVO-Sprecher Christian Schlemper liegen dem Konstrukt die jetzigen Rahmenbedingungen zugrunde. So rechnet man einerseits mit dem jetzigen Budget. Was im oberen Abschnitt fährt, muss also im unteren eingespart werden. Andererseits soll der Verlust an Fahrgästen und Einnahmen so gering wie möglich sein. Vor allem die unattraktiven Züge morgens und abends fallen weg. Sie waren kaum ausgelastet. „Mit dem vorgelegten Entwurf würden 80 Prozent der heutigen Fahrgastnachfrage weiterhin erfüllt“, sagt Schlemper. Auch der touristischen Ausrichtung der Bahn trage man mit dem Plan Rechnung. Dazu müsste man an den Sonder-Wochenenden und Feiertagen aber eine zweite Zuggarnitur einsetzen.

Keine Spekulationen

Über den Ausgang der Verhandlungen will SDG-Chef Roland Richter nicht spekulieren. „Sollte kein zusätzliches Geld zur Verfügung gestellt werden, ist noch nicht einzuschätzen, ob überhaupt ein täglicher Fahrplanbetrieb möglich ist – und wie der dann aussieht“, sagt er. Für die Fahrgäste ein attraktives Angebot zu organisieren, werde schwer.

Dass sechs Zugpaare täglich rollen sollen, klingt unter den aktuellen Prämissen wie Hohn – obwohl mit dem geförderten Wiederaufbau eigentlich genau das vorgegeben ist. Auflösen könnte das Ganze der Freistaat. Im Wirtschaftsministerium hält man sich aber zurück – und spielt zunächst dem VVO den Schwarzen Peter zu. Es stehe dem Verbund ja frei, mehr Geld zu geben, heißt es. Woher das kommen soll, da doch der Nahverkehr seit Jahren finanziell auf Kante genäht ist? Mit dem kürzlich erzielten Kompromiss bei den Regionalisierungsmitteln – also den Geldern aus Berlin für den Schienennahverkehr – gebe es zumindest ein positives Signal und erleichtere die Situation, so die Aussage. Ansonsten verweist man auf die laufenden Haushaltsverhandlungen und eine mögliche Anpassung der Finanzierungsverordnung für die Schmalspurbahnen, die diskutiert wird. „Wir streben eine Lösung an, die im Interesse aller liegt“, versichert Sprecherin Kathleen Brühl und bittet um Geduld.

Klar ist allerdings auch: Die Bimmel ist nur eine von vielen Akteuren, die auf mehr Geld hoffen. So macht das Ministerium auch keinen Hehl daraus, dass man den Fahrplanentwurf des VVO durchaus für praktikabel und sachgerecht halte. Außerdem betont das Ministerium, dass man sich in Sachen Weißeritztalbahn nicht allein in der Pflicht sehe. „Für den touristischen Erfolg und eine höhere Fahrgastnachfrage sollten sich auch der Landkreis und die Anliegerkommunen an der Verbesserung des touristischen Umfelds und der Vermarktung beteiligen“, so Brühl.

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Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/wird-die-weisseritztalbahn-eingedampft-3426531.html

Dixiezug am 18.06.2016

Unser 7. Sonderzug mit der Blue Wonder Jazzband aus Dresden verkehrte am 18. Juni wieder zwischen Freital und Dippoldiswalde. Am Anfang war das Wetter leider leicht verregnet, so dass die Band bis Seifersdorf nur in den Wagen spielen konnte. In Seifersdorf und in Dippoldiswalde spielte die Band dann in dem dafür vorgesehenem offenen Wagen.

und noch einen kleinen Film dazu: 

Endlich ist die IV K 99 608 wieder einmal in ihrem Heimat-Bw Freital-Hainsberg.

Nach Jahren auf Reisen, ist sie heute von Mügeln kommend auf heimische Gleise gerollt wurden. Obwohl die „Heimatdienststelle“ bei der SDG keine Rolle spielt und der EVU-Leiter nicht vor hat, dass sie unter Dampf sein wird. Die   IG Weißeritztalbahn e.V. prüft, ob man einen Sonderzug mit der IV K bestellen kann.

Probefahrt V10C

Probefahrt unser V10C von Freital-Hainsberg nach Rabenau und zurück am 25.05.2016 anlässlich der fertiggestellten Hauptuntersuchung.

„Es genügt nicht nur Geld für den Wiederaufbau“

sz-online.de | Sachsen im Netz

Die Weißeritztalbahn soll bald in Kipsdorf ankommen. Warum die Freude getrübt ist, erklärt eine Tourismus-Expertin.

22.05.2016

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Anke Eichler vom Tourismusverband Erzgebirge ist froh, dass die Weißeritztalbahn seit 2008 wenigstens wieder bis Dippoldiswalde rollt. Auf dem unteren Abschnitt konnten inzwischen schon touristische Angebote rund um die Bahn etabliert werden. Im oberen Abschnitt ist noch viel zu tun.

© Egbert Kamprath

Es ist nicht zu übersehen: Zwischen Dippoldiswalde und Kurort Kipsdorf wird am Wiederaufbau der Weißeritztalbahn gearbeitet. Rund 15,5 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Ziel ist, bis Jahresende fertig zu werden. Ob dann aber auch Züge auf der elf Kilometer langen Strecke rollen, ist offen. Denn es fehlt Geld, um die Weißeritztalbahn auch betreiben zu können. Die SZ sprach dazu mit Anke Eichler vom Tourismusverband Erzgebirge.

Frau Eichler, haben Sie 14 Jahre nach der Flut selbst noch daran geglaubt, dass die Strecke bis Kurort Kipsdorf wiederaufgebaut wird?

Da kam schon der eine oder andere Zweifel auf.

Was erwartet die Tourismusbranche davon, wenn die Weißeritztalbahn wieder bis Kurort Kipsdorf fährt?

Die Anziehungskraft einer Tourismusregion lebt von den landschaftlichen und infrastrukturellen Besonderheiten. Die Weißeritztalbahn ist die dienstälteste Schmalspurbahn Deutschlands, also eine Besonderheit, mit der wir Eisenbahn- und Technikbegeisterte, aber auch Familien mit Kindern zusätzlich gewinnen können.

Wie kann es gelingen, mit der Bahn mehr Gäste ins Osterzgebirge zu locken?

Um die Weißeritztalbahn in ihrer historischen und touristischen Bedeutung auf dem Markt platzieren zu können, bedarf es des Zusammenspieles aller Partner: der Verkehrsinfrastruktur, Kommunen links und rechts der Bahn, der Leistungsträger, der Hotellerie, Gastronomie, der Vereine und Freizeiteinrichtungen der Region …

Die Bahnfahrt an sich ist ein Erlebnis! Viele Gäste verbinden eine Bahnfahrt jedoch auch mit dem Erreichen eines Zieles oder der zusätzlichen Nutzung eines erstrebenswerten Angebotes. An der Weißeritztalbahn gibt es nicht das Highlight, was an der Strecke liegt und Gäste in Scharen anzieht.

Es gibt viele kleine, liebevolle „Lichtchen“, die es gilt, in Szene zu setzen.

Wie ist Ihrer Meinung nach die Region darauf vorbereitet?

Sicher ist dem einen oder anderen nach der ganzen Vorgeschichte erst jetzt, wo die Baumaßnahmen in vollem Gange sind, bewusst, dass die Bahn tatsächlich am Jahresende wieder nach Kipsdorf fahren wird. Wenn man durch die Orte entlang der Bahnstrecke fährt, kommt man nicht zu dem Schluss, dass die Orte vorbereitet wären. Allerdings weiß ich, dass es in den Orten viele Ideen gibt, die darauf warten, angepackt und umgesetzt zu werden.

Wie kann der Tourismusverband helfen, dass das Projekt im wahrsten Sinn des Wortes ins Rollen kommt?

Bereits vor zwei Jahren haben wir, der Tourismusverband Erzgebirge in Kooperation mit der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft und dem Verkehrsverbund Oberelbe, im Bahnhof Kipsdorf mit den Bürgermeistern und Interessenvertretern entlang der Bahn besprochen, wie wichtig es ist, das infrastrukturelle Umfeld links und rechts der Weißeritztalbahn sowie die Verknüpfung und Neuentwicklung von touristischen Angeboten parallel zu gestalten. In der Arbeitsgruppe Angebotsentwicklung wurde das Bahnumfeld mit seinen derzeitigen Möglichkeiten unter die Lupe genommen und geschaut, was mit vorhandenem Potenzial entwickelt werden könnte bzw. welche Ideen neu umgesetzt werden müssten. Daraus ist ein Ideenkatalog entstanden, den es gilt, nun zu realisieren.

Was müsste jetzt als Erstes angepackt werden und warum?

Wenn es so leicht wäre, müssten zunächst die ganzen alten Bruchbauten verschwinden. Man sagt zwar, Eigentum verpflichtet, aber einige scheint dies nicht zu bewegen. Die Kommunen haben da, wie es scheint, wenig Handlungsspielraum. Eine weitere Grundvoraussetzung für die Angebotsentwicklung ist ein Fahrplan, dieser liegt bis heute nicht vor! Denn es genügt nicht, Gelder für den Wiederaufbau der Bahn bereitzustellen, wenn ein sinnvoller, regelmäßiger Bahnbetrieb finanziell nicht abgesichert ist. Denn für die Leistungsträger vor Ort ergeben sich viele offene Fragen: Wie oft fährt die Bahn? Wie lange haben die Gäste Aufenthalt? Welche Pakete können Hotels schnüren? Können zusätzlich gastronomische Leistungen angeboten werden? Rechnen sich neue Leistungsangebote? Wie kann ein begleitender bzw. ergänzender Nahverkehr zu und ab den Bahnhöfen erfolgen ? Die Zeit drängt, denn bereits Anfang Juli werden die Gruppenreisen für 2017 gebunden!

Steht noch mehr auf Ihrem Wunschzettel?

In der Prioritätenliste ganz vorn steht ein familienfreundlicher Wanderweg, der zunächst die Bahnhöfe Kipsdorf und Schmiedeberg verbindet. Perspektivisch ist allerdings denkbar, neben der gesamten Bahnstrecke Freital-Kipsdorf einen Wander- und Radweg mit vielen Spiel- und Erlebnispunkten zu etablieren. Weiterhin erhielt die Idee großen Zuspruch, die umliegenden Orte oberhalb von Kipsdorf zum Beispiel mit der Altenberger Bimmelbahn auf Rädern zu verbinden. Denn der Hauptteil der Gäste wohnt in den Kur- und Erholungsorten im oberen Kammgebiet, und diese brauchen gute Anschlüsse zu und ab den Bahnhöfen. Die Bimmelbahn auf Rädern könnte zudem die Müglitztal- mit der Weißeritztalbahn verbinden.

Was würden Sie denn persönlich als reizvoll empfinden, um an einer der Stationen zwischen Dippoldiswalde und Kipsdorf auszusteigen?

Also zunächst freue ich mich, dass Ende Juni der Generationspark direkt am Bahnhof Dippoldiswalde eröffnet wird. Für Familien ist das auf jeden Fall ein sehr schöner, neuer Verweilpunkt. In Obercarsdorf finde ich eine Wanderung zum Wildgehege und Hofladen der Familie Göbel weiter bis zum Aussichtspunkt „Otto’s Eck“ wunderbar. Wer in Schmiedeberg aussteigt, sollte sich auf jedem Fall die neu restaurierte Kirche ansehen. Sie ist ein echtes Schmuckstück, auch das Schulmuseum ist einen Besuch wert, allerdings müssten dort die Öffnungszeiten bei Bahnbetrieb etwas angepasst werden. Familie Dyroff, die im Bahnhof in Schmiedeberg eine Mosaikwerkstatt betreibt, will gern mit Veranstaltungen die Bahngäste zum Verweilen einladen.

Der Endstation in Kipsdorf kommt dabei sicher eine größere Bedeutung zu. Wie sieht es da aus Ihrer Sicht aus?

In Kipsdorf kann man in einer Gaststätte einkehren, Kaffee trinken oder auch eine Wanderung unternehmen. Allerdings müsste an den Endpunkt noch der ein oder andere „Knaller“, um wirklich ein lohnenswertes Ausflugsziel zu sein. Vorstellbar ist vieles: eine Wanderschaukel nach Oberkipsdorf oder Oberbärenburg, also ein Lift, der die Wanderer von einem Ort zum anderen bringt, oder eine Ausstellung „Vom Bauerndorf zum Kurort“, eine Art Museumsdorf, da es in Kipsdorf noch eine Reihe sehr gut erhaltene, aber geschlossene Einrichtungen gibt wie die alte Post, ein Tante-Emma-Laden. Oder was auch mal schön wäre zu sehen: Wie waren die Fremdenzimmer denn früher so eingerichtet, als nach Kipsdorf noch zur Sommerfrische gefahren wurde? Auch eine Kerzenzieherei oder eine Holzwerkstatt als Mitmach-Angebot für Kinder und gleichzeitig auch als Schlechtwetterangebot wären aus meiner Sicht super.

Das Interview führte Mandy Schaks.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/es-genuegt-nicht-nur-geld-fuer-den-wiederaufbau-3401210.html

Hauptuntersuchung der V10C

Einbau der Radsätze unserer V10C in Freital-Hainsberg.

 

Kunstatelier mitten im Bahnhof

Rings um das Empfangsgebäude der Weißeritztalbahn in Schmiedeberg laufen die Bauarbeiten. Hier treffen sich Kreativität und Eisenbahn.

01.05.2016 Von Franz Herz

ier mitten im Bahnhof

Die Vogelperspektive bietet einen schönen Überblick über das Bahngelände in Schmiedeberg. Rechts sind die früheren Ladestraßen und Gütergleise zu sehen, in der Mitte das Empfangsgebäude, in dem heute das Mosaikatelier Dyroff arbeitet, und links das Areal, wo die Gleise ins Pöbeltal geplant waren. Fotos: Egbert Kamprath

Schmiedeberg war einst ein großer Umschlagplatz an der Bahnstrecke zwischen Freital und Kipsdorf. Gießerei und Maschinenbau erhielten ihr Material über die Bahn, ebenso die Landwirte in der Umgebung. Ähnlich betriebsam geht es zurzeit rings um den Bahnhof zu. Auf beiden Seiten des Empfangsgebäudes laufen die Bauarbeiten für den Wiederaufbau der Weißeritztalbahn.

Ralf Kempe, der örtliche Betriebsleiter und Bahnmeister bei der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft, sieht hier nach dem Rechten. Ein Bagger verlädt alte Schwellen auf einen großen Laster. Die Holzbalken sind nicht mehr brauchbar, nachdem sie seit 2002 bei Wind und Wetter draußen lagen. Der Laster manövriert dann vorsichtig um die Ecke. Er bringt die Holzschwellen zu einer Sondermülldeponie. Sie müssen entsorgt werden. Betonschwellen, die noch in Ordnung sind und wieder eingebaut werden sollen, liegen auf einem großen Stapel.

Zwei Bagger räumen das Gleisbett auf. Sie stellen das sogenannte Planum her. So nennen die Bauleute die ebene Fläche, auf welcher der Neuaufbau beginnen kann. Was nicht mehr brauchbar ist, wird entsorgt. Was sich für den Neueinbau eignet, wird sorgfältig an der Seite aufgestapelt.

Die Situation auf dem Bahnhof Schmiedeberg ist merkwürdig. Das Empfangsgebäude in der Mitte hat seinerzeit die Deutsche Bahn an Klaus-Peter Dyroff verkauft, der hier mit seiner Tochter Anna eine Mosaikwerkstatt betreibt. Man sieht dem Gebäude an, dass es belebt ist und gepflegt wird. „Die Bauarbeiten stören uns nicht“, sagt Anna Dyroff. Sie wüsste nur gerne, wann und mit welchem Fahrplan die Züge wieder bis Kipsdorf fahren. Dann könnte sie auch verschiedene Aktivitäten besser planen. Sie ist auch aktiv in der IG Bahn in Schmiedeberg, die das touristische Angebot im Ort beleben will, vor allem im Hinblick auf Bahnfahrgäste, die mit der Bimmelbahn ankommen. Die nächste Aktion wird aber noch während der Bauphase stattfinden. Am 14. Mai findet die dritte Kreativmeile rund um das Bahnhofsgebäude statt.

Ringsherum gehört das Gelände der Dampfeisenbahngesellschaft. Es reicht vom Ufer der Weißeritz über die alte Ladestraße und das Ladegleis bis zu dem Garagenkomplex auf der anderen Seite des Bahnhofsgebäudes. Hier hat sich die Reichsbahn vor über hundert Jahren das Gelände gesichert für die geplante Pöbeltalbahn, die von Schmiedeberg nach Moldava führen sollte. Das Projekt ist aber nach ersten Baumaßnahmen Anfang der 1920er-Jahre wieder eingeschlafen.

Die heutigen Bauarbeiten konzentrieren sich aber auf die Gleise, die für den Betrieb der Weißeritztalbahn erforderlich sind. Auf dem Hauptgleis, dem Gleis 2, das direkt am Empfangsgebäude in Schmiedeberg vorbeiführt, können derzeit sogar Straßenfahrzeuge rollen. So eben ist die Trasse nach dem Abbau der Schienen und des Schotterbetts. Hier wird der reguläre Verkehr zwischen Kipsdorf und Freital-Hainsberg rollen. Die früheren Gleise 1 und 3 sind schon vor Jahren abgebaut worden. Sie werden auch nicht wieder errichtet. Allerdings behalten die Gleise ihre ursprünglichen Nummern, auch wenn es zwischendurch Lücken gibt. So werden die Gleise 6 und 7 auch wieder aufgebaut. Hier wurden bis 1995 Güter umgeschlagen. Kohle für die Industriebetriebe kam an. Der Forst hat in Schmiedeberg Holz auf die Bahn verladen. Der Güterverkehr ist seit 21 Jahren eingestellt worden, die Gleise werden aber wieder aufgebaut, weil sie so wie die ganze Bahnstrecke unter Denkmalschutz stehen. Es wird künftig auch möglich sein, beispielsweise bei Bahnfesten hier einen Zug abzustellen. Wer weiß, welche Möglichkeiten sich damit in künftigen Jahren für die Kreativmeile am Schmiedeberger Bahnhof bieten?

Der Aussichtswagen ist wieder in Betrieb

Ab sofort fährt auch der Aussichtswagen wieder im Zug mit.

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Mauerkrone der Talsperre Malter gesperrt